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Auch die Stiftung Warentest setzt sich mit dem Urteil von St.Pölten auseinander.
Das Landesgericht St. Pölten hatte eBay dazu verurteilt, einem eBay Käufer wegen grob fahrlässiger Verletzung der Sorgfaltspflicht einen Schadenersatz in Höhe von 16.463 Euro zu zahlen.

Stiftung Warentest sieht nach dem Urteil jedoch keine Prozesslawine auf eBay zukommen.

Wann haben eBay-Opfer Recht auf Entschädigung?
Nur wenn die Versäumnisse von Ebay minutiös dokumentiert sind, besteht nach Ansicht von Stiftung Warentest überhaupt Aussicht auf Erfolg einer Klage gegen eBay bei ähnlich gelagerten Fällen.
So scheiterte ein weiteres Opfer der ML-Agentur aus Niedersachsen mit seiner Schadenersatzklage gegen Ebay beim Landgericht Aurich.
Der Anwalt hatte zwar Foreneinträge mit Warnungen vor ML-Agentur präsentiert, aber Burkhard Müller war nicht als Zeuge aufgetreten.
Und Burkhard Müller ( bubu.m ), war in St.Pölten als einziger in der Lage die entscheidenden Beweise vorzulegen. Ohne ihn als Zeugen hätte wohl auch der Kläger von St.Pölten keinen Erfolg gehabt.
Der Richter war eBay offensichtlich auch nicht wohl gesonnen.
Seine Notizen “ Die Aussage der Zeugin erschöpft sich in mehr oder weniger unbestimmten Formulierungen und Floskeln“ und die zusammenfassende Feststellung: „Die Darstellung der Zeugin zur internen Kommunikation bei Ebay erinnere an die Trägheit sowjetischer Beamtenapparate“ lassen daran wenig Zweifel.

In Florida hat ein Verkäufer einen Käufer auf die Zahlung von $15.000 Schadenersatz verklagt, weil dieser ihm eine negative Bewertung mit dem Inhalt “ Schlechter Verkäufer. Hat die Ethik eines Gebrauchtwagenhändlers“ gegeben hatte und damit das 100 % Profil des Verkäufers ruiniert hatte.
In dem Streit ging es um eine $44 Uhr, die beim Käufer in drei Teilen angekommen ist.
Der Verkäufer ist Rechtsanwalt und zog gegen den Bewerter vor Gericht.
7000 Dollar hat der Käufer bisher an Anwaltskosten investieren müssen- nun sind seine finanziellen Reserven aufgebraucht und das Urteil ist noch nicht gesprochen.

Gelesen bei Florida Today u.a.

An so eine Meldung kann ich mich nicht erinnern:
Das Landesgericht St.Pölten ( Österreich) urteilte am 31.März 2010:
eBay muss einem eBay Käufer wegen grob fahrlässiger Verletzung der Sorgfaltspflicht einen Schadenersatz in Höhe von 16.463 Euro zahlen! Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig- eBay kann noch in die Berufung gehen.
Würde das Urteil rechtskräftig werden, könnte das weitreichende Folgen haben!

Was war passiert?
Der Kläger hatte 2007 bei dem Platin-Powerseller “ ML-Agentur “ zweimal fünf 100-Gramm-Goldbarren ersteigert, die nie geliefert wurden.
Zu diesem Zeitpunkt gab es in den eBay Foren jedoch bereits Warnungen u.a. wegen langer Lieferfristen.
eBay wird vorgeworfen zu spät reagiert zu haben ( Ich habe da auch noch einen aktuell verkaufenden Powerseller auf der Liste, bei dem ich wie viele andere auch, schon lange auf eine Reaktion von eBay warte.!)

Im Urteil heißt es: eBay hafte „aufgrund einer an bedingten Vorsatz grenzenden grob fahrlässigen Verletzung von vertraglichen Schutz- und Sorgfaltspflichten aus ihrem Nutzungsvertrag mit dem Kläger (aber auch aufgrund des zwischen ihr und der ML-Agentur geschlossenen Nutzungsvertrages mit Schutzwirkung zugunsten Dritter) für den gesamten eingetretenen Schaden“

Einen sehr ausführlichen Artikel schreibt die Netzwelt.
Die Auffassung des Gerichts. „Es hätte eBay auffallen müssen, dass die Auktionserlöse regelmäßig unter dem handelsüblichen Goldwert von Banken lagen“, teile ich persönlich absolut nicht!
Würde eBay alle Angebote verbannen, die unter den üblichen Preisen liegen, wäre es sehr einsam bei eBay!
Das kann und darf auch nicht die Aufgabe von eBay sein.
Hier ist wie immer der Verstand der Bieter gefragt!
Wer ohne Recherche fast 16500 Euro an einen zu diesem Zeitpunkt schon kritischen Verkäufer überweist, hat – sorry – selbst Schuld!
In seinem Bewertungsprofil hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits abgezeichnet, dass der Kauf Problembehaftet sein könnte.
Natürlich muss eBay schneller reagieren, aber die Bieter müssen auch endlich lernen mehr nachzudenken!
Es gibt viele Dinge, die bei eBay günstiger sind, aber es gibt eben auch Dinge, bei denen ich sehe, dass der Verkäufer bewusst Verluste in nicht unbedeutender Höhe einkalkuliert und wenn da bei dem Käufer die Alarmglocken nicht angehen, dann kann es nicht sein, dass eBay allein die Schuld daran tragen soll!
Bei den Lidl-Bahntickets war es ähnlich – ich hatte hier darüber geschrieben- und es wird immer wieder solche Fälle geben, weil die Bieter zu blind sind!

Mir wäre es lieb, wenn eBay durch das Urteil lernt, in einigen Fällen schneller zu reagieren, aber eBay die komplette Verantwortung zu übertragen, halte ich für völlig unangemessen.

Es gibt im eBay-Sicherheitsforum einen Experten- dort vielen unter dem Nickname „bubu.m“ bekannt, der kommende Schadenfälle sehr sicher vorhersagt.
Ich kann mich an keinen einzigen Fall erinnern, bei dem er falsch gelegen hätte und seine Warnungen kommen oft sehr frühzeitig!
Auch in diesem Fall trat er als Zeuge vor Gericht auf und das Gericht folgte seiner Einschätzung, dass bei eBay schneller reagiert werden müsse!
Ich habe nie verstanden, warum eBay gerade die Verkäufer, die bei bubu.m. ins Visier geraten, nicht wirklich auf Herz und Nieren prüft.
Hier hätten in der Tat einige Käufer ( vor sich selbst) geschützt werden können, wenn eBay schneller reagiert hätte und das würde ich mir wünschen!

Trotzdem bleibe ich dabei: In fast allen großen Schadenfällen der Vergangenheit müssen die Käufer einen Großteil der Schuld selbst übernehmen:

Ich kann als Fußgänger auch nicht über eine stark befahrene Strasse gehen, ohne vorher nach rechts und nach links zu schauen und dann den Autofahrern die Schuld geben, wenn ich überfahren werde.
Menschen, die nach links und nach rechts schauen, bevor sie blind 16500 Euro überweisen, wäre das nicht passiert!

Der Schaden, den “ ML-Agentur“ bei eBay angerichtet hat, soll in die Millionenhöhe gehen.
Das Unternehmen hat inzwischen längst Insolvenz angemeldet und der Händler wurde auch bereits wegen Betrugs verurteilt.


Erneut soll eBay eine Schadenersatzzahlung in Höhe von 200.000 Euro an Louis Vuitton zahlen.
Zuzüglich Anwaltsgebühren in Höhe von 30.000 Euro.
Ein Pariser Gericht bestätigt mit diesem Urteil, dass eBay den Markennamen Louis Vuitton geschädigt hat.
Weitere Verstöße gegen Louis Vuittons Markenrechte sollen eBay zukünftig jeweils 1000 Euro kosten.

Google Adwords

Yohan Ruso, Geschäftsführer von Ebay in Frankreich: „In dem Fall geht es um die Benutzung von Adwords, die Käufer zu authentischen Produkten führen, die auf Ebay angeboten werden. Der Rechteinhaber nutzt seine Klage, um zu kontrollieren, was Menschen kaufen dürfen, wo sie es kaufen können und wie viel sie dafür bezahlen müssen.“
Laut eBay stehe die Entscheidung im Widerspruch zu einem Berufungsurteil, das ein belgisches Gericht in einem ähnlichen Rechtsstreit zwischen Ebay und Ralph Lauren im Februar 2009 gefällt habe.
Man warte nun auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Verwendung von Adwords.

Mir persönlich ist nicht ganz klar, wie eBay bei Google Adwords sicherstellen kann, dass tatsächlich nur Original Produkte von Louis Vuitton angezeigt werden.

Bereits im November 2009 wurde eBay dazu verurteilt, 1,7 Milllionen Euro an den Luxuskonzern LVHM zu zahlen, zu dem die Marke Louis Vuitton gehört.
Hier hatte ich darüber berichtet.


Das Oberlandesgericht Koblenz hat festgestellt, dass ein Verkäufer seinen versehentlich falsch eingestellten Porsche nicht für 5,50 Euro an den Höchstbieter verkaufen muss.
Der Verkäufer hatte das Angebot 8 Minuten nach dem Verkaufsstart vorzeitig beendet.
Zu diesem Zeitpunkt stand der Preis bereits jedoch bereits bei 5,50 Euro und der Höchstbieter verlangte die Übergabe des Fahrzeuges zum Preis von 5,50 Euro.
Als der Verkäufer sich weigerte das Fahrzeug zu übergeben klagte der Höchstbieter auf Zahlung von 75 000 Euro Schadenersatz.
Nach Ansicht der Richter war aber hier ein Irrtum unverkennbar und der Käufer konnte nicht davon ausgehen, den Porsche tatsächlich zu diesem Preis erwerben zu können.
Der Verkäufer hat also keinen Schadenersatz zu leisten.
Hinweisbeschluss des OLG vom 3. Juni 2009; Az.: 5 U 429/09