Die Woche war kurz und das spiegelt sich auch in der kurzen Liste meiner Links und Leseempfehlungen der Woche wider:

e-Commerce

Die 10 Gebote für Shopbetreiber: Conversions und Kundenzufriedenheit steigern
Via: Gründerszene

Studie: Das sind die Klick-Treiber und Umsatz-Booster in Onlineshops
Via: Etailment

eBay/Amazon

Amazon und eBay werden lokaler: Arche Noah für den stationären Handel?
Via: etailment

Marketing

Online-Marketing pusht Abverkauf
Via: Interetworld

Recht

Abmahnung wegen Markenrechtsverletzung – was nun?
Via: IT Recht Kanzlei

16 häufig gestellte Fragen zum Thema Impressum: Wir beantworten sie!
Via: IT Recht Kanzlei

Schönes Wochenende!

In der Kernaussage, dass Marktplätze wie eBay kleinen Händlern helfen, mit etablierten Playern zu konkurrieren, trifft die Pressemeldung, die eBay heute verschickt hat, sicher zu.
Aber mit Aussagen wie „eBay unterstützt die Verkäufer beim grenzüberschreitenden Handel mit seiner globalen Plattform, mit internationalen Versandlösungen und Übersetzungstechnologien“ trägt eBay wieder einmal viel zu dick auf, denn in der Theorie liest sich das zwar wunderbar, aber in der Praxis sieht es anders aus.
Die Übersetzungstechnologie ist nicht einmal in der Nähe von ausgereift, die internationale Versandlösung kann mit der von Amazon nicht im Ansatz konkurrieren und über „global“ kann man geteilter Meinung sein, denn wenn ich ein Problem mit einem US Käufer habe, ist eBay Deutschland für mich nicht zuständig und der US Support ist per Mail nicht zu erreichen.
Nach meinem Verständnis müsste eine „globale“ Plattform in der Lage sein, sich den Problemen von deutschen Händlern „vor Ort“ annehmen zu können.
In meiner Kategorie „eBay International Handeln“ habe ich einige Beispiele gesammelt, welche Hürden eBay Händler, die international handeln, überwinden müssen und leider stellt eBay diese Hürden auf.

Auf der anderen Seite stimme ich der Kernaussage in der Pressemeldung zu, denn für ambitionierte Händler bietet eBay tatsächlich eine tolle Plattform, ohne die ein Verkauf in andere Länder nicht so einfach wäre und gerade kleinen Händlern bietet sich hier ein enormes Potential, das leider viele noch gar nicht erkannt haben:

Marktplätze wie eBay treiben das Wachstum von kleinen Online-Unternehmen in ganz Europa voran. Im Gegensatz zu ausschließlich stationär tätigen Händlern profitieren die Unternehmen im Internