Werden eBay Betrüger festgenommen, ist das an sich keine Meldung wert.
Einige Ausnahmefälle gibt es und hier ist einer davon:
Der Deutsche Lars Sch. soll seit 2004 bei eBay sein Unwesen getrieben und damit einen Schaden in Millionenhöhe verursacht haben.
Der Klassiker: die bestellte Ware wurde nicht geliefert.

Aber – und darauf kann man nicht oft genug hinweisen:
Für seine Machenschaften heuerte er u.a. unbedarfte Verkaufsagenten an, die gegen Provision oder sogar gegen ein Festgehalt Ware bei eBay anbieten sollten und nun natürlich auch zu den Geschädigten gehören und sich verantworten müssen.
Auch die Bezahlung wurde teilweise über nichts ahnende Kontoinhaber abgewickelt, die die eingehenden Gelder auf Provisionsbasis nach Thailand weiterleiteten.

Noch immer fallen Menschen auf diese dubiosen Angebote herein und dieser Fall zeigt einmal mehr, auf welches gefährliche Spiel sie sich damit einlassen.
Ein typisches Stellenangebot und auch Teile des Mailwechsels finden Sie bei „Falle-Internet

Seit 2005 wurde der Betrüger per Haftbefehl gesucht.
Das er nun endlich in Thailand gefunden wurde, ist sicher zum größten Teil ein Verdienst der Mitglieder von „Falle-Internet„, die wiederholt zum Schein auf betrügerische Stellenanzeigen von Sch. eingingen, um so Mailverkehr, aktuelle Firmenkonstrukte und eBay-Mitgliedskonten, Internetseiten, IP-Adressen und Bankkonten von Sch. umgehend an die Kripo weiterzuleiten.
Auch im eBay-Sicherheitsforum und bei outbay.ch wurden Informationen zusammengetragen und gebündelt, um die Polizei bei der Suche zu unterstützen.
Die Mühe hat sich für alle Beteiligten gelohnt und auch einmal mehr gezeigt, dass das eBay-Sicherheitsforum durchaus eine Daseinsberechtigung hat!
Der Betrüger wartet nun in Thailand auf die Auslieferung nach Deutschland, wo ihm wegen gewerbsmäßigen Betrugs bis zu zehn Jahre Haft drohen.
Geld sehen die Geschädigten vermutlich nicht, dennoch ruft die Staatsanwaltschaft Kassel auf, Ansprüche durch zivilrechtliche Vollstreckungsmaßnahmen zu sichern.

Via: Falle Internet