Weil gekaufte Rezensionen das Vertrauen in Amazon erschüttern, hat Amazon in den USA Klage gegen 1114 Anbieter auf fiverr.com erhoben, die dort für 5 Dollar Amazon Rezensionen anbieten.
In den Medien stellt sich das heute dar, als würde Amazon endlich aufräumen, dabei ist diese Klage nicht mehr als eine Showeinlage.

Amazon Vine

Amazon selbst unterhält den Club der Vine Tester, die überwiegend positive Bewertungen schreiben, weil sie auch weiter kostenlose Testprodukte von Amazon erhalten wollen und Amazon kein Interesse an Rezensenten hat, die negativ bewerten und so einen Kauf verhindern, an dem Amazon verdient.

Rezensionen kaufen

Weiter gibt es von Amazon abgesegnete Unternehmen wie z.B. den Club der Produktester (nicht zu verwechseln mit Amazon Vine), wo Unternehmen Produktbewertungen en bloc (mindestens 50 Stück à 15 Euro) kaufen können – natürlich nicht offensichtlich, denn wie bei Vine auch, bekommen die Rezensenten die Produkte zu Testzwecken nach Hause geliefert und dürfen sie nach dem Test auch behalten.
Natürlich gibt es keine offizielle Vorgabe, dass die Rezensionen mindestens 4 Sterne haben müssen, aber de facto wird ein Tester, der zu viele schlechte Rezensionen abgibt, weniger Buchungen bekommen und sich genau überlegen, ob er in Zukunft auf kostenlose Produkte verzichten will.
So kann ich als Unternehmer für 750 Euro (zzgl. 99 Euro Mitgliedbeitrag) nicht eine, sondern gleich 50 Rezensionen kaufen und das ist der Einstiegspreis, bei 1800 bestellten Rezensionen kostet eine Rezension dann nur noch 5 Euro.

Das Netz ist voll mit kleinen und großen Blogs, die Produkttests anbieten – und mal ehrlich – sie alle wollen weitere Aufträge und die bekommen sie nicht, wenn sie negativ rezensieren.

Negative Rezensionen sind in Ordnung?

Amazon unternimmt zudem nichts gegen Nutzer, die negative Rezensionen verfassen, um Produkte, für die sie über das Amazon Partnerprogramm Provisionen erhalten, in ein positives Licht zu rücken.
Amazon kann es bei diesem Konstrukt egal sein, denn entweder kauft der Kunde das ursprüngliche oder das verlinkte Produkt und Amazon verdient so oder so.

Rezensionen wird man also weiterhin kaufen können, es wird nur teurer und statt „Rezension zu verkaufen“ heißt es dann etwas eleganter „Produkttest anzubieten“.

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