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Einen kleinen Sieg konnte eBay im Dauerstreit mit dem Luxuskonzern LVMH doch noch erringen.
2008 wurde eBay zu einer Zahlung von 38,6 Millionen Euro verurteilt,weil auf der Plattform gefälschte LVMH-Produkte gehandelt wurden.
Zur LVMH – Gruppe gehört unter anderem die Marke Louis Vuitton.
Gestern wurde die Schadenersatzforderung gegen eBay von einem Pariser Berufungsgericht um 33 Millionen Euro auf 5,6 Millionen Euro gesenkt.

Sowohl eBay als auch LVHM verbuchen das Urteil als Erfolg.

eBay sieht in der deutlichen Reduzierung der Geldstraße die Bestätigung, wie haltlos die Vorwürfe von LVMH gewesen seien.
Aber auch LVHM findet ein Argument, um den Erfolg für sich zu verbuchen:
Grundsätzlich habe das Gericht es abgelehnt der Argumentation eBays zu folgen, dass es lediglich die Plattform für einen An- und Verkauf stelle und nicht selbst aktiv werde.

Rechtsanwalt Sören Siebert hat hier einen Artikel zum Thema Abmahngefahr bei Handel mit Markenware veröffentlicht.

Kernsatz wird für viele eBay-Verkäufer folgender Absatz sein:

Grundsätzlich ist der Handel mit originaler Markenware zwar gestattet, wenn diese nicht durch Dritte manipuliert oder verschlechtert wurde.
Der Markeninhaber kann den Verkauf der Markenware aber untersagen, wenn die Waren noch nicht in Deutschland, der EU oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) auf den Markt gebracht wurde.



Aus Erfahrung weiß ich, dass hier – abgesehen vom Verkauf von Plagiaten -die meisten Fehler gemacht werden.
Urlaubsmitbringsel – auch Originale – werden bei eBay angeboten und dann ist das Erstaunen groß, wenn eine Abmahnung ins Haus flattert, weil der Artikel eben in Deutschland nicht verkauft werden darf.

Quelle: eRecht24

Die ersten Mitglieder einer Bande von gewerbsmässigen Fälschern, die bei eBay über Jahre einen Schaden in mehrstelliger Millionenhöhe angerichtet haben, sind verurteilt worden.
Das britische “ Unternehmen“ um den “ Geschäftsmann“ Gary Bellchambers hatte über fast fünf Jahre Plagiate bekannter Golfmarken wie TaylorMade, Odyssey and Callaway in Eigenregie herstellen lassen und bei eBay verkauft.
Die Spannen waren astronomisch.
Artikel, die im Einkauf 5 Dollar gekostet haben, gingen bei eBay für bis zu 180 Dollar über den virtuellen Ladentisch.


Erstaunlich nur, dass das dieser Betrug über Jahre funktioniert hat.
Gary Bellchambers führte in dieser Zeit ein perfekt organisiertes Doppelleben.
In seiner Heimat Essex, Großbritannien, gab er den bescheidenen Biedermann, in Thailand seiner zweiten Heimat residierte er in mindestens zehn repräsentativen Villen und genoß das Leben auf einer 2,7 Mio Dollar Yacht.
Sein Netzwerk war professionell organisiert, das Unternehmen offiziell angemeldet.
Seine “ Mitarbeiter “ operierten weltweit- auch von Deutschland aus.
Hunderte von Accounts sollen in den Betrug involviert gewesen sein.
Aufgeflogen ist die Geschichte weil eine Käuferin sich offiziell beschwert hatte.
Unglücklicherweise weilte Gary Bellchambers zu diesem Zeitpunkt in Thailand und konnte sich der Beschwerde nicht persönlich annehmen.
Bis dahin war es ihm immer gelungen alle unzufriedenen Kunden zufriedenzustellen.
Vermutlich wird es eine ziemlich lange Zeit dauern, bis die Staatsanwaltschaft das Konstrukt einigermaßen entwirrt hat, wenn es überhaupt gelingt den Fall abschließend und umfassend zu klären.
Bisher geht es um 96000 Transaktionen und es ist davon auszugehen, dass das noch nicht die endgültige Zahl ist.
Die ersten “ Bandenmitglieder“ sind nun bereits verurteilt worden und treten ihre Haftstrafe im Januar 2010 an.
Und noch immer fließen Gelder auf die Konten von Gary Bellchambers.
In der Summe dürfte das wohl der größte Betrugsfall in der Geschichte von eBay sein.
Quelle:Times und andere