Meine bereits veröffentlichten Vermutungen über die für September geplanten Änderungen im Powersellerprogramm werden vermutlich am Dienstag weitgehend offiziell bestätigt.
Jetzt gibt es allerdings schon wieder ein neues Gerücht, dessen Wahrheitsgehalt ich noch nicht so sicher abschätzen kann, wie bei den von mir veröffentlichten Gerüchten zum Powersellerprogramm.
Dieses Gerücht ist völlig unabhängig von den geplanten Änderungen für September.
Heute hat die Vermutung sich aber weiter verdichtet, weil bereits einige Seller gemeldet haben, dass in einigen Kaufabwicklungsmails ausschließlich Paypal als Zahlungsmethode angezeigt wird, auch wenn weitere Zahlungsmöglichkeiten hinterlegt sind.
Es mag zwar im Moment ein Bug sein, aber vermutlich gibt es auch einen Hintergrund für diesen Bug.
Das hat mich bewogen, das Gerücht zu veröffentlichen, auch wenn es noch ziemlich unsicher ist:
eBay plant einen automatisierten UPI ( Unpaid Items) Prozess, bei dem Gutschriften für nicht zahlende Käufer automatisch gutgeschrieben werden, wenn der Käufer nicht bezahlt.
Dieser Prozess soll die Anforderung der Provisionsgutschrift durch den Verkäufer ersetzen und vor allem deutlich beschleunigen.
Ein großer Vorteil wäre, dass bei dem geplanten Prozess nicht-zahlende Käufer kein negatives Feedback mehr abgeben können.


Voraussetzung ist das PayPal als einzige Zahlmethode angeboten wird. Daher hat dieses Gerücht nach den heutigen Meldungen in meinen Augen Nahrung bekommen.
Wermutstropfen dabei und das sehe ich kritisch:
Ein kombinierter Versand ist nicht möglich, weil der Kunde sofort nach dem Kauf durch den Check-Out gehen muss.
Das wiederum deutet für mich- aber das ist wirklich reine Interpretation meinerseits – darauf hin, dass eBay die Kategorien für den versandkostenfreien Versand weiter ausbauen wird.
Wäre der Versand kostenfrei, wird der kombinierte Versand für die Berechnung überflüssig.
Wie gesagt – hier bin ich nicht so sicher, wie bei den für September angekündigten Änderungen, aber es deutet einiges darauf hin, dass tatsächlich etwas derartiges in der Pipeline ist.

Im August wird die Esprit Holding an über 10000 Kunden in 27 europäischen Ländern neue Verträge verschicken, die unter anderem vertraglich regeln, wie die Marke zukünftig im Handel präsentiert werden soll.
Onlinehändler müssen künftig Standards bei Service, Retourenabwicklung und Lieferzeiten einhalten.
Esprit kündigt damit ein selektives Vertriebssystem an, nach dem es in der Zukunft nur noch authorisierten Händlern gestattet werden soll die Marke „Esprit“ zu verkaufen.
Der Verkauf ohne Wissen und Zustimmung des Konzerns über Discounter, Outlets und das Internet soll damit verhindert werden.
Heute sind aktuell bei eBay Deutschland über 60.000 „Esprit“ Artikel gelistet.
„Esprit“ ist aktuell unter den Top 3 Suchbegriffen bei eBay.
Das könnte sich in Zukunft mit der Neuregelung der Verträge ändern.

Passend zu diesem Thema noch einmal der Hinweis auf die von eBay initierte Onlinepetition gegen die Beschränkung des Internethandels durch Markenhersteller.
Ich hatte bereits hier darüber berichtet.In diesem Artikel finden Sie auch den Link zum Mitzeichnen der Petition.

Auch wenn Analysten eher begeistert sind, weil eBay die Erwartungen übertroffen hat, sind die eBay Umsätze und Gewinne für das eBay Kerngeschäft schon das dritte Quartal in Folge rückläufig.
Der Gewinn lag im 2. Quartal 2009 bei 327 Millionen Dollar und schrumpfte damit im Vergleich zum 2. Quartal 2008 um 30 % . Im 2. Quartal 2008 lag der Gewinn bei 460 Millionen Dollar.
Der Umsatz dagegen fiel lediglich um 4% auf 2,1 Milliarden Dollar.
eBay macht dafür in erster Linie die Wirtschaftskrise verantwortlich.
Morgen werden die Quartalszahlen von Amazon veröffentlicht, die – wäre der rückläufige Gewinn ausschließlich auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen – auch rückläufige Zahlen ausweisen müssten.



Wir dürfen gespannt sein, wie die Amazon Zahlen morgen im Vergleich zu eBay aussehen.
Experten sehen für das 2. Quartal bei Amazon sowohl Gewinn – als auch Umsatzsteigerungen voraus.

eBay hat einige interessante Zahlen veröffentlicht:

  • 159.000 gewerbliche Verkäufer erwirtschafteten von April 2008 – März 2009 3, 1 Milliarden Euro.
  • Der Exportanteil lag bei 435 Millionen Euro
  • Wichtigste Exportländer Österreich, gefolgt von USA, Italien, Frankreich und den Niederlanden
  • Das höchste Handelsvolumen erzielten die Kategorien “ Fahrzeuge“ , “ Fahrzeugteile“, “ Kleidung & Accessoires“, “ Sport“, “ Business & Industrie“
  • Auf den vier stärksten europäischen eBay-Marktplätzen Deutschland, Großbritannien,Frankreich, Italien erwirtschafteten  322000 gewerbliche Verkäufer von April 2008 bis März 2009 5,7 Milliarden Euro



Sehr interessant ist die Tatsache, dass die beliebtesten Importgüter deutscher Käufer Trampoline & Strandkörbe aus den Niederlanden, Kleidung aus Großbritannien sowie Whirlpools aus Österreich sind.
Diese Bereiche könnten also für deutsche Anbieter ein interessanter Markt sein, damit deutsche Käufer nicht aus anderen Ländern importieren müssen.
Es könnte sich für gewerbliche Verkäufer lohnen, sich diese Bereiche einmal sehr genau anzusehen.

Die Gerüchte verdichten sich langsam und es gibt auch weitere Neuigkeiten, die ab September in Kraft treten sollen:
Bei der Berechnung der DSR wird in Zukunft vor allem auch die Käuferzufriedenheit eine große Rolle spielen.
Schon heute kann man im Verkäufer-Cockpit unter “ Käuferzufriedenheit“ sehen, wie viele “ niedrige“ Bewertungen von 1 bis 2 Sternen die Käufer vergeben haben.
Dieser Wert darf dann ( so das Gerücht, das sich vermutlich bestätigen wird) nicht über 0,7 – im Verhältnis zu den abgegebenen Bewertungen liegen um einen Rabatt zu bekommen.
Das hört sich erst einmal nicht dramatisch an, ist es aber:
Ich manage z.B. einen Account der im letzten Monat 500 Bewertungen bekommen hat, davon 4 x 1-2 Sterne und damit wären wir raus- bei einem Profil von 99,9% und aktuellen DSR über 4,6. In Zukunft lägen wir damit bei 0,8 und das wäre zu hoch.

Punkt 2:
Bei der Positionierung in den Ergebnislisten spielt in Zukunft die Anzahl der Klicks im Verhältnis zu den Abverkäufen eine Rolle.
Mit anderen Worten:
Erhält ein Artikel sehr viele Klicks, aber hat im Verhältnis dazu wenig Abverkäufe rutscht er in der Positionierung nach unten.
Diese Regelung soll vor allem Keyword-Spamming verhindern.
Überspitzt gesagt: Suggeriert ein Verkäufer in der Überschrift er würde z.B. das I-Phone anbieten und in der Beschreibung stellt sich heraus, dass es sich nur um den berühmten leeren Karton handelt, wird er viele Klicks, aber wenige Abverkäufe haben und wird dafür in Zukunft abgestraft.
Auch bei den Hongkong-Verkäufern wird sich das bermerkbar machen.
In der Regel erhalten sie viele Klicks, aber die Abverkäufe sind im Verhältnis dazu schlecht.
Das ist in meinen Augen eine vernünftige Regelung.

