Die real,- Holding GmbH hat heute einen Kaufvertrag zur Übernahme des Kölner Shopping-Portals „Hitmeister“ unterschrieben. Vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden erwirbt real,- Hitmeisters gesamtes Geschäft. Mit der Übernahme des Online-Marktplatzes baut real,- seine Leistungsfähigkeit und Kompetenz im digitalen Bereich weiter aus. Damit geht das Hypermarkt-Unternehmen einen weiteren wichtigen Schritt, sich als führender Multichannel-Händler in Deutschland zu positionieren. „Hitmeister punktet vor allem mit seinem innovativen Technologie-Know-how und stellt für uns eine perfekte Ergänzung dar“, sagt Jan-Philipp Blome, Leiter real,- Multichannel / E-Marketing. Mit dem Kauf der Hitmeister GmbH stärkt real,- im deutlich wachsenden Onlinegeschäft seine Wettbewerbsfähigkeit.

Hitmeister ist eines der größten deutschen Online-Shopping-Portale mit mehr als 10 Millionen Produkten in gut 5.000 Produktkategorien von mehr als 5.000 Lieferanten bzw. Marktplatzteilnehmern. Das Sortiment umfasst Möbel, Medien, Musik, Elektronik, Küchen-, Haushalts- und Gartenartikel, Sportausrüstung, Kosmetik, Babyartikel, aber auch Auto- und Outdoor-Zubehör und adressiert somit den typischen real,- Kunden, der generell eine große Sortimentsvielfalt erwartet. Hitmeister zählt momentan mehr als 2,5 Millionen Kunden. Das Unternehmen wird weiterhin am Standort Köln verbleiben und das Marktplatz-Geschäft mit allen aktuellen Händlern und Lieferanten gemeinsam mit real,- weiterführen, um die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortzusetzen. real,- wird die Beschäftigten der Hitmeister GmbH übernehmen und mit ihnen weiter zusammenarbeiten. Wissen und Erfahrungen werden gemeinsam genutzt, konkretisiert und weiterentwickelt, um das gemeinsame Onlinegeschäft zu forcieren. real,- wird auch in Zukunft weiter in seine digitale Expertise investieren und so sein Onlinegeschäft stärken.

„Die Investition ist ein klares Signal, den Onlinebereich von real,- weiter zu stärken, unsere Inhouse-Kompetenzen im Onlinehandel voranzutreiben und unsere Expertise auszubauen. Wir sehen uns als idealen Partner für Hitmeister, um in Zukunft gemeinsam weiter deutlich zu wachsen“, so Blome. „Unsere langjährige e-Commerce und Online-Marketing Erfahrung zusammen mit der Reichweite und Markenbekanntheit von real,- bieten die ideale Voraussetzung, für unsere Endkunden, Händler und Lieferanten ein noch stärkeres Angebot zu schaffen“, ergänzt Dr. Gerald Schönbucher, CEO und Gründer von Hitmeister.

real,- forciert bereits seit vielen Jahren den Multichannel-Ansatz. „Denn schon lange kommt nicht mehr der Kunde nur zum Händler. Je nach Kategorie muss der Händler dem Kunden dort begegnen, wo dieser sich aufhält – und das ist zum einen im stationären Geschäft, aber auch online“, so Jan-Philipp Blome. Entsprechend werden die deutschlandweit rund 300 stationären real,- Standorte durch einen Onlineshop, Drive- und Click & Collect-Angebote sowie einen Lieferservice ergänzt. Mit diesen vielfältigen Angeboten kommt das Hypermarkt-Unternehmen zudem auch dem Wunsch der Kunden nach, flexibel zwischen den verschiedenen Verkaufskanälen wechseln zu können.

Quelle: Real

Mit der symbolischen Grundsteinlegung hat DHL Express heute den offiziellen Baubeginn für einen neuen Betriebsstandort in Hamburg markiert. Im Stadtteil Allermöhe entsteht auf einem Gesamtareal von 30.000 m² für rund 46 Millionen Euro ein modernes Betriebs- und Bürogebäude in direkter Nachbarschaft zu weiteren Unternehmensbereichen von Deutsche Post DHL Group. Der Neubau ist Teil eines umfangreichen Infrastrukturprogramms, mit dem DHL Express seine Produktionsstätten in Deutschland – darunter Frankfurt, Freiburg, Hannover, Leipzig, Nürnberg und Stuttgart – grundlegend modernisiert und erweitert.

In dem Hamburger Neubau werden die bisher räumlich getrennten Einheiten Produktion und Vertrieb zusammengeführt. „So können wir Synergien bei der Betreuung unserer regionalen Kunden durch eine engere Zusammenarbeit beider Divisionen noch besser nutzen“, beschreibt Wolfgang P. Albeck, Vorsitzender des Bereichsvorstands von DHL Express Deutschland, die Vorteile des neuen Hauses. Bisher war DHL Express in Hamburg mit zwei Standorten in Wandsbek und Fuhlsbüttel vertreten. „Darüber hinaus erweitern wir die bisherige Produktionsfläche um rund 40% und bereiten uns so auf das prognostizierte Volumenwachstum für die Region in den nächsten Jahren vor.“ Aufgrund des kontinuierlichen Sendungsanstiegs von jährlich drei Prozent und mangelnder Erweiterungsoptionen ist ein Verbleib in der bisherigen Servicestation in Hamburg-Wandsbek nicht mehr möglich.

Umzug und Inbetriebnahme des neuen Standorts sind für Anfang 2017 geplant.

Künftig werden in der neuen Betriebsstätte alle Express-Sendungen für den nationalen und internationalen Versand über eine hochmoderne Sortieranlage bearbeitet, die für ein Sendungsvolumen von rund 6.000 Stück pro Stunde ausgelegt ist. Ein weiteres operatives Plus bieten die so genannten Finger mit Toren für die direkte Be- und Entladung von gleichzeitig 90 Nahverkehrsfahrzeugen sowie weitere zwanzig Tore am Hallengebäude. „Durch diese Neuerungen im Vergleich zum alten Standort werden wir kürzere Bearbeitungszeitfenster in der Sendungsabwicklung erreichen und damit die Prozesse zugunsten unserer Kunden erheblich verbessern“, ist sich Albeck sicher. Nicht zuletzt sorgt die verkehrsgünstige Lage des Geländes an der A1 für eine Zeitersparnis im Fernverkehr, da die aus Richtung Süden kommenden LKW nicht mehr wie bisher durch die Stadt fahren müssen.

Auch die rund 300 Beschäftigen werden von dem Neubau profitieren, denn die Arbeitsplätze in der Produktion entsprechend aktuellen Ergonomiestandards. Die Büro- und Sozialräume sind deutlich moderner und komfortabler ausgestattet.

Quelle: DHL

Die Nachricht, dass Amazon in Berlin demnächst innerhalb von 2 Stunden liefern will, überrascht nicht.Die Frage war nur, wann der Startschuß fallen soll und offensichtlich steht der Start kurz bevor.
Überraschend finde ich den Standort – Amazon zieht ins Kudamm-Karree, mitten in die Berliner City West an den Kudamm. Dort wird Amazon die Flächen des früheren Elektronikmarkts „Pro Markt“ im Erdgeschoss und in der 1. Etage als Lagerfläche nutzen. Von dort aus sollen dann Kuriere die Ware in Berlin verteilen. Spannend ist die Frage, ob der 2 Stunden Lieferservice für ganz Berlin, oder nur für Innenstadtbereiche eingeführt wird.
Für den Verkehr auf dem Kudamm bedeutet die Standortwahl von Amazon vermutlich eine zusätzliche Belastung und auch die Einzelhändler werden wenig jubeln, wenn die Onlineriesen sie nicht nur im Netz bekämpfen, sondern auch noch Lagerflächen in Toplagen anmieten und die Innenstädte weiter vereinsamen lassen. Ein Lager in der Innenstadt trägt nicht gerade dazu bei, die gebeutelte Attraktivität der Innenstädte zu erhöhen.
Auf der anderen Seite gehört das Karree nicht zu den Standorten, um die sich Einzelhändler in der Vergangenheit gerissen haben, aber wenn Amazon dort Einzug hält, wird der Aufschrei groß sein.
Möglicherweise ist die Anmietung der Lagerflächen auch nur eine Interimslösung, denn es gab in der Vergangenheit immer wieder Pläne, dass Kudamm-Karree teilweise abzureißen oder zu sanieren. Gerade erst hat ein neuer Investor das Kudamm-Karree übernommen und angekündigt, das Kudamm-Karree bis 2020 umfangreich umzubauen. In der Pressemeldung heißt es: Das Objekt stellt eine der letzten Möglichkeiten dar, ein herausragendes Einzelhandelsangebot in bester Lage des Kurfürstendamms zu etablieren. Gleichzeitig eröffnet es die Chance, den Konsum- und Luxusbereich der Einkaufsmeile besser zu verbinden.
Ein Lager würde diesen Ansprüchen nicht gerecht werden, auch wenn es ein Amazon Logo trägt.

Das lange Oster-Wochenende steht vor der Tür und bevor ich mich in die kurzen Osterferien verabschiede, kommen hier noch die Links und Leseempfehlungen der Woche:

Onlinehandel

Zalando bindet stationäre Händler in die Plattform ein
Via: Internetworld

Zahlen bitte! – Beim Online-Payment geht das Angebot oft an der Nachfrage vorbei
Via: Onlinemarktplatz

Marketing

99 Prozent Öffnungsrate: Warum ein handgeschriebener Brief jeden E-Mail-Newsletter alt aussehen lässt
Via: t3n

Wie Händler mit SEO ihr Werbebudget sinnlos verballern
Via: etailment

Recht

Rechtscheck: Übernahme von externen Kundenbewertungen in den Online-Shop zulässig?
Via: IT-Recht-Kanzlei

Etsy und seine AGB-Reform: eine Tragödie in 4 Akten
Via: IT-Recht-Kanzlei

Amazon: Abmahngefahr reduzieren durch Markenregistrierung
Via: IT-Recht-Kanzlei

BGH: Wann ist der Widerruf des Verbrauchers missbräuchlich?
Via: Shopbetreiber-Blog

Widerrufsrecht besteht auch bei Abholung im Ladengeschäft
Via: Shopbetreiber-Blog

Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes Osterfest!

frohe Ostern

© eyeami - Fotolia.com

Anders als bei einem Ladengeschäft, bei dem Kunden gänzlich anonym Waren einkaufen können, bringt es die Natur des Online-Shoppings mit sich, dass Sie als Händler mit einer Unmenge an Kundendaten konfrontiert sind. Viele Händler stellen sich daher die Frage, an wen sie diese Kundendaten überhaupt weitergeben dürfen. Madeleine Pilous, Legal Consultant bei Trusted Shops, erläutert die wichtigsten Grundsätze.

1. Datenweitergabe zur Vertragserfüllung

Ist die Weitergabe für die Begründung, Durchführung oder Beendigung eines rechtsgeschäftlichen Schuldverhältnisses mit dem Betroffenen erforderlich, so ist dies ohne eine Einwilligung des Kunden zulässig. Dies kann etwa die Weitergabe der Kundendaten an ein Versandunternehmen oder das Zahlungsinstitut beinhalten. Jedoch gilt auch hier das Prinzip der Datensparsamkeit, d.h. der Umfang der Daten muss sich auf das mögliche Minimum beschränken (§ 34 Abs. 1a BDSG). Daher stellt z.B. die Weitergabe der Telefonnummer zur Angabe auf dem Paket regelmäßig einen datenschutzrechtlichen Verstoß dar.

Übrigens: Der Datenschutz kennt kein „Konzernprivileg“, daher ist eine Übermittlung an ein anderes Unternehmen, auch wenn es zum gleichen Konzern gehören mag, nicht ohne Weiteres zulässig.

2. Weitergabe zur Bonitätsprüfung

Die Weitergabe von Kundendaten an eine Wirtschaftsauskunftei zum Zwecke der Bonitätsprüfung ist nur bei einem berechtigten Interesse ohne Einwilligung erlaubt. Ein berechtigtes Interesse ist dann gegeben, wenn der Händler in Vorleistung tritt (wie bei der Zahlungsart Rechnung). Dann ist der Kunde lediglich über die Bonitätsprüfung zu informieren, ansonsten muss er ihr aktiv zustimmen.

3. Datenweitergabe zu Werbezwecken

Grundsätzlich bedarf eine Datenweitergabe an Dritte zu Werbezwecken einer Einwilligung. Allerdings sieht das BDSG hier eine Ausnahme für sogenannte Listendaten vor („Listenprivileg“). Diese umfassen gemäß § 28 Abs. 3 S. 2 BDSG:

· die Zugehörigkeit des Betroffenen zu einer bestimmten Personengruppe,
· seine Berufs-, Branchen- oder Geschäftsbezeichnung,
· seinen Namen, Titel, akademischen Grad,
· seine Anschrift und
· sein Geburtsjahr.

Hier ist eine Übermittlung zum Zwecke der Werbung zulässig, sofern sowohl der übermittelnde Händler als auch der Datenempfänger die Herkunft der Daten und den Empfänger für die Dauer von zwei Jahren speichern und dem Betroffenen auf Verlangen Auskunft über die Herkunft der Daten und den Empfänger erteilen. Weiter muss in diesem Fall die Stelle, die die Daten erstmalig erhoben hat, aus der Werbung eindeutig hervorgehen.

Dies gilt jedoch nur, wenn der Betroffene nicht widersprochen hat und keine schutzwürdigen Interessen seinerseits entgegenstehen.

4. Datenweitergabe mit Einwilligung

Ist eine Datenweitergabe nicht gesetzlich privilegiert, kann diese dennoch zulässig sein. Voraussetzung ist in diesem Fall allerdings eine Einwilligung des Betroffenen (§ 4a BDSG, § 13 Abs. 2 TMG).

5. Exkurs: Auftragsdatenverarbeitung

Eine Datenweitergabe an Dritte kann des Weiteren im Rahmen einer Auftragsdatenverarbeitung erfolgen. Dies ist dann möglich, wenn der Auftragnehmer nicht selbstständig über die Datenverarbeitung entscheiden kann, sondern diese im Auftrag des Auftraggebers erfolgt (Stichwort „Outsourcing“). In dem Fall wird der Auftragnehmer nicht als Dritter, sondern als „verlängerter Arm“ des Auftraggebers gewertet, sodass keine Einwilligung in die Weitergabe notwendig ist.

Ein solcher Vertrag kann nur schriftlich geschlossen werden und muss die in § 11 Abs. 2 BDSG aufgelisteten Voraussetzungen erfüllen. Der Auftragnehmer ist sorgfältig auszuwählen und der Auftraggeber hat sich vor Beginn der Datenverarbeitung und danach in regelmäßigen Abständen von der Einhaltung der beim Auftragnehmer getroffenen technischen und organisatorischen Maßnahmen zu überzeugen. Bei Verstößen drohen bis zu 50.000 Euro Bußgeld (§ 43 Abs. 1 Nr. 2b, Abs. 3 S. 1 BDSG).

Abschließender Tipp

Online-Händler sollten sich vor jeder Weitergabe von Kundendaten an Dritte vergewissern, ob diese datenschutzrechtlich zulässig ist. Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine bestimmte Verarbeitung z.B. noch im unmittelbaren Zusammenhang mit der Bestellabwicklung steht, sollten Sie vorsichtshalber Ihre Kunden einwilligen lassen. Im Zweifel können Sie sich von einem spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen. Eine unbefugte Datenweitergabe kann mit einem Bußgeld von 300.000 Euro geahndet werden.

Quelle: Trusted Shops

Die Frühlings- und Sommerzeit ist Hochsaison für Brautpaare. Immer mehr Frauen suchen aufgrund von Zeitmangel und Kostenersparnis ihr Traumkleid sowie die passenden Accessoires im Online-Shop. Doch die meist stressige Vorbereitungsphase wird zur Zerreißprobe, wenn die Schuhe nicht zum Kleid passen oder der ersehnte Traum in Weiß in der falschen Farbe geliefert wird. Dr. Carsten Föhlisch, Rechtsexperte bei Trusted Shops, gibt sechs Tipps, die jede Braut beim Hochzeits-Online-Shopping beachten sollte.

1. Mein maßgeschneidertes Brautkleid kam nicht in der von mir gewünschten Farbe. Was jetzt?

Dr. Carsten Föhlisch: Es gibt eine Reihe von Waren und Dienstleistungen, die von der Rückgabe ausgeschlossen sind. Dazu gehören unter anderem Artikel, die nach Kundenvorgabe angefertigt werden oder eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Wer sich also sein maßgeschneidertes Brautkleid anfertigen lässt, der sollte dringend beachten, dass eine Rückgabe vom Online-Händler ausgeschlossen werden kann. Wenn allerdings die Kundenvorgaben vom Händler nicht erfüllt wurden – das Brautkleid also die falsche Farbe hat – hat die Kundin ein Gewährleistungsrecht und kann die Lieferung eines mangelfreien Kleides verlangen.

2. Meine online bestellten Brautschuhe passen nicht zu meinem Brautkleid. Der Absatz ist viel zu niedrig. Kann ich die Schuhe wieder zurücksenden?

Dr. Carsten Föhlisch: Beim Kauf im Internet gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht, das ohne Begründung ausgeübt werden kann. Die Frist beginnt, wenn der Verbraucher die Ware erhalten hat und richtig belehrt wurde. Werden mehrere Waren auf einmal bestellt, aber getrennt geliefert, also zum Beispiel Kleid und Schuhe, beginnt die Frist erst mit Lieferung der letzten Ware. Der Widerruf kann dann formlos, also entweder per E-Mail oder auch telefonisch oder über die Shop-Website erfolgen, wenn dort ein entsprechendes Formular bereitgestellt wird. Es ist aus Beweisgründen allerdings davon abzuraten, Verträge telefonisch zu widerrufen. Der Verbraucher kann zur Erklärung des Widerrufs auch ein Muster-Formular nutzen, über welches er vom Online-Händler informiert werden muss. Einen Zwang, dieses Formular zu nutzen, gibt es aber nicht. Der Widerruf muss nur eindeutig sein, also zum Ausdruck bringen, dass direkt das Geld zurückgezahlt und nicht etwa eine andere Ware geliefert werden soll.

3. Das bestellte und sofort bezahlte Brautkleid kam nicht rechtzeitig zu meiner Hochzeit an, sondern zwei Monate später, als vom Versandhändler angegeben. Ich habe mir inzwischen ein anderes Kleid gekauft. Muss ich die verspätete Lieferung noch annehmen?

Dr. Carsten Föhlisch: Ist ein Liefertermin explizit vereinbart, liegt ein sogenanntes Fixgeschäft vor. Erfolgt die Lieferung nicht an diesem Tag, kann der Kunde vom Vertrag zurücktreten. Er muss die Ware weder annehmen noch bezahlen. Dabei ist es irrelevant, ob für die Bestellung ein Widerrufsrecht besteht oder nicht. Wichtig ist die genaue Formulierung der Lieferzeit, also nicht „ca. 3-5 Tage“, sondern zum Beispiel „garantiert bis 15. März“.

4. In einem Online-Second-Hand-Shop habe ich einen Brautschleier bestellt. Dieser ist jedoch beschädigt geliefert worden. Was kann ich tun?

Dr. Carsten Föhlisch: Sofern Sie die Ware bei einem Händler und nicht von Privat kaufen, gilt auch bei gebrauchter Ware ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Verbraucher können einfach die Bestellung widerrufen und den Brautschleier gegen volle Kaufpreiserstattung zurücksenden. Bei beschädigter Ware greift zudem das Gewährleistungsrecht. Die Ware kann also gegen einen neuen und mangelfreien Schleier eingetauscht werden. Wichtig: Machen Sie Fotos und benennen Sie Zeugen, um im Streitfall beweisen zu können, dass die Ware schon defekt bei Ihnen ankam.

5. Ich habe mein online bestelltes Brautkleid an meinem Hochzeitstag nur kurz getragen. Darf ich es wieder an den Händler zurückschicken und mein Geld zurück verlangen?

Dr. Carsten Föhlisch: Im Rahmen des Widerrufrechts darf der Verbraucher die Ware prüfen. Verbraucher können deshalb das Brautkleid nach Erhalt ganz in Ruhe anprobieren, um zu sehen, ob dieses unversehrt angeliefert wurde – ohne dass hierfür Wertersatz verlangt werden kann. Der Online-Händler ist allerdings berechtigt, sogenannten Wertersatz für Verschlechterungen an der Ware zu verlangen, wenn das Brautkleid tatsächlich einen Wertverlust erlitten hat, zum Beispiel durch Flecken oder Gerüche.

6. Ich habe von meinen Eltern teuren Schmuck für den Hochzeitstag geschenkt bekommen, leider reagiere ich allergisch auf das Material. Können meine Eltern den Schmuck beim Online-Händler zurückgeben?

Dr. Carsten Föhlisch: Grundsätzlich besteht bei Waren, die online gekauft wurden, das 14-tägige Widerrufsrecht. Allerdings gibt es von dieser Regel auch Ausnahmen. Eine davon lautet, dass bei versiegelten Waren, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene nicht zur Rückgabe geeignet sind, kein Widerrufsrecht besteht, wenn ihre Versiegelung nach der Lieferung entfernt wurde. Wenn die Ohrstecker versiegelt waren und dieses Siegel entfernt wurde, dann liegt hier m. E. ein solcher Fall vor. Die Ohrstecker sind aus hygienischen Gründen vom Widerrufsrecht ausgenommen und können daher im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten nicht zurückgegeben werden. Anders liegt der Fall, wenn die Ohrstecker in einer unversiegelten Verpackung geliefert werden. Dann muss der Händler sie zurücknehmen. Dies ist allerdings von der Rechtsprechung noch nicht geklärt.

Quelle: Trsuted Shops

Im Grunde muss man eigentlich den Hut ziehen, wie kreativ sich die Chinesen einen Übersetzer für ihre Produkte einsparen:
Ich hatte im letzten Jahr einen Artikel bei Amazon mit meiner EAN angelegt, der sich sehr gut verkauft hat.
Dann kam der erste Chinese, hat den Artikel für die Hälfte angeboten und dann kam der nächste, der zu dem Preis auch noch mit FBA verschickt.
An dem Punkt frage ich mich immer, warum die Chinesen eigentlich sofort den Preis völlig in den Keller ziehen?
Rein theoretisch würde es ja reichen, wenn sie mich nur um einige Cent unterbieten würden – es ist eigentlich nicht nötig, mit Volldampf die Kapitalflucht anzutreten und den Verkaufspreis gleich einmal zu halbieren.

In das Preisspiel kann und will ich nicht einsteigen, also habe ich in Kauf genommen, dass der Artikel bei Amazon verbrannt war.
Parallel läuft der Artikel bei eBay, dort lief er allerdings nie so gut wie bei Amazon.
Nach und nach verkauft sich aber der Restbestand ab und auch bei Amazon habe ich das Listing nach wie vor online, weil sich doch ab und zu ein Käufer verirrt, vor allem, wenn die Chinesen den Bestand nicht rechtzeitig an Amazon geschickt haben.
Nun hat mich heute der Chinese angeschrieben, der sich damals als erster an mein Angebot (mit meiner EAN!) angehangen hat und mir eine Frist von 24 Stunden eingeräumt, um das Angebot zu löschen.
In der Zwischenzeit hat er die Marke überschrieben, der Artikel mit meinem Bild, meiner EAN, meiner Beschreibung läuft also jetzt tatsächlich unter seiner Marke.
Er schreibt, dass seine Marke offiziell beim DPMA eingetragen ist und das stimmt auch.
Würde ich meinen Artikel nicht innerhalb von 24 Stunden auslisten, würde er sich an Amazon wenden und ich würde mit den Konsequenzen ( Verschlechterung der Performance usw.) leben müssen.
Irgendwie komme ich mir jetzt etwas veräppelt vor. Ich habe die Keywordrecherche und die Artikelbeschreibung gemacht, die Bilder hochgeladen, die EAN bezahlt, die ersten guten Rezensionen eingesammelt – das Angebot also einstellfähig gemacht und jetzt kommt der Chinese und freut sich, dass alles fertig ist und er das Angebot übernehmen kann?
Da ich auf der anderen Seite aber auch Chinesen habe, die sich bei Amazon an meine (sowohl beim DPMA als auch bei Amazon) eingetragene Marke angehangen haben und Amazon das recht entspannt sieht, werde ich das vermutlich auch ganz entspannt sehen und das Angebot nicht löschen.
Ich muss darüber noch abschließend nachdenken, denn dieser Artikel liegt mir nicht mehr besonders am Herzen und insofern muss ich mir die Frage stellen, ob es sich bei diesem Artikel lohnt, eventuell Stress mit Amazon zu bekommen.

Update
Ich habe mich entschieden, den Artikel nicht zu löschen.
Mein Artikel wurde im Juli 2014 mit meiner EAN eingestellt, das ist nachvollziehbar.
Im April 2015 hat der Verkäufer dann den Artikel unter seinem Markennamen und anderer ASIN bei Amazon als neuen Artikel eingestellt.
Die Artikelbeschreibung ist kaum verständlich, weil die Übersetzung mangelhaft ist.
Der Artikel hat sich dann offensichtlich nicht so gut verkauft wie geplant, also hat sich der Verkäufer zusätzlich an meinen Artikel angehangen und die Marke geändert. Damit verstößt er gegen die Doppellisting Richtlinie von Amazon. Das habe ich nun bei Amazon gemeldet.
Ich habe Amazon die Sitaution geschildert und mein Unverständnis darüber ausgedrückt, dass der Chinese der Meinung ist, er könnte die deutschen Verkäufer als Einstellhelfer und Übersetzer einsetzen und sie dann von ihren eigenen Artikeln vertreiben.
Glücklicherweise bin ich bei Amazon auf Verständnis gestoßen, allerdings wurde der Fall noch an eine andere Abteilung zur Prüfung weitergeleitet.

Erstaunlich: An dem Angebot hängen drei Chinesen, die sich im Preiskampf befinden – mein Angebot konkurriert preislich nicht mit den anderen Verkäufern. Insofern wundert es mich, dass er mich und nicht seine direkten Wettbewerber ausgesucht hat. Vielleicht lassen sich die deutschen Verkäufer schneller einschüchtern?
Wenn es neue Entwicklungen geben sollte, werde ich den Artikel updaten, damit auch andere Verkäufer erfahren, wie sich solche Fälle entwickeln und ob es die richtige Entscheidung war, Flagge zu zeigen und den Artikel nicht zu löschen.

Update 2
Ein anderer Seller hat mir geraten, die Marke wieder ändern zu lassen, um ganz auf der sicheren Seite zu sein.
Das habe ich getan und die Änderung ist bereits live.

So gehen Sie in diesem Fall vor:
Amazon > Kontaktieren Sie uns > Verkaufen bei Amazon > Produkte und Lagerbestand > Problem mit Produktseite > Problem beheben > nach ASIN suchen > Was möchten Sie beheben? > Marke > dann Marke ändern und absenden.

Bei eBay werden ab sofort für viele Verkaufsartikel Produktbewertungen und Rezensionen eingeführt.
Zunächst werden diese nur für Desktop und die mobile Website verfügbar sein. In den nächsten Monaten können Sie sie dann auch in der eBay-App nutzen.
Die Produktbewertungen und Rezensionen werden am Anfang nur für einen geringen Teil der Nutzer sichtbar sein, da es sich zunächst um einen Test handelt.

Hier ein aktueller Screenshot einer Produktbewertung:
produktbewertung

Die Bewertung steht direkt unter der Artikel-Überschrift auf der Artikelseite.
Klickt man die Bewertung an, wird die Bewertung – und künftig auch Rezensionen – unter den AGB / der Widerrufsbelehrung / Fragen an den Verkäufer angezeigt:
eBay_rezension
Bei eBay können also Bewertungen ohne Kommentar abgegeben werden – das sind dann die Produktbewertungen, mit Kommentar sind es Rezensionen.
Um eine Produktbewertung abgeben zu können, muss man den Artikel nicht gekauft haben.

Ina Steiner schreibt heute auf ihrem Blog von Verkäufern, die berichten, dass ihre FBA Sendungen von Amazon nicht angenommen worden sind.
Bisher hat Amazon sich dazu nicht geäußert und so bleibt Raum für wilde Spekulationen:
Sind die Amazon Warenhäuser voll?
Ganz abwegig ist diese Annahme nicht- nach der langen Chinese New Year Phase haben alle Fabriken in China ihre Arbeit wieder aufgenommen und werden für ein extrem hohes Versandaufkommen gesorgt haben.
Auch in Deutschland erscheint bereits seit einiger Zeit im Seller Dashboard der Hinweis:
Aufgrund einer erhöhten Anzahl eingehender Sendungen kommt es bei der Bearbeitung der Eingänge und der Zuweisung von neuen Anlieferterminen in einigen unserer deutschen Versandzentren momentan zu Verzögerungen.
Wir bemühen uns derzeit, die Ursachen dieser Verzögerungen zu beheben und werden voraussichtlich in den nächsten Tagen wieder zu dem Standard zurückkehren, den Sie von Amazon kennen.
In der Zwischenzeit bitten wir Sie, zusätzliche Zeit einzuplanen, bis Sie mit dem Abgleichen Ihrer Sendungen beginnen.

Wie wird sich das erst entwickeln, wenn das Amazon „Dragon Boat“ erst Fahrt aufnimmt und die Amazon Lieferkette zwischen China,Indien und den USA und Europa steht?

Spekuliert wird auch, ob Amazon Händler vielleicht nur davor schützen will, „Ladenhüter“ einzusenden und damit unnötig hohe Lagerkosten zu vermeiden. Von einer ASIN Begrenzung ist die Rede – begrenzt werden demnach Artikel, bei denen keine hohe Umschlaggeschwindigkeit zu erwarten ist.
Dem steht entgegen, dass ein Händler berichtet, dass Amazon ihn aufgefordert hatte, Nachschub eines Artikels einzusenden, dann jedoch die Annahme abgelehnt hat.

Kritisch ist es, wenn es keine offiziellen Verlautbarungen gibt und Verkäufer sich nicht darauf verlassen können, dass Ware, die für den Versand mit FBA – ob über Amazon oder im Multi-Channel Versand- vorgesehen war,von Amazon angenommen wird.

eBay teilt mit, dass der Gesetzgeber mit dem Gesetz zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Gefahren des Konsums von elektronischen Zigaretten und elektronischen Shishas vom 3. März 2016 neue gesetzliche Rahmenbedingungen für den Onlinehandel mit diesen Artikeln geschaffen hat.

eBay wird daher seinen Grundsatz zu Tabakwaren an die neuen Gesetzesbestimmungen anpassen. Ab dem 4. April 2016 wird das bisherige Verbot von E-Zigaretten bei eBay.de aufgehoben. Verkäufer dürfen dann E-Zigaretten, E-Shishas sowie entsprechendes Zubehör wie Depots, Flüssigkeiten (sowohl nikotinhaltige, als auch nikotinfreie) und Aromen anbieten, wenn sie als Versandoption ausschließlich den Versand innerhalb Deutschlands per DHL Paket mit „Alterssichtprüfung ab 18 Jahre“ anbieten. Optional dazu kann auch eine persönliche Prüfung der Volljährigkeit des Käufers bei Selbstabholung angeboten werden.

Der Versand mit Alterssichtprüfung stellt die neue gesetzliche Anforderung sicher, dass diese Produkte beim Versand nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen geraten dürfen.