Wie viele neue Verkäufer haben an dem Pilotprojekt von eBay teilgenommen, in dem das neue Zahlungsverfahren getestet wurde?
100?, 500?, 1000? Und vor allem: Mit wie vielen Transaktionen? 10.000?, 50.000?, 100.000?
Und es herrschte das blanke Chaos.
Die Käufer warteten auf Ihr Geld, der Support war überfordert, die Forenserver überlastet und die Medien hatten etwas zu berichten.
Wie viele werden demnächst an dem neuen Zahlungsverfahren teilnehmen?
110.000 offiziell aktive gewerbliche Verkäufer, vermutlich noch einmal die gleiche Anzahl gewerbliche, die als Privatverkäufer unterwegs sind und dann eine unzählbare Masse der privaten Verkäufer.
Sind das 1000 x so viele, 10.000 x so viele wie bei dem (Bruch-)Pilotprojekt, oder doch noch weit mehr?
Bei den gewerblichen Verkäufern wickeln die TOP 5 vermutlich mehr Transaktionen am Tag ab, als die neuen Verkäufer im Gesamtzeitraum des Pilotprojektes.
Aber eBay ist offensichtlich vergnügungssüchtig und will sich dem stellen.
Schließlich wächst man mit neuen Aufgaben!
Ich stelle mir das spaßig vor – allerdings weder für eBay, noch für Verkäufer und auch nicht für Käufer.
Für wen dann? Für mich und für alle anderen, die dieses Szenario kennen, mit dem eBay sich nun in Zukunft selbst vergnügen möchte:
Frau Müller hat ein Kleid gekauft.
Kostet 24,90 Euro – wie 100 andere Kleider des Verkäufers.
Frau Müller überweist aber nicht – das macht Frau Meier!
Und Frau Meier denkt überhaupt nicht daran irgendwelche Zahlen in den Verwendungszweck zu schreiben.
Kleid muss reichen.
Sie gibt auch nicht den Tipp, dass ihr Name eventuell gar nicht zuzuordnen ist, weil ja nicht Frau Meier, sondern Frau Müller das Kleid gekauft hat.
Sie überweist das Geld – selbstverständlich ohne Auftragsnummer, Rechnungsnummer, eBay Artikelnummer oder eBay Mitgliedsname.
Nix da. Damit will sie nichts zu tun haben.
Ich weiß nicht, wie viel Zeit ein High Volume Seller bei eBay mit detektivischen Aufgaben verbringt – nein – verbracht hat! Denn das übernimmt jetzt eBay!
Stand früher die Frage im Raum – suchen wir jetzt in kleiner Puzzlearbeit danach, wer uns das Geld überwiesen hat, oder kassieren wir eine negative, weil wir die Überweisung nicht zuordnen können und die Ware nicht verschicken? steht bald die Frage im Raum: Was fangen wir bloß an, wenn wir so ungewohnt früh Feierabend haben?
Da soll sich noch mal jemand aufregen…
Na gut, ab und zu werden die Verkäufer mit eBay in den Mailkontakt treten müssen – schließlich warten sie dringend auf ihr Geld, weil sie ihre neuen Feierabendaktivitäten finanzieren müssen.
Und da werden sie sicher ab und zu nachfragen oder eBay auf die Füße treten müssen.
Noch eine neue Aufgabe, die für eBay sicher spaßig wird – es soll ja Verkäufer geben, die gerne lustige Mails schreiben.
Meine Vorhersage: Bei eBay wird man sich vor lauter Spaß bald kaum noch halten können!

P.S. Etwas Bildung muss auch am Ende dieses Artikels stehen:
Wer fragt sich, warum ein Pilotprojekt eigentlich Pilotprojekt heißt?

Ich habe zwei Antworten zur Auswahl:

Antwort A: Fliegt ein Pilot eine Cessna zu Schrott, steigt er um in den Airbus A380 und gibt mit voller Besatzung Vollgas!
Antwort B: ( zugegeben ich bin nicht so schlau und musste bei Wikipedia nachsehen):
Als Pilotprojekt bezeichnet man „allgemein Großversuche oder Demonstrationsprojekte, die bei gesellschaftlich, wirtschaftlich und technisch risikobehafteten Entwicklungen vor die allgemeine Einführung gesetzt werden, um Fragen der Akzeptanz, der Wirtschaftlichkeit, des Marktpotentials und der technischen Optimierung im Feldversuch […] zu erproben„.

Siehe dazu auch: eBay Foren zum Thema Pilotprojekt!
Vermutlich liegt Wikipedia also falsch. Antwort A ist in diesem Fall offensichtlich richtig, denn eBay kann nicht irren!