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Bislang lag der Fokus der Verkäufer darauf möglichst hohe DSR zu bekommen.
Jetzt geht es in erster Linie darum niedrige DSR zu vermeiden.
Und nun kommt offensichtlich auch noch der “ Net Promoter Score „.
Ein deutsches Wort fällt mir dazu nicht ein und eine offizielle Übersetzung gibt es noch nicht.
Was ist der “ Net Promoter Score „?
Kunden können auf einer Skala von 1-10 eingeben, ob sie den Verkäufer an einen Freund oder Kollegen weiterempfehlen würden.
1- 6 bedeutet = Detractors, was übersetzt o viel heißt wie verunglimpfend – also rufschädigend für eBay. Der Kunde ist unzufrieden und macht Negativwerbung für eBay.
7 + 8 bedeutet = Passive also neutral. Der Kunde ist zufrieden aber nicht begeistert.
und 9 und 10 bedeutet = Promoters = Verkäufer, die eBay fördern, bzw. den Ruf stärken. Der Kunde ist begeistert und wird wieder bei eBay einkaufen und eBay auch empfehlen.
Der “ Net Promoter Score“ wird durch Subtraktion des prozentualen Anteils der “ Detractors “ vom prozentualen Anteil der “ Promoters“ errechnet. Die passiven zählen nicht.
Haben Sie also z.B. 70% der Bewertungen im Bereich 9+10 und 10 % im Bereich 0-6 beträgt Ihr „Net Promoter Score“ ( NPS) = 60 %. ( 70% – 10% = 60%)
Die restlichen 20 % sind “ Passiv und fließen nicht in die Berechnung ein.
Bis jetzt ist nicht bekannt, wie der „NPS“ in die aktuellen DSR einfließt.


Der “ NPS“ ist übrigens keine Erfindung von eBay, sondern von „Bain & Company’s Fred Reichheld“, die die Marke mit “ Bain and Satmetrix“ teilen.
eBay CEO John Donahoe hat über 20 Jahre für „Bain & Co“ gearbeitet.
Im Dezember 2008 ergab übrigens eine Satmetrix Umfrage unter 23000 Konsumenten, dass Amazon mit 74% NPS die Nummer 1 im Online-Shopping ist.

Heute reiche ich noch einige Zahlen zu meinem gestrigen Artikel nach:
Im März 2009 gab es 159.000 gewerbliche Verkäufer bei eBay, davon sind ca. 14.000 Powerseller.
Gerüchteweise haben 20 – 30 % der Powerseller den Status “ Top-Verkäufer“ erhalten.
Bei 20 % ( 2800 Powerseller) wären das knapp 1,7 % der gewerblichen eBay-Verkäufer.
Bei 30 % ( 4200 Powerseller) wären es knapp 2,6 % der gewerblichen eBay-Verkäufer.
Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen.
Umso erstaunlicher finde ich die Zahlen:
Diese 1,7 % – 2,6 % der gewerblichen Verkäufer stellen ca. 16,5 % der eBay-Angebote!

Geht man in der Analyse noch weiter bestätigt sich die Einsicht, zu der eBay-CEO John Donahoe auf der Shop.org Konferenz offiziell gekommen ist.
In seiner Keynote sagte er:
“Wir dachten, Auktionen wären eine Religion. Auktionen sind nicht mehr als ein Format.”
Das ist natürlich ein Statement, das zunächst erstaunt.
eBay ist durch das Auktionsformat groß geworden und auch heute wären gerade die Auktionen ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen E-Commerce-Anbietern.

Geht man etwas tiefer in die Analyse bestätigt sich jedoch offensichtlich die eBay Einsicht.
Das Auktionsformat steht zwar zur Verfügung, wird aber von vielen Top-Verkäufern gar nicht genutzt.
Bei meinen 6 Beispielkategorien sehen die Zahlen folgendermaßen aus:

1. Bücher Top-Verkäufer
2.443.334 eingestellte Artikel, davon 1.127 Angebote im Auktionsformat!
Das sind nicht einmal 1 %!

2. Auto & Motorrad: Teile – Verkäufer mit Top-Bewertung
708.202 eingestellte Artikel davon 4.118 Angebote im Auktionsformat.
Auch hier unter 1 %!

3. Kleidung & Accessoires- Verkäufer mit Top-Bewertung
744.013 eingestellte Artikel, davon 21.678 Angebote im Auktionsformat.
Das sind dann fast 3 %!

4. Sammeln & Seltenes : Verkäufer mit Top-Bewertung
521.571 eingestellte Artikel, davon 5.103 Angebote im Auktionsformat.
Auch hier liegt der Anteil der eingestellten Auktionen wieder unter 1%.

5. Musik: Verkäufer mit Top-Bewertung
210.135 eingestellte Artikel, davon 3.387 Angebote im Auktionsformat.
Mit knapp 1,6 % nicht wirklich erwähnenswert.

6. Möbel & Wohnen: Verkäufer mit Top-Bewertung
358.008 eingestellte Artikel, davon 12.839 Angebote im Auktionsformat.
Und das sind dann wieder knapp 3,5 %!

Deutlich sichtbarer kann man den Wandel, den eBay in der letzten Zeit vollzogen hat, wohl nicht darstellen.
Aber für eBay scheint die Rechnung aufzugehen, denn glaubt man der aktuellen Imageanalyse des Markenmonitors YouGov BrandIndex gewinnt eBay gegenüber dem Vorjahr an Beliebtheit!

Mit einem kleinen Seitenhieb auf Amazon und Walmart hat eBay CEO John Donahoe auf der diesjährigen shop.org Konferenz verkündet, dass eBay nicht in Konkurrenz zu seinen Verkäufern treten wird.
John Donahoe gab auf der Konferenz klare Statements ab:
“ eBay ist kein Verkäufer, wird nie ein Verkäufer sein und wird nicht mit den eBay-Verkäufern konkurrieren. eBay wird z.B. kein Online-Schuhgeschäft kaufen ( Amazon hatte vor kurzem für rund eine Milliarde Dollar das Online-Schuhgeschäft Zappos gekauft), und eBay wird keine Eigenprodukte entwickeln und verkaufen.
eBay wird auch die Daten der Verkäufer nicht nutzen um mit ihnen zu konkurrieren.
eBay wird ein Marktplatz bleiben, der nicht in Konkurrenz zu seinen Verkäufern steht.
Klare Worte!


Amazon hatte in der letzten Woche mit der Einführung einer Eigenmarke AmazonBasics für Aufsehen gesorgt.
Dabei ist das nicht die erste Eigenmarke, hinter der Amazon selbst steht.
Bereits seit 2004 bietet Amazon unter dem Namen Strathwood Gartenmöbel und Outdoor-Gegenstände an. Strathwood wird auch über andere Online-Händler angeboten, abgewickelt wird jedoch immer über Amazon.
Selbst eBay-Händler, die Strathwood Produkte bei eBay verkaufen, wickeln den Verkauf über Amazon ab.
Auch bereits seit 2004 gibt es die Amazon.com Collection Schmuckkollektion, die mit fast 50.000 Produkten z.Zt. die umfangreichste Produktpalette der Amazon Eigenmarken stellt.
Eine weitere Eigenmarke von Amazon ist Pike Street, eine Billigmarke unter der Bettwaren verkauft werden.
Auch Pinzon ist seit 2005 eine Eigenmarke von Amazon. Unter diesem Label verkauft Amazon u.a. Handtücher, Bettwäsche, Küchenutensiien und Möbel.
Im Bereich “ Werkzeug“ ist Amazon unter dem Label Denali aktiv.
Hier kann eBay also tatsächlich punkten, denn ich bin sicher, dass die eBay-Verkäufer in absehbarer Zeit wirklich keine Konkurrenz von eBay zu erwarten haben, während Amazon die Geschäfte mit den Eigenmarken weiter ausbauen wird und damit in der Tat mit den externen Marketplace-Anbietern konkurriert.