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Seit Oktober 2009 waren französische eBay-Verkäufer verpflichtet, PayPal als Zahlungsoption anzubieten.
Diese Pflicht gibt es seit dem 16.November 2010 nicht mehr.
Einige Ausnahmen wird es allerdings auch in Zukunft geben.
Wenn z.B. ein Verkäufer eine negative Bewertung erhält, muss er PayPal auch weiterhin als Zahlungsmethode anbieten.

Schon vor zwei Jahren scheiterte der Versuch von eBay, PayPal als alleiniges Zahlungsmittel bei eBay Australien durchzusetzen.

Bei uns in Deutschland gibt es die PayPal Pflicht nur für Verkäufer mit unter 50 Bewertungen.
Hier hatten Nutzer vergeblich versucht, die PayPal Pflicht über eine Anrufung des Bundeskartellamtes zu kippen.

eBay Australien hatte 2008 als erster eBay-Marktplatz die PayPal Pflicht für alle Verkäufe eingeführt.
Die Bedingungen waren knallhart:
Als Zahlungsoption wurde ausschließlich PayPal, Barzahlung bei Abholung sowie Visa/MasterCard mit der Abwicklung über PayPal erlaubt.
Begründet wurde dieser Schritt wie üblich mit der Absicherung für Käufer.
Nun geht eBay Australien wieder einen Schritt zurück.
Ab Juli 2010 hat der Verkäufer die Wahl.
Es muss nur noch eine der folgenden Zahlungsoptionen angeboten werden:
PayPal, Paymate, oder Kreditkarte.
Damit wird der PayPal Zwang in Australien faktisch abgeschafft.

Hier die offizielle Info.

PayPal Zwang für Verkäufer mit weniger als 50 Bewertungspunkten

Seit 25. Februar müssen eBay-Verkäufer, die weniger als 50 Bewertungen haben, PayPal als Zahlungsoption anbieten.
Nach vielen Protesten der Verkäufer hat sich auch das Bundeskartellamt mit der Frage beschäftigt, ob hier ein Verfahren gegen eBay einzuleiten ist.

Kein Verfahren gegen eBay

Nach Prüfung hat das Bundeskartellamt eBay grünes Licht gegeben.
Es wird kein Verfahren gegen eBay eingeleitet.

eBay Stellungnahme

Eine Stellungnahme von eBay liegt bereits vor:

Dreilinden/Berlin, 23.04.2010 – eBay nimmt Stellung zu der vorläufigen Bewertung der Initiative von eBay durch das Bundeskartellamt, Käufern die Möglichkeit zu bieten, bei Verkäufern mit weniger als 50 Bewertungspunkten mit PayPal zu bezahlen. Das Bundeskartellamt hat entschieden, hinsichtlich der Initiative von eBay kein Verfahren einzuleiten.

Dr. Stephan Zoll, Geschäftsführer von eBay in Deutschland, sagte: „Wir begrüßen die Bewertung des Bundeskartellamts. Das Bundeskartellamt erkennt damit an, dass unsere Nutzer von der Initiative profitieren.“

Zoll fügte hinzu: „Uns geht es darum, Käufern die Wahl zu ermöglichen. Wir möchten, dass Käufer PayPal als Zahlungsmöglichkeit wählen können, wenn sie von Verkäufern mit weniger als 50 Bewertungspunkten kaufen. So können sich Käufer bei eBay zusätzlich absichern, da sie automatisch über die volle Summe des Kaufpreises geschützt sind, wenn der Artikel nicht geliefert wird oder nicht der Beschreibung entspricht.“

Laut wiwo.de untersucht das Bundeskartellamt die bei eBay neu eingeführte PayPal-Pflicht für private Verkäufer unter 50 Bewertungspunkten.
Hier hatte ich über die Einführung der PayPal Pflicht berichtet.
Freunde hat eBay sich mit der Verpflichtung PayPal anbieten zu müssen nicht gemacht.
Viele Verkäufer haben sich beschwert und das Bundeskartellamt wird nun prüfen, ob ein Wettbewerbsverstoß vorliegt.
eBay argumentiert, dass die PayPal-Pflicht eine höhere Sicherheit für Käufer bietet.
Das stimmt natürlich so nicht ganz.
Bei Akademie.de hatte ich einen Artikel zum Thema “ PayPal -Käuferschutz – trügerische Sicherheit “ geschrieben.
Bei weitem nicht alle Artikel, die dem Käufer auf den ersten Blick suggerieren, dass der Kauf durch den PayPal Käuferschutz abgesichert ist, erfüllen auch tatsächlich die Voraussetzung für den Käuferschutz.
Es ist also u.U. eine trügerische Sicherheit und viele Käufer bemerken erst im Ernstfall, dass ihr Kauf gar nicht abgesichert war.
“ Sicherheit für die Käufer“ ist also in erster Linie eine Marketingstrategie um die PayPal – Zwangeinführung schön zu reden und weniger kritische oder uninformierte Käufer und Verkäufer zu überzeugen, dass eBay nur das Beste will.
eBay will natürlich grundsätzlich Ihr Bestes- nämlich Ihr Geld in Form von Provisionen und das auf möglichst vielen Ebenen!
Dagegen gibt es auch absolut nichts einzuwenden- schließlich ist eBay ein börsennotiertes Unternehmen und bietet ja auch etwas.


Was mich stört ist der Zwang!
Ich gehöre zu denen, die PayPal aus Überzeugung anbieten und zwar freiwillig.
Als Verkäufer bin ich überzeugt davon, dass sich durch PayPal die Umsätze steigern lassen- als Käufer kaufe ich grundsätzlich nur bei Verkäufern ein, die PayPal anbieten- weil es schnell geht.
Aber – und hier liegt der Knackpunkt:
Für private Anbieter, die kleinpreisige Artikel anbieten, lohnt PayPal sich oft nicht- dafür sind die Gebühren durch die Verkaufspreisunabhängigen Transaktionsgebühren in Höhe von 0,35 Euro, die immer und zwar unabhängig vom Verkaufspreis anfallen, einfach zu hoch.
Gerade private Verkäufer stellen bei eBay – unabhängig von Marktlage- gerne Artikel zum Startpreis von 1 Euro ein und weil sie eben Angebot und Nachfrage nicht richtig einschätzen können, geht der Artikel dann auch für 1 Euro weg.
Und speziell die unerfahrenen “ Newbees “ , die tatsächlich weniger als 50 Bewertungspunkte haben und nun von der Einführung der PayPal-Pflicht betroffen sind, machen gerne den Fehler alles grundsätzlich für 1 Euro einzustellen und rennen mit der neuen PayPal – Pflicht ins offene Messer.
Für den Euro werden nämlich alleine 0,37 Euro PayPal Provision fällig – bei einem Euro zuzüglich der eBay-Verkaufsprovision in Höhe von 0,08 Euro.
eBay kassiert also von diesem Euro 0,45 Euro, will uns aber erklären, das diene nur der Sicherheit der Käufer…
Wie gesagt- ich nutze PayPal sowohl auch Käufer als auch als ( gewerblicher) Verkäufer, kann den Unmut der privaten Verkäufer mit unter 50 Bewertungspunkten aber sehr gut nachvollziehen.
Würde ich einen privaten Account mit unter 50 Bewertungspunkten haben, wäre ich auch sehr verärgert, wenn eBay mir die Pflicht PayPal anbieten zu müssen, auferlegt!

Nun wird also das Bundeskartellamt den Beschwerden der eBay-Verkäufer nachgehen und die PayPal Pflicht ins Visier nehmen.
Dreh-und Angelpunkt wird dabei die Frage sein, ob eBay eine marktbeherrschende Stellung einnimmt.
Diese Frage wurde in der Vergangenheit immer verneint.
Es ist nicht das erste Mal, dass das Bundeskartellamt sich mit eBay und PayPal beschäftigt und bisher wurden nie weitere Schritte gegen eBay eingeleitet.
Ich befürchte, dass es auch in diesem Fall so sein wird.
Vermutlich wird die Argumentation, das die Einführung der PayPal-Pflicht nur zum Schutz der Käufer diene, ausreichen, um die Prüfer zu besänftigen.
Und möglicherweise wird es auch ein Argument sein, dass PayPal nicht die einzige Zahlungsoption ist.
Verkäufer unter 50 Bewertungspunkten müssen PayPal zwar anbieten, dürfen daneben aber auch andere Zahlarten anbieten.
In der Theorie hört sich das alles dann wieder wunderbar an, wird von eBay entsprechend “ verkauft“ und besänftigt die ( Bundeskartellamt-) Gemüter.
In der Praxis ist es so, dass die vorgegaukelte Sicherheit eben trügerisch ist und der überwiegende Teil der Käufer mit PayPal bezahlt, wenn die Option angeboten wird.

Eigentlich schlimm genug, dass PayPal über Zwangsmaßnahmen gepusht werden muss.
Wäre PayPal wirklich auf ganzer Linie überzeugend, würden die Verkäufer PayPal freiwillig anbieten und ein Zwang wäre gar nicht nötig!