Bei Alibaba, der weltweit führenden chinesischen B2B Online-Handelsplattform ist heute eine Betrugsserie gewaltigen Ausmaßes öffentlich geworden:
Über 2300 chinesische Händler haben ihre Kunden in den letzten beiden Jahren systematisch betrogen, darunter auch einige als besonders vertrauenswürdig geltende „Gold Supplier“.
Nach ersten Medlungen sind 1219 der erst 2009 eingetretenen Gold Supplier in Betrügereien verwickelt.
Besonders tragisch: Unterstützung fanden die Betrüger bei mehr als 100 Mitarbeitern, die die Machenschaften bewusst oder auch durch Nachlässigkeit gedeckt haben.
Die Masche: Beliebte Elektronikartikel wurden in kleinen Stückzahlen zu attraktiven Preisen angeboten und nicht ausgeliefert. Der durchschnittliche Bestellwert lag bei 1200 Dollar.

Alibaba hatte im letzten Jahr angekündigt, einen Fonds aufzulegen, der Betrugsopfer entschädigt.
Hier hatte ich darüber berichtet:
Alibaba zahlt rückwirkend Entschädigung für betrogene Käufer
und es gibt auch eine schwarze Liste “auffälliger” Großhändler.
Wie eine Alibaba Sprecherin gegenüber der Londoner Zeitung „Guardian“ bestätigte, sind betrogenen Käufern bisher 1,7 Mio. Dollar (ca. 1,2 Mio. Euro) erstattet worden.

Der Firmenchef David Wei und der für das Tagesgeschäft zuständige Elvis Lee haben bereits die Konsequenzen gezogen und sind zurückgetreten.
Die Führung bei Alibaba übernimmt jetzt Jonathan Lu, der bisher ein weiteres Alibaba Unternehmen Taobao leitete.
Firmengründer Jack Ma beteuerte heute, Vorkehrungen treffen zu wollen, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen.