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Rechtsanwalt Max-Lion Keller von der IT-Recht-Kanzlei hält die Liste der gängigen Abmahngründe bei eBay, Amazon und Onlineshops aktuell.
Im Februar 2010 umfasste die Liste 330 Punkte, heute sind es bereits 441!
Wer sich als Onlinehändler die Laune verderben will, hier noch einmal der Link.

Positiv zu berichten ist, dass die SPD – wohl bezugnehmend auf die ursprüngliche Liste der IT-Recht-Kanzlei – im Bundestag eine „Kleine Anfrage“ zum Abmahnmissbrauch im Online-Handel gestellt hat.
Hier der Link zur kleinen Anfrage ( PDF).
Sehr positiv in diesem Zusammenhang auch, dass Zahlenmaterial des eBay Business Barometers verwendet wurde.
Ein großer Erfolg, dass die Umfragezahlen von eBay unter den Händlern von einigen Politikern durchaus ernst genommen werden!
Vielleicht hat auch die Abmahnung von Tobias Schmitz, der seinerseits die Shops der großen Parteien erfolgreich abgemahnt hatte, dazu beigetragen, dass die Politik ein wenig Sensibilität für die Nöte der Händler entwickelt.
Auch wenn eine kleine Anfrage erst einmal gar nichts bewirkt, ist es doch ein Anfang.

eBay hat eine Studie über Online-Händler ins Netz gestellt: Das Online Business Barometer ( PDF) .
Die Branchenstudie soll in Zukunft regelmäßig erscheinen.
Sie zeigt Zahlen, Daten, Fakten und Trends bei Onlinehändlern auf.
Schauen wir uns die erste Studie einmal genauer an:
Für die erste Studie wurden 701 Onlinehändler befragt.
Diese 701 Händler generieren 54% ihrer Umsatzerlöse über den eBay-Marktplatz und 10% mittels anderer Internet-Handelsplattformen.
Über eigene Online-Shops werden durchschnittlich 16% und über eigene Ladengeschäfte 17% der Erlöse erwirtschaftet.
Jetzt kommt der erste Hasenfuß:
Alle Befragten erzielen allein auf eBay ein Handelsvolumen von jährlich mindestens 100.000 Euro. ( und das sind nach obigen Zahlen nur 54 % ihrer Umsatzerlöse).
Das durchschnittliche Handelsvolumen der Befragten auf eBay liegt pro Jahr bei 412.000 Euro.
Und das ist sicher kein Maßstab für den “ normalen“ eBay-Händler, insofern ist die erste Studie recht einseitig und nicht unbedingt repräsentativ.
Von den mehr als 150.000 gewerblichen Verkäufern wurden also nur Silber / Gold / Platinseller berücksichtigt und diese 3 Gruppen stellen weniger als 5 % der gewerblichen Händler.
Das ist so als würde man ausschließlich Millionäre fragen, wie sie die aktuelle wirtschaftliche Situation beurteilen und daraus eine Schlußfolgerung für die Gesamtbevölkerung ableiten.
An diesem Punkt hatte ich persönlich eigentlich kaum noch Interesse die Studie zu lesen, eben weil sie nicht repräsentativ ist.
Aber da es die erste Studie dieser Art ist, wird sie vielleicht beim nächsten Mal etwas aussagekräftiger, also lese ich zunächst weiter.
Als nächstes erfahren wir, dass die Hälfte der Befragten in den nächsten drei Monaten höhere Umsatzerlöse erwartet.
Nun, das wird niemanden überraschen.
Die Studie wurde zwischen dem 31. August 2009 und dem 27. September 2009 durchgeführt- die nächsten drei Monate bedeuten: Weihnachtsgeschäft!
Natürlich werden in diesem Zeitraum höhere Umsätze realisiert.
Über 50% der Befragten betreibt das Geschäft seit mehr als fünf Jahren und beschäftigt im Durchschnitt 9 Mitarbeiter. Auch das ist nicht die Norm.
63 % haben im letzten Jahr die Umsatzziele erreicht, wobei nicht näher definiert wird, wie sich die Umsatzziele errechnet haben.
Sind die Ziele gegenüber dem Vorjahr korrigiert worden? Nach oben? Nach unten?
Erfreulich finde ich, dass die Mehrheit der Befragten zuversichtlich in die Zukunft blickt.
Ein Trend der Optimismus verbreitet.


Fazit:
Insgesamt finde ich die Idee gut regelmäßig eine Studie mit Zahlen, Daten, Fakten zum Thema “ eBay “ und “ Onlinebusiness“ zu veröfftlichen, allerdings sollte der Querschnitt der Befragten die Gesamtstruktur der gewerblichen Händler darstellen.
So ist diese Studie etwas zu einseitig geraten und für mich wenig aussagekräftig.