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In der eBay-Beratung erlebe ich es oft, dass Verkäufer verzweifelt an ihrem Angebots- und Shopdesign basteln, weil sie nicht die Umsätze erzielen, die sie gerne erzielen würden. Dann kommen Argumente wie: „Aber meine Angebotsseite, mein Shop sieht doch viel besser aus, als der meines Mitbewerbers, warum nur kaufen die Leute dort mehr ein als bei mir?“
Ganz einfach. Weil Schönheit alleine nicht reicht.
Wie oft sehe ich bei eBay Landingpages von Shops, bei denen selbst ich – und ich halte mich für einigermaßen fit – mühsam suchen muss, wie ich von der durchdesignten Landingpage auf die Angebote des Verkäufers komme.
Keine Frage – einige dieser Landingpages würden im Designwettbewerb weit vorne liegen, aber mal ehrlich – geht es bei eBay um Schönheit, oder um Umsatz?

Online-Shopper verfügen über minimales Wissen

In einer aktuellen Studie (PDF) der Zeppelin Universität Friedrichshafen zum Thema Internetwissen an, wird klar:
Viele Online-Shopper verfügen nicht im Ansatz über das Wissen, das Händler oft voraussetzen.
So antworten von 870 Befragten auf die Frage “ Was ist e-Commerce“ 120 mit „Die Werbemaßnahmen eines Unternehmens im Internet“ und 62 halten e-Commerce für „Das Online-Banking der Commerzbank“, 622 der Befragten lagen immerhin richtig, aber insgesamt lagen eben 248 Leute schon bei dieser Frage falsch.
Auf die Frage „Woran können Sie während des Online-Einkaufs erkennen, dass eine prinzipiell gesicherte Verbindung vorliegt?“ antworteten 53 der Befragten mit „Bevor ich den Online-Einkauf starte, erhalte ich eine E-Mail von der Verbraucherzentrale, die mir versichert, dass die Internetverbindung nun überwacht wird“, 157 der Befragten glauben, dass Internetverbindungen immer dann sicher sind, wenn ein aktueller Virenscanner installiert ist. Von 870 Befragten gaben nur 639 die richtige Antwort: „In der Adresszeile des Browsers erscheint statt des Kürzels „http“ ein „https“ und im Browserfenster wird ein geschlossenes Vorhängeschloss sichtbar.“

Viele, die hier bei der Beantwortung der Fragen falsch lagen, werden auch Probleme bei der Navigation in durchdesignten eBay- und Onlineshops haben, in denen das Design und nicht die Funktionalität im Vordergrund steht.
Wie oft muss der Besucher sich durch die Seiten quälen, um vor dem Kauf zu erfahren, wie hoch die Versandkosten sind und welche Zahlungsoptionen angeboten werden. Oder eben bei eBay versuchen, von der Startseite des eBayshops auf weitere Angebote des Verkäufers zu kommen. Ich würde sogar behaupten, dass es einige Besucher gibt, die gar nicht wissen, dass „hinter“ der Landingpage, auf der nur einige, wenige Angebote gezeigt werden, noch weitere Angebote des Verkäufers darauf warten, begutachtet zu werden.
Sie kommen z.B. über Google auf die Landingpage und finden weder einen auffälligen Link zu den weiteren Angeboten des Verkäufers, noch sonst einen Hinweis darauf, dass diese Seite nur einen kleinen Ausschnitt des Sortiments zeigt. Und schon hat man den potentiellen Käufer verloren.
Über ein anderes Beispiel, wie man die Geduld des Käufers bis an die Grenze strapazieren kann, habe ich hier bereits ausführlich berichtet:
eBay Käufer in den Onlineshop locken – aber richtig!.

Fazit: Wenn Sie einen eBay- oder Onlineshop aufsetzen, denken sie zunächst an die, die eben nicht täglich mit dem e-Commerce zu tun haben und machen sie es ihnen so einfach wie möglich, sich in ihrem Shop zurechtzufinden.
Wenn dann auch noch ein tolles Design den Shop krönt, ist es das Sahnehäubchen, aber erst einmal muss es um Umsatz= Benutzerfreundlichkeit und nicht um Schönheit gehen.

Randnotiz:
Von den 99 eBay Umsatzmillionären, die ich 2012 analysiert habe, nutzen 40 ein unprofessionelles oder semi-professionelles Design, bei dem in einigen Fällen auf den ersten Blick sogar der Eindruck entsteht, dass hier ein privater Gelegenheitsverkäufer am Werk ist.
Keine Frage, dass in diesem Bereich Optimierungsbedarf besteht, allerdings bleibt festzuhalten, dass diese Verkäufer trotz ( oder weil) ihr Design einfach gehalten ist, zu den Umsatzmillionären bei eBay gehören.
Der Käufer findet offensichtlich was er sucht, kauft und pfeift dabei auf das Design.

Links der Woche:

Recht

Mit CE-Kennzeichen werben – Abmahnung gefällig?
Via: IT-Recht-Kanzlei

Prüfrecht des Verbrauchers im online-Spirituosenhandel: Die Flasche mit sieben Siegeln
Wie weit darf ein Verbraucher, der im Versandhandel einen antiken Cognac erworben hat, bei der Prüfung des Inhalts gehen, ohne sein Widerrufsrecht zu verwirken?
Via: IT-Recht-Kanzlei

Die größten rechtlichen Haftungsfallen für Shopbetreiber : Urheber- und Markenrechte
Via: EcommerceLounge

Widerrufsrecht und Verbrauchereigenschaft
Via: Mein-Recht-im-Netz

Bundesfinanzhof: Kriterien zur Festlegung der Umsatzsteuer auf Software
Via: IT-Recht-Kanzlei

Pflicht zur Nennung der Vertragspartner bei „Erlebnis-Gutscheinen“, oder: Keine Ballonfahrten ins Ungewisse…
Via: IT-Recht-Kanzlei

Social Media

Nicht alle Katastophentheorien im Zusammenhang mit dem Einsatz von Social Media Strategien im Unternehmen haben eine Daseinsberechtigung:
Sechs beliebte Horrortheorien über Social Media
Via: Web-Ideas

Kostenlos professionelle Landingpages für die Facebook Fanpage erstellen:
30 kostenlose FBML Facebook Templates
Via: Web-Ideas

Erlaubt oder Verboten?
Comic-Bilder als Profilbild bei Facebook
Via: IT-Recht-Kanzlei

Versteigerungen

Ein Apple 1 Computer der ersten Apple Bauserie aus dem Jahr 1976 wurde in London für umgerechnet 157.000 Euro versteigert.
Den Zuschlag erhielt ein italienischer Geschäftsmann.
Um Kaufumfang gehört neben dem Apple I mit der Nummer 82 u.a. der Original Rücksendeschein mit der Anschrift des Elternhauses von Steven Jobs und die Originalrechnung, die einen Betrag von 741,66 Euro ausweist – unterschrieben von „Steven“.
Via: Associated Press

Zwei antike chinesische Schnupftabakflaschen erzielen bei einer Auktion in Hongkong den Rekorderlös von umgerechnet 1,68 Millionen Euro!
Via: Stern

34 Millionen Euro für chinesische Schönschrift!
Via: AFP

Leseempfehlung
Arbeiten bei Amazon?
Arbeiten beim Internet-Händler AMAZON: Knochenjob oder Zukunftschance?
Via: Osthessen-News

Links der Woche:

Recht:

Welche Anforderungen müssen erfüllt werden um Kosmetika gewerbsmäßig nach Deutschland zu importieren und diese dann hier zu vertreiben?
Import von Kosmetika: wie macht man es richtig?
Via: It-Recht-Kanzlei

Zu Gefahrgütern gehören u.a. bestimmte Reinigungsmittel und Lithiumbatterien.
Worauf müssen Sie beim Versand achten, um gewerbe- und wettbewerbsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden?
Lithiumbatterien und Sprengstoffe: Der rechtssichere Versand von gefährlichen Gütern
Via: IT-Recht-Kanzlei

EU-Abgeordnete schlagen dem Europäischen Parlament u.a. ein europäisches „Gütesiegel“ vor, um den grenzüberschreitenden Online-Handel zu fördern und das Vertrauen der Verbraucher aufzubauen:
EU-Abgeordnete fordern ein europäisches Gütesiegel für E-Trading-Unternehmen
Via: IT-Recht-Kanzlei

Abverkaufsrate im Shop steigern

eBook: Conversionkiller entlarven
Ein kostenloses e-Book, das auf 34 Seiten mögliche Killer auflistet, die Ihre Kunden vom Kauf abhalten.
Via: Web-Ideas/ conversionsdoktor

Facebook

Worauf sollten Sie bei der Erstellung einer Facebook Landingpage achten?
Verständlich erklärt und mit guten Beispielen belegt:
Facebook Landingpages – das kleine Einmaleins
Via: Conversiondoktor

Werbung, die garantiert für Aufmerksamkeit sorgt

Werbung, die mir gefallen hat:
120 Fahrräder an der Hauswand -weltweite Medienberichterstattung inklusive
Via: Millionaerinnen

Kreative Werbung einer Sicherheitsfirma, wie sie besser kaum sein kann:
Die Zauberbox
Via: Millionaerinnen