Im September wird sich für eBay-Verkäufer wieder einiges ändern.
Noch sind nicht alle Gerüchte bestätigt, aber vermutlich wird eBay demnächst offiziell verkünden, dass es das Powersellerlogo in der herkömmlichen Form nicht mehr geben wird.
Es werden vermutlich neue Standards für Top-Verkäufer festgelegt, bei denen die Anforderungen noch einmal deutlich angehoben werden.
Es wird Veränderungen in den Berechnungen der DSR ( Detaillierte Verkäuferbewertungen) geben.
Nach wie vor ist ein Rabatt für Top-Verkäufer geplant, der im Moment gerüchteweise folgendermaßen aussehen könnte:
5 % – 20 % Nachlass auf die Endverkaufsgebühr
20 % Nachlass auf die Endverkaufsgebühr bei versandkostenfreien Angeboten
Unsicher ist noch wie künfig der Powersellersupport aussehen wird. Vermutlich wird er stark eingeschränkt.
Die Top-Verkäufer werden in der Artikelsuche bevorzugt, “ normale Powerseller“ und “ Nicht-Powerseller“ werden nachrangig gezeigt.
Noch sind alles unbestätigte Gerüchte, aber ich gehe davon aus, dass sich diese Gerüchte größtenteils bewahrheiten werden.

Das Brandenburgische Oberlandesgericht hat entschieden, dass Ebay bei Verstößen gegen Ebay-Vorgaben die Konten gewerblicher Verkäufer sperren darf. Das Urteil vom 17. Juni 2009 ist nun rechtskräftig.
Im vorliegenden Fall hatte ein gewerblicher Verkäufer Eigengebote auf seine eingestellten Artikel abgegeben um den Preis in die Höhe zu treiben.
eBay hatte daraufhin alle Mitgliedskonten des betreffenden Händlers gesperrt und das Vertragsverhältnis mit sofortiger Wirkung gekündigt.
Der Antrag des Händlers auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zur Freischaltung seiner Konten blieb vor dem Landgericht Potsdam ohne Erfolg.
Auch das Argument, ein Mitarbeiter sei für die Manipulationen verantwortlich, ließ das Gericht nicht gelten. Ein gewerblicher Verkäufer könne sich nicht darauf berufen, dass ein Mitarbeiter unbefugt und ohne seine Kenntnis gehandelt habe.


Auch bei Privatverkäufern greift eBay hart durch und weist darauf hin, dass eBay über Mittel und Wege verfügt herauszufinden, ob ein Anbieter über ein Zweitprofil oder einen Strohmann die Gebote künstlich nach oben treibt.
Alle Mitglieder, die sich des sogenannten “ Shill-Biddings“ schuldig machen müssen mit einem Ausschluß von der eBay-Plattform rechnen.

Auf e-recht24 findet sich ein lesenswerter Artikel zum Thema Markenrecht, speziell zum aktuellen Thema “ Michael Jackson Fanartikel.
Wenn Sie planen T-Shirts oder andere Merchandiseartikel mit Bildern von Michael Jackson oder “ Michael Jackson “ Aufdruck oder gar Domains , die den Namen „Michael Jackson“ enthalten, bei eBay zum Verkauf anzubieten, sollten Sie diesen Artikel unbedingt lesen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
Michael Jackson bei eBay

Nach der heute abgeschlossenen Insolvenz des US-Autobauers General Motors (GM) gab der GM-Chef Fritz Henderson heute bekannt an einer Partnerschaft mit eBay zu arbeiten.
GM will in Zukunft innovative Wege zum Kunden gehen. eBay ist für GM ein solcher innovativer Verkaufskanal.
Bei eBay sollen die Wagen sowohl im Auktionsformat als auch zum Festpreisformat angeboten werden.

Olaf Groß vom Shopbetreiber-blog hat Wolf Osthaus, Rechtsexperte bei eBay in Deutschland über die Hintergründe der von eBay eingereichten Online-Petition interviewt.
Ein wie ich finde sehr interessanter Artikel, den ich hier verlinke.