Beiträge

Immer wieder ein Thema, aber auch durchaus nicht ohne Grund stellen sich viele Verkäufer oft die Frage, ob Käufer DSR und Bewertungen willkürlich vergeben, bzw. welche Kriterien Käufer bei der Bewertungsabgabe ansetzen.
Gute Beispiele für unterschiedliche DSR liefern Verkäufer mit verschiedenen Accounts in unterschiedlichen Kategorien.
Verkäufer A hat z.B. einen Account A, auf dem er Küchengeräte verkauft und einen Account B auf dem er Handyzubehör verkauft.
Bei allen Angeboten handelt es sich um Lagerware, die in der Regel am Tag nach Geldeingang verschickt wird.

Da es sich um den gleichen Verkäufer handelt müssten die DSR im Bereich “ Kommunikation“ und “ Versandzeit“ identisch sein.
“ Artikelbeschreibung“ und “ Versandkosten“ könnten u.U. differieren, weil beides vom Produkt abhängig ist.

Aber auch die DSR im Bereich “ Kommunikation“ und “ Versandzeit “ unterscheiden sich deutlich voneinander, obwohl die Ware bei beiden Accounts einen Tag nach Geldeingang verschickt wird und der Support für beide Accounts von den gleichen Mitarbeitern erledigt wird.

Und dann wird es ganz verrückt.
Dieser Verkäufer hat weitere Accounts im Bereich “ Handyzubehör“ und “ Küchengeräte“, bei denen die DSR gegenüber den vergleichbaren Accounts in etwas deckungsgleich sein müssten, zumal exakt die gleiche Ware angeboten wird.
Auch hier stellen wir aber bei den DSR erhebliche Differenzen fest.

Zum Schluß können wir die eBay DSR bei diesem Verkäufer noch mit Yatego und Amazon vergleichen und staunen weiter.
Während die aussagekräftigen Bewertungen auf diesen Plattformen durchgängig positiv sind, stellen wir bei eBay erhebliche Differenzen- sowohl bei den gleichartigen Accounts ( gleiches Angebot, gleiche Kategorie) als auch bei den verkäuferabhängigen DSR ( Kommunikation, Versandzeit) in unterschiedlichen Kategorien fest.

Das lässt nur einen Schluß und die Antwort auf die Eingangsfrage zu: Ja, Käufer bewerten teilweise willkürlich.
Warum das so ist?
Eine spannende Frage, auf die ich auch gerne eine Antwort wüsste.
Sicher spielt in einigen Fällen der “ Herdentrieb“ eine Rolle- hat der Verkäufer erst einmal einige negative Bewertungen, bewerten erfahrungsgemäß auch andere schneller negativ, aber das allein ist es sicher nicht.

Hier finden sich vermutlich viele Verkäufer, die mit Bewertungen anders umgehen als reine Käufer, insofern wird die Beantwortung dieser Frage hier keine besonders aufschlußreichen Ergebnisse bringen.

Daher stelle ich die Frage einmal bei „Gute Frage“.
Bei “ Gute Frage “ finden sich vermutlich viele Verkäufer, die mit Bewertungen anders umgehen als reine Käufer.
Dort finden wir viele Käufer mit sehr unterschiedlichen eBay-Erfahrungen.
Vom Laien bis zum Profi.
Vielleicht kommen wir dem Geheimnis auf die Spur?
Wer einen Kommentar abgeben möchte, kann das gerne hier oder bei „Gute Frage“ machen.



gutefrage.net - Die Ratgeber-Community

Für das Powersellerprogramm werden ab April 2010 einige Neuerungen eingeführt.

Folgende Kriterien müssen Verkäufer ab April 2010 erfüllen, um Powerseller werden zu können:

  • Mindestens 100 Transaktionen mit Käufern in Deutschland, Österreich und der Schweiz innerhalb von 12 Monaten
  • Mindestens 2.500 Euro Bruttoumsatz aus Verkäufen an Käufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz innerhalb von 12 Monaten
  • DSR von mindestens 4,40 %
  • Maximale Anzahl von 1-2 Sterne Bewertungen – Artikel wie beschrieben höchstens 1,2 % oder 4, bei den restlichen Punkten ( Kommunikation, Bearbeitungszeit ( neuer Begriff) , Versandkosten) höchstens 2,4 % oder 4
  • Angemeldet als gewerblicher Verkäufer
  • Mindestens 100 Bewertungen, davon mindestens 98 % positiv (aus weltweiten Transaktionen)
  • Seit mindestens 90 Tagen bei ebay.de, ebay.at oder ebay.ch angemeldet und den Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz
  • Keine Kontoaußenstände bei eBay
  • Keine allgemeinen Grundsatzverstöße in den letzten 90 Tagen und keine schwerwiegenden Grundsatzverstöße in den letzten 180 Tagen


In Zukunft wird es also deutlich leichter sein den Powersellerstatus zu bekommen.
Vor allem die Umsatzgrenze wurde deutlich abgesenkt ( vorher mindestens 3000 Euro im Monat, jetzt 2500 Euro im Jahr!).
Grundsätzlich ist der Powersellerstatus nur wichtig um in den Genuß der Rabatte zu kommen.
Powerseller Bronze erhalten je nach Status – „Top-Verkäufer“ oder “ Überdurchschnittlicher Verkäufer“ 5 % – 20 % Rabatt auf die Verkaufsprovision.
Durch die Neuregelung wird die Zahl der “ Bronze-Powerseller“ explosionsartig nach oben gehen.

Das Thema des Kommentars von Rudolf Braunsdorf ( Präsident des Bundesverband Onlinehandel e.V.- kurz BVOH) nehme ich hier noch einmal kurz auf, da es zur Zeit gerade wieder gepusht wird, bzw. beim letzten Mal untergegangen ist.
Ich hatte bereits hier am 16.November 2009 darüber berichtet, dass eBay ( zumindest in Großbritannnien) Käufer, die auffallend schlechte DSR vergeben, überprüft und sogar einen Silber Powerseller gesperrt hatte, weil dieser augenscheinlich schlechte DSR für seinen Mitbewerber abgegeben hatte.

Natürlich ist die Bewertungsmanipulation bei eBay ein Thema- aber ebay reagiert auch!
Verkäufer, die das Gefühl haben, einer Bewertungsmanipulation zum Opfer gefallen zu sein, können das auch in Deutschland an eBay melden.
( Um dieses Formular zu sehen, müssen Sie bei eBay eingeloggt sein.)

Es ist also keineswegs neu, dass eBay Maßnahmen ergreift.

Was ich mir in dem Zusammenhang wünschen würde, ist die Offenlegung der DSR Vergabe der Käufer.
Eingeführt wurden die ( anonymen) DSR ursprünglich um Käufer vor Rachebewertungen der Verkäufer zu schützen.
Da Verkäufer jetzt nicht mehr negativ bewerten dürfen, sollten die DSR Werte, die ein Käufer gegeben hat, auch dem Artikel nachvollziehbar zugeordnet werden.
Nur so kann ich als Verkäufer überprüfen, ob es sich hier es sich eventuell um eine Bewertungsmanipulation handelt.
Zudem habe ich schon einige Male gesagt, dass mir Kritik ( z.B. bei der Beschreibung einer Artikels) nicht viel hilft, wenn ich nicht weiß um welchen Artikel es sich handelt.
Hier ist eBay gefordert.
Rachebewertungen gibt es nicht mehr- also sollten die DSR auch für den Verkäufer transparent und zuzuordnen sein!

Einige Verkäufer äußern immer wieder Zweifel an der korrekten Berechung der DSR.
Stein des Anstoßes ist die Tatsache, dass die Bewertungsprofile der Verkäufer im Bereich von 99,8% und höher liegen, teilweise nicht eine einzige negative Bewertung im Berechnungszeitraum eingegangen ist, sie aber trotzdem den Top-Verkäufer Status nicht bekommen, weil sie laut eBay die DSR Kriterien ( weniger als 0,60 % 1-2 Sterne DSR) nicht erfüllen.

Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung:
Nicht jeder Käufer, der eine positive Bewertung abgibt, gibt auch gute DSR ab.
So sieht dann das Profil einwandfrei aus, aber die DSR erfüllen die Kriterien nicht.
Dafür kann es auch gute Gründe geben.
Ich selbst gebe negative Bewertungen wirklich nur in sehr sehr seltenen Fällen ab, habe aber auch schon positive Bewertungen vergeben, aber bei den DSR z.B. für die Versanddauer eine 1-2 Sterne DSR vergeben, weil es einfach viel zu lange gedauert hat.
So hat der Verkäufer zwar keine negative Bewertung, aber auch keine durchgängig guten DSR.

Ich bin überzeugt davon, dass eBay die DSR nicht manipuliert, sondern dass es Gründe wie diese gibt, dass DSR und Bewertungsprofil nicht 100 % deckungsgleich sind. ( 100 % positive Bewertungen bedeuten nicht zwangsläufig 5,0 Sterne).

Werfen wir schon einmal einen Blick in die Zukunft.
Was könnte sich mit großer Wahrscheinlichkeit im Jahr 2010 bei eBay ändern?

  • Der Net Promoter Score ersetzt die DSR. Das bedeutet, dass die Skala nicht wie bisher von 1-5, sondern von 1-10 geht.
  • Mit Dr.Stephan Zoll an der Spitze wird eBay das Händlergeschäft weiter stärken und weitere Markenshops auf die Plattform ziehen
  • Der prozentuale Anteil von eingestellten Auktionen gegenüber dem Festpreisformat wird weiter abnehmen.Der Anteil der erfolgreich verkauften Festpreisangebote lag im 3.Quartal 2009 bereits bei 56% und er wird sich in 2010 weiter steigern.

Was ist sonst noch möglich?

  • Denkbar ist es, dass im Bewertungsprofil nur noch die Anzahl der Transaktionen und die DSR gezeigt werden. Die Anzahl der positiven,negativen und neutralen Bewertungen werden nicht mehr angezeigt.
  • Auch denkbar ist es, dass private Verkäufer in naher Zukunft Auktionen kostenlos einstellen dürfen. Damit gewerbliche Verkäufer sich nicht als „Privatverkäufer“ tarnen, wird es eine “ Angebotsbeschränkung“ geben.
  • Möglich wäre, dass mit Blick auf Amazon die Angebotsgebühren in den Medienkategorien entfallen und zwar sowohl für private als auch für gewerbliche Verkäufer.

Und Paypal wird den kometenhaften Aufstieg fortsetzen.
2010 wird vermutlich noch nicht das Jahr werden, in dem die Tochter “ PayPal“ stärker wird als die Mutter “ eBay“, aber PayPal wird weiter aufholen.
Dieser Punkt rutscht dann aber erst im Ausblick für 2011 ganz nach oben! Welche Veränderung wird die Verschiebung der Gewichte innerhalb des Unternehmens mit sich bringen?

Ich schätze, dass von den sechs oben erwähnten Wahrscheinlichkeiten mindestens drei in 2010 umgesetzt werden!Vermutlich werden es mehr.