eBay hat in den letzten Jahren umstrukturiert und dafür mehr Kritik als Beifall geerntet.
Gerade die Händler, die eBay regelrecht angetrieben hat, ihren Betrieb zu professionalisieren, sind noch immer nicht gut auf eBay zu sprechen.
eBay hat hat plötzlich mit dem eisernen Besen gekehrt und viele Händler sind dabei auf der Strecke geblieben.
Wie schön war die Zeit als jeder machen konnte was er wollte und eBay die Ausreißer unter den Händlern bis zur Schmerzgrenze gedeckt hat.
Der Käufer? Der war nicht so wichtig wie die regelmäßig zahlenden Händler und plötzlich war alles anders.
Plötzlich war es egal, ob ein Händler im Monat satte 5-stellige Summen an eBay gezahlt hat- plötzlich war der Kunde, auch wenn er nur einen Centartikel eingekauft hat, der König – und eBay wurde zum Buhmann.
Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich die Neuausrichtung von eBay begrüßt habe und ernte dafür viel Kritik.
Schreibe ich positiv über eBay kann ich sicher sein, dass böse Mails in meinem Mailpostfach landen.
Eine Plattform, die sich mit eBay beschäftigt, hat gefälligst eine Plattform zu sein, auf der man sich über eBay so richtig böse auslassen kann – positives über eBay will niemand hören.
Erhöht eBay die Gebühren erwartet man, dass die Schreiber die Stimmung anheizen – dass die Amazon Gebühren in einigen Kategorien deutlich über denen von eBay liegen- was soll’s?
Das Feindbild ist und bleibt eBay und da hat man sich gefälligst zu solidarisieren.

Und trotzdem – ich weiche nicht davon ab, dass ich überzeugt davon bin, dass eBay den richtigen Weg eingeschlagen hat.
Ich habe z.B. am 12.05. bei Groupon ein Angebot gekauft und wie es bei Groupon üblich ist, sofort bezahlt.
Bestellen konnte ich den Artikel erst am 18.05., aber da das in den Angebotsbedingungen explizit erwähnt war, ist das okay.
Nur musste ich dann nach der Bestellung am 18.05. weitere 16 Tage warten, bis mein Artikel dann auch tatsächlich bei mir eingetroffen ist.
Knapp 3 Wochen Wartezeit zwischen Bezahlung und Auslieferung einer Internetbestellung? Ein absolutes No-Go!
Auf eine Nachfrage, die ich nach 14 Tagen Wartezeit gestellt hatte, habe ich keine Antwort erhalten.
Spontan dachte ich – Groupon ist auf dem Weg zu werden wie eBay wie es früher war – und wie es auf Dauer nicht funktionieren kann. Einen Qualitätscheck der Händler scheint es nicht zu geben.
Dieser eine Händler, der mich ohne Nachricht hat warten lassen, sorgt dafür, dass ich in Zukunft sicher weniger begeistert bei Groupon einkaufe und damit schadet dieser Händler nicht nur Groupon, sondern auch den anderen Händlern.
Insofern hat mir dieses Beispiel gezeigt, dass eBay in diesem Punkt genau den richtigen Weg genommen hat, indem die Anforderungen an die Händler knallhart geworden sind.
Ware nicht am Lager, lange Lieferzeiten, unzureichende Artikelbeschreibungen, schlechte Kommunikation = schlechte DSR = schlechte Positionierung = nahezu unsichtbar, also hält sich der Schaden, den diese Händler anrichten in Grenzen = der richtige Weg!


4 Kommentare
  1. Marion von Kuczkowski
    Marion von Kuczkowski sagte:

    @Maddin,

    dem kann ich natürlich gar nichts entgegensetzen.
    Das ist so nicht in Ordnung.
    Brands4friends würde ich einmal ausklammern – da hat eBay vermutlich nicht direkt die Hand drauf und bekommt das gar nicht mit.

    Bei der Auswahl der „Vorzeigeverkäufer“ hat eBay auch nicht immer eine glückliche Hand- das würde ich auch nicht abstreiten wollen.
    Die, die sich am besten „verkaufen“ können oder eine Marke vertreten, stehen in der Gunst schneller oben, als andere, die zuverlässiger und kundenorientierter arbeiten würden.
    Auf der anderen Seite: 100 % wird man nie und nirgends haben, auch wenn man den richtigen Weg einschlägt.

  2. maddin
    maddin sagte:

    Nur mal ein kurzer Einwurf, wie es das Ebayunternehmen brands4friends selber mit den Anforderungen hält, die man dort an andere stellt:

    Meine Freundin wartet seit nunmehr über 6 Wochen auf eine Bestellung von ein paar T-Shirts, der Versand verzögerte sich mehrfach, eingetroffen ist noch immer nichts. Das ganze für 6,90 Euro Versand.

    Was würde mit einem Verkäufer passieren, der das bei Ebay macht?

    Ich erinnere mich auch noch gut an die durch Ebay initiierten Versteigerungen zugunsten der Tsunamiopfer, als der Laden total überfordert war und es in einem Desaster endete (das immerhin nicht mit dem Tsunami vergleichbar war).

    Von der Kommunikation Ebays gegenüber Käufern und Verkäufern mal ganz zu schweigen.

    Erhöhte Anforderungen an die Verkäufer mögen ja ganz sinnvoll sein, es wäre aber doch wünschenswert, wenn man sich bei Ebay selber auch ein bisschen an diesen Anforderungen messen würde.

  3. Marion von Kuczkowski
    Marion von Kuczkowski sagte:

    Danke für das positive Feedback:-)
    Klar, gibt es Dinge, die bei eBay nicht rund laufen und auch viele Dinge, die optimiert werden müssen.
    Den Fashion-Bereich finde ich z.B. auch eher unattraktiv und auch die Markenshops reizen mich absolut nicht, auch wenn ebay sie gerne in den Mittelpunkt stellt.
    Und natürlich gibt es auch immer wieder Fehler und auch unsinnige Veränderungen, die einfach nur Arbeit machen und nicht wirklich zielführend sind.
    Aber vieles ist eben auch gut und das wird gerne übersehen:-)

  4. Ulrike Pechmann
    Ulrike Pechmann sagte:

    Ein sehr guter Beitrag, wie ich finde. Danke Dir, Marion! Über einzelne Änderungen, wie z.B. mit den Artikelmerkmalen im Fashion-Bereich kann man sicher streiten.

    Aber insgesamt zeigen die Änderungen in die richtige Richtung, sind sinnvoll und auf das positive Einkaufserlebis der eBay Käufer ausgerichtet.

    Das mag für einige Händler schmerzhaft sein – sicher. Nur, wenn irgendwann keine Käufer mehr da sind weil die Plattform nicht attraktiv ist, dann ist überhaupt niemanden geholfen.

    Schauen wir mal, was da noch so kommen wird. Bei eBay gilt halt auch, dass man hart für den Erfolg arbeiten muss. Aber das ist nun mal überall so…

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