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70 rumänische eBay-Betrüger, die insgesamt ca. 800 eBaykunden betrogen haben und damit einen Schaden von fast einer Million Euro verursacht haben sollen, wurden jetzt in Rumänien verhaftet.
Die 70 Personen werden beschuldigt weltweit bei eBay Luxusgüter verkauft zu haben, die sie gar nicht hatten.
Über Phishing-Mails hatten sie sich Zugriff zu Konten ahnungsloser eBay-Verkäufer beschafft und dann über diese Accounts ihre fiktiven Artikel angeboten.
Bei der Operation „Tal der Könige“ wurden mehrere hundert Polizisten in verschiedenen Städten des Landes eingesetzt, um 101 Durchsuchungsbefehle auszuführen.
Verhaftungen gab es auch in Tschechien und in den USA.
Auf Youtube gibt es sogar ein Polizeivideo einer Hausdurchsuchung.

An so eine Meldung kann ich mich nicht erinnern:
Das Landesgericht St.Pölten ( Österreich) urteilte am 31.März 2010:
eBay muss einem eBay Käufer wegen grob fahrlässiger Verletzung der Sorgfaltspflicht einen Schadenersatz in Höhe von 16.463 Euro zahlen! Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig- eBay kann noch in die Berufung gehen.
Würde das Urteil rechtskräftig werden, könnte das weitreichende Folgen haben!

Was war passiert?
Der Kläger hatte 2007 bei dem Platin-Powerseller “ ML-Agentur “ zweimal fünf 100-Gramm-Goldbarren ersteigert, die nie geliefert wurden.
Zu diesem Zeitpunkt gab es in den eBay Foren jedoch bereits Warnungen u.a. wegen langer Lieferfristen.
eBay wird vorgeworfen zu spät reagiert zu haben ( Ich habe da auch noch einen aktuell verkaufenden Powerseller auf der Liste, bei dem ich wie viele andere auch, schon lange auf eine Reaktion von eBay warte.!)

Im Urteil heißt es: eBay hafte „aufgrund einer an bedingten Vorsatz grenzenden grob fahrlässigen Verletzung von vertraglichen Schutz- und Sorgfaltspflichten aus ihrem Nutzungsvertrag mit dem Kläger (aber auch aufgrund des zwischen ihr und der ML-Agentur geschlossenen Nutzungsvertrages mit Schutzwirkung zugunsten Dritter) für den gesamten eingetretenen Schaden“

Einen sehr ausführlichen Artikel schreibt die Netzwelt.
Die Auffassung des Gerichts. „Es hätte eBay auffallen müssen, dass die Auktionserlöse regelmäßig unter dem handelsüblichen Goldwert von Banken lagen“, teile ich persönlich absolut nicht!
Würde eBay alle Angebote verbannen, die unter den üblichen Preisen liegen, wäre es sehr einsam bei eBay!
Das kann und darf auch nicht die Aufgabe von eBay sein.
Hier ist wie immer der Verstand der Bieter gefragt!
Wer ohne Recherche fast 16500 Euro an einen zu diesem Zeitpunkt schon kritischen Verkäufer überweist, hat – sorry – selbst Schuld!
In seinem Bewertungsprofil hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits abgezeichnet, dass der Kauf Problembehaftet sein könnte.
Natürlich muss eBay schneller reagieren, aber die Bieter müssen auch endlich lernen mehr nachzudenken!
Es gibt viele Dinge, die bei eBay günstiger sind, aber es gibt eben auch Dinge, bei denen ich sehe, dass der Verkäufer bewusst Verluste in nicht unbedeutender Höhe einkalkuliert und wenn da bei dem Käufer die Alarmglocken nicht angehen, dann kann es nicht sein, dass eBay allein die Schuld daran tragen soll!
Bei den Lidl-Bahntickets war es ähnlich – ich hatte hier darüber geschrieben- und es wird immer wieder solche Fälle geben, weil die Bieter zu blind sind!

Mir wäre es lieb, wenn eBay durch das Urteil lernt, in einigen Fällen schneller zu reagieren, aber eBay die komplette Verantwortung zu übertragen, halte ich für völlig unangemessen.

Es gibt im eBay-Sicherheitsforum einen Experten- dort vielen unter dem Nickname „bubu.m“ bekannt, der kommende Schadenfälle sehr sicher vorhersagt.
Ich kann mich an keinen einzigen Fall erinnern, bei dem er falsch gelegen hätte und seine Warnungen kommen oft sehr frühzeitig!
Auch in diesem Fall trat er als Zeuge vor Gericht auf und das Gericht folgte seiner Einschätzung, dass bei eBay schneller reagiert werden müsse!
Ich habe nie verstanden, warum eBay gerade die Verkäufer, die bei bubu.m. ins Visier geraten, nicht wirklich auf Herz und Nieren prüft.
Hier hätten in der Tat einige Käufer ( vor sich selbst) geschützt werden können, wenn eBay schneller reagiert hätte und das würde ich mir wünschen!

Trotzdem bleibe ich dabei: In fast allen großen Schadenfällen der Vergangenheit müssen die Käufer einen Großteil der Schuld selbst übernehmen:

Ich kann als Fußgänger auch nicht über eine stark befahrene Strasse gehen, ohne vorher nach rechts und nach links zu schauen und dann den Autofahrern die Schuld geben, wenn ich überfahren werde.
Menschen, die nach links und nach rechts schauen, bevor sie blind 16500 Euro überweisen, wäre das nicht passiert!

Der Schaden, den “ ML-Agentur“ bei eBay angerichtet hat, soll in die Millionenhöhe gehen.
Das Unternehmen hat inzwischen längst Insolvenz angemeldet und der Händler wurde auch bereits wegen Betrugs verurteilt.


Derzeit tobt wieder einmal eine eBay – Betrugsgeschichte durch die Medien.
Unter den eBay Accounts maxisaler123 und dariaduda09 wurden im Februar 2010 nach Recherchen der Süddeutschen ca. 700 Lidl – Bahntickets zu einem Stückpreis zwischen 60 Euro und 80 Euro verkauft.
Ich möchte mich der üblichen Berichterstattung – wer ist der Schuldige, wen trifft alles eine Mitschuld? – hier gar nicht anschließen.
Geschädigte finden im eBay Sicherheitsforum viele gute Ratschläge von erfahrenen Ratgebern und können sich dort mit anderen Opfern austauschen und beratschlagen was zu tun ist. ( Anzeige bei der Polizei usw.).
Darum soll es hier nicht gehen.


Ich frage mich vielmehr: Wie kommt es, dass immer nur die “ üblichen Verdächtigen“ Schuld sind?
Zunächst natürlich der Betrüger und dann eBay, später kommt dann in der Regel PayPal ins Spiel, wenn PayPal sich an die ( vom Käufer akzeptierten ) AGB hält und der Käuferschutz für den Schaden nicht aufkommt.
Solange man in der Öffentlichkeit immer nur diese drei an den Pranger stellt, können die Betrüger sich die Hände reiben und munter weitere Auktionen starten.

Warum?
Weil es noch nicht in den Köpfen angekommen ist, dass zu jedem Betrüger auch jemand gehört, der sich betrügen lässt!
Das ist der Ansatz, der in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden muss, damit die Zahl der Betrugsopfer sinkt.

Augen auf und Kopf einschalten

Nach kurzer oberflächlicher Recherche habe ich für „dariaduda09“ folgende Zahlen ermittelt:
dariaduda09 hat 335 Tickets, die bei Lidl 66,00 Euro gekostet haben, zu einem Durchschnittspreis von 65,57 Euro verkauft.

Ein Newcommer bei eBay, der von jetzt auf gleich Ware im Wert von über 50.000 Euro einstellt ( eingestellt waren insgesamt 787 Tickets- verkauft wurden „nur “ 335) und das ganze teilweise unter dem bekannten EK verscherbelt- tut mir leid, da hält sich mein Mitleid für die Bieter in Grenzen!
Da steht das böse Ende doch schon fast mit im Angebotstext!

Natürlich passiert es, dass jemand privat vielleicht ein / zwei Tickets gekauft hat, sie nicht mehr gebrauchen kann und dann unter Preis bei eBay anbietet.
Aber doch nicht über 700!, vor allem nicht, wenn er vorher bei eBay quasi nicht existent war.
Da müssen doch alle Alarmglocken läuten!

Nüchtern und sachlich betrachtet trifft den Käufer in diesen Fällen eine Mitschuld, wenn er bei solchen Anbietern mitbietet.

Es ist natürlich einfach anderen die Schuld daran zu geben, dass diese Angebote bei eBay eingestellt waren, aber langfristig ist es sinnvoller, kritisch zu hinterfragen, ob man selbst beim bieten die Alarmglocken einfach ignoriert hat.
Wenn das endlich in den Köpfen ankommt wird es weniger Betrugsfälle geben!

Ich weiß, dass ich mir mit dieser Aussage nicht unbedingt Freunde mache, aber ich bin in der Tat davon überzeugt, dass ein Großteil der eBay-Betrugsfälle verhindert hätten werden können, wenn die Käufer etwas kritischer hingesehen hätten.

PayPal Käuferschutz

Die SZ schreibt zwar, dass PayPal für den Schaden aufkommen wird, wenn die Käufer per PayPal bezahlt haben, sicher wäre ich mir da aber nicht.
In den PayPal AGB steht:

Die folgenden Artikel sind beispielsweise nicht durch den PayPal-Käuferschutz abgesichert:

* Immaterielle Güter, Dienstleistungen, Cash-Transaktionen (nur USA), Geschenkgutscheine, Flugtickets, Softwarelizenzen, Downloads und weitere nicht physische Güter sowie Sonderanfertigungen

Ob PayPal Bahntickets im Gegensatz zu Flugtickets zu materiellen Gütern zählt, wage ich zu bezweifeln.
Die SZ jedoch ist zuversichtlich, dass der Schaden übernommen wird.
Ist das nicht der Fall, ist die übliche 3er Reihe der Schuldigen wieder komplett und auch hier wird wie in diesen Fällen üblich, ignoriert werden, dass PayPal in den AGB immaterielle Güter ausdrücklich vom Käuferschutz ausnimmt.

Schreiben wir die Überschrift der Zukunft: “ Keine Chance für eBay-Betrüger! „

Beim nächsten Mal: Einfach besser hinsehen, einen seriösen Verkäufer mit einer aussagekräftigen Historie auswählen, dafür im Zweifelsfall auch 3,50 Euro mehr bezahlen und dafür dann stressfrei Bahnfahren!
Es ist Zeit zum umdenken:
Nicht “ Geiz ist Geil“!
Der neue Slogan, der Einzug in die Köpfe halten muss, heißt: “ Geist ist Geil „!


Natürlich können Sie bei eBay Bahntickets von Lidl kaufen, aber Sie sollten sich den Verkäufer – wie bei allen anderen eBay Angeboten auch! – genau ansehen!

Alibaba ist vielen Powersellern als führende chinesische B2B Plattform bekannt und Alibaba ist an der höchstmöglichen Sicherheit bei der Abwicklung von Transaktionen zwischen Käufern & Verkäufer gelegen.
So gibt es z.B. bei Alibaba eine “ schwarze Liste“ mit Verkäufern, die bereits vom Handel ausgeschlossen wurden.
Gestern gab Alibaba die Bereitstellung eines Fonds bekannt, aus dem Betrugsopfer rückwirkend seit 2009 eine Entschädigung erhalten, wenn sie Opfer eines Betruges durch einen chinesischen “ Gold Supplier“ geworden sind.
2009 wurden insgesamt 456 geprüfte und berechtigte Betrugsfälle gemeldet, das entspricht weniger als 0,05 % der Gesamttransaktionen.
Diejenigen, die weniger als 1400 Dollar verloren haben, erhalten 70 % der Summe als Entschädigung- diejenigen, die mehr als 1400 Dollar verloren haben, erhalten pauschal 1000 Dollar.
Zur Auszahlung steht insgesamt eine Summe in Höhe von 250.000 Dollar zur Verfügung.
Alibaba wird in der nächsten Woche beginnen die Geschädigten anzuschreiben und ihnen die Details mitteilen, wie sie ihre Entschädigung bekommen können.
Welche Summe der Fond für 2010 bereitstellen wird, wird Mitte April veröffentlicht.


Am 12. März kam übrigens das Gerücht auf, dass Alibaba in Zukunft möglicherweise PayPal anbieten wird.
Ich hatte hier darüber berichtet.
Dieses Gerücht wurde von Alibaba bisher nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert.

Wer bei eBay schon betrogen worden ist, kann über das Buch Fake: Forgery, Lies, & eBay ( Fälschungen,Lügen & Ebay) vermutlich nicht lachen.
Der Autor Kenneth Walton berichtet darin von seinen Betrugsmaschen bei eBay.
Angefangen vom eher harmlosen Shill-Bidding ( bieten auf eigene Auktionen) über die Perfektionierung seiner Auktionen als Kunstfälscher, bis zu dem Zeitpunkt als das FBI seiner Karriere ein Ende gesetzt hat.
Ganz nebenbei hat er auch noch vergessen Steuern zu zahlen.
Leider gibt es das Buch nur in Englisch, aber es ist sicher eine unterhaltsame Lektüre wenn man nicht zu den Betroffenen gehört.
Auf seiner Webseite schreibt Kenneth Walton:
Im Mai 2000 habe ich bei eBay ein Gemälde für 135.858 Dollar verkauft.
Es gab nur ein Problem!
Es war ein Fake.
Ob seine Vita stimmt, vermag ich nicht zu sagen, aber im Internet gibt es mehrere Quellen, die übereinstimmend schreiben, dass Kenneth Walton ursprünglich Rechtsanwalt war, bevor er seine kriminelle Ader entdeckt hat.
Vielleicht liegt das manchmal auch nur relativ nah beieinander.
Seine Anwaltslizenz hat er heute nicht mehr.
Er war der erste Mensch, der wegen Shill-Biddings verurteilt wurde und ganz offiziell das Verbot hat, offiziell oder inoffiziell an Internet Auktionen teilzunehmen.
Die Liebe zu eBay ließ ihn jedoch offensichtlich auch nach seiner Verurteilung ( 9 Monate auf Bewährung) nicht los.
So war er der Entwickler von “ Hammertap“ , einem bekannten eBay-Analyse Tool.
Hammertap war das erste professionelle Analyse Tool überhaupt.
Als eBay jedoch seine Verflechtung mit Hammertap aufdeckte, war er gezwungen das Unternehmen zu verkaufen. Darüber was er heute macht, habe ich keine offiziellen Informationen gefunden.

Der nächste große Schadenfall bei eBay rollt mit Volldampf an:
Webauktion24 wurde zwar schon vom Handel ausgeschlossen, aber die Bewertungen der letzten Tage lassen erahnen, was da auf den PayPal Käuferschutz zukommt.
Haarsträubend bei diesem Fall ist jedoch, dass der Inhaber des kollabierten Accounts als Top Tester zahlreiche Testberichte zum Thema eBay Betrug bzw. zur Betrugsvorbereitung verfasst hat, wie z.B.

Bei 101 geschriebenen Ratgebern könnte ich diese Liste fortsetzen, erspare mir das aber!
Ich bin wirklich sprachlos!

Eine filmreife “ Bad Boy “ Karriere legt derzeit der 26-jährige Kawa H.-G. hin.
Laut Ermittlungen der Bonner Polizei schädigte er 2008 ca. 11.600 eBay Käufer und richtete einen Schaden von 1,4 Millionen Euro an.
Er war Geschäftsführer einer Bonner Firma, die unter dem eBay-Mitgliedsnamen “ Topseconds“ bei eBay Uhren verkauft und zum Schluß nicht mehr ausgeliefert hat.
2009 musste die Polizei den eBay-Opfern gegenüber eingestehen, dass sie den Aufenthaltsort von Kawa H.-G. nicht ermitteln konnte.

Nun taucht sein Name jedoch erneut in den Polizeiakten auf:
Kawa H.-G. soll bei einem spektakulären Überfall auf einen Goldtransporter bei Ludwigsburg beteiligt gewesen sein.
Die mutmaßlichen Täter hatten am 15. Dezember 2009 Goldschmuck und Zahngold im Wert von etwa 1,5 Millionen Euro erbeutet.
Vier Tatverdächtige konnte bereits gefasst werden, vier weitere werden noch gesucht, u.a. Kawa H.-G.
Die Polizei veröffentlichte Fahndungsbilder und ein Heilbronner Rechtsreferendar hatte in dem gesuchten denjenigen erkannt, der ihn und viele weitere eBay-Käufer betrogen hatte.
Kawa H.-G. ist weiter flüchtig.
Hinweise für die Fahndung nach den vier flüchtigen Tatverdächtigen nimmt die Kriminalpolizei Ludwigsburg unter der Telefonnummer 07141/189 entgegen.
Hier die Fahndungsfotos der gesuchten Tatverdächtigen.
Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, ist übrigens eine Belohung von bis zu 10.000 Euro ausgesetzt.

Aktuell muss sich ein Trio – zwischen 28 und 48 Jahren – vor dem Landgericht Hanau wegen Betrug verantworten.
Die drei Männer sollen 2006 tausendfach Plagiate des Apple iPod, sowie Handy-Akkus von Nokia und Sony via Mittelsleute über Ebay verkauft haben.
Die drei Männer besorgten die Ware und boten sie über mindestens drei weitere Verkäufer bei eBay zum Verkauf an.
Der Gesamtschaden soll mehrere hunderttausend Euro betragen.

Und wieder kann ich nur auf meinen gestern geschriebenen Artikel “ Gier frisst Hirn“ verweisen:
Das Original kostet aktuell im Handel je nach Ausstattung zwischen 120 und 240 Euro.
Die nachgemachten iPods gingen 2006 für teilweise erheblich weniger als 100 Euro bei eBay weg.

Sorry, aber wer da nicht stutzig wird, der hat schon fast eine Lektion verdient.
Das Lehrgeld hält sich bei unter 100 Euro glücklicherweise in Grenzen und sorgt vielleicht in Zukunft dafür, dass Käufer mit dem PC auch ihren Verstand einschalten.

Das ist ein klassischer Fall, wie ich ihn in meinem Artikel bei Akademie.de veröffentlicht habe:
„Sicher einkaufen bei eBay: Tipps zum Überprüfen von eBay-Angeboten und -Verkäufern und Hinweise zum PayPal-Käuferschutz“

Und wieder mein Schlußsatz:
Auch eBay Verkäufer haben nichts zu verschenken!
Bei auffällig günstigen Angeboten sollte man immer einen zweiten und vor allem einen kritischen Blick riskieren!

Nicht alle Menschen sind Multitaskingfähig.
Entweder schalten sie den Verstand oder den PC ein – nur so lässt es sich erklären, dass viele immer wieder auf Betrüger der leicht zu erkennenden Sorte hereinfallen.
Die Gier ein besonderes Schnäppchen machen zu können, schaltet das Hirn bei einigen offensichtlich vorübergehend aus.

Gerade heute hat Akademie.de dazu einen Artikel von mir veröffentlicht:
„Sicher einkaufen bei eBay: Tipps zum Überprüfen von eBay-Angeboten und -Verkäufern und Hinweise zum PayPal-Käuferschutz“

Und passend zum Thema lese ich gerade, dass eine 28-jährige Bochumerin zu zwei Jahren Haft auf Bewährung + 250 Sozialstunden verurteilt worden ist, weil sie bei eBay nicht existente Goldbarren verkauft hat.
Die Dame hatte 2009 vier Goldbarren zwischen 1100 und 3300 Euro bei eBay verkauft, als Verkäuferin eine GmbH ausgewiesen, Fotos der angeblichen ( auch nicht existenten) Belegschaft gemacht und positive Bewertungen fingiert.
Außer Goldbarren hatte sie Zelte, Porzellanfiguren, Parfum, Matratzen und Laptops im Angebot und ergaunerte mit 20 Verkäufen insgesamt 15.000 Euro.
Das Geld hat sie in einen Urlaub in Ägypten investiert und zur Spielbank getragen.
Für die Käufer ist es verloren!

Merke: Auch eBay Verkäufer haben nichts zu verschenken!
Natürlich steckt nicht hinter jedem Schnäppchen ein Betrug, aber ein zweiter und kritischer Blick kann nicht schaden, vor allem – und gerade! – wenn es um größere Summen geht!

Wie chip.de heute berichtet warnt die niederländische Polizei vor Betrügern, die bei eBay vertragsfreie Iphones anbieten, die deutschen Käufer dann nach Holland locken und ihnen nach Geldübergabe kein Iphone aushändigen.
Wie schon Focus Online berichtete, gab es in den vergangenen Wochen mindestens vier Opfer, die auf diese Abzocke hereingefallen sind.
Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher, weil nicht alle Geschädigten Anzeige erstatten.
Die Masche hört sich unvorstellbar an. Man könnte meinen, dass das nicht funktionieren würde, aber die Realität zeigt leider wieder einmal wie leicht es ist Opfer zu finden, wenn man ein vermeintliches Schnäppchen anzubieten hat!
Die Kriminellen ködern die Interessenten mit lukrativen Angeboten, lotsen sie nach Holland, nehmen ihnen dort das Geld ab und machen sich aus dem Staub ohne dem Käufer das IPhone auszuhändigen.
Ich kann nur mutmaßen, dass der Käufer sich bei Schnäppchen dieser Art bewusst ist, dass die Artikel aus zweifelhaften Kanälen stammen.
Da er mit dem Kauf eines solchen “ Schnäppchens“ mit dem Verkäufer sozusagen “ in einem Boot sitzt“ funktioniert diese Masche vermutlich, weil die wenigsten Käufer eine Anzeige machen werden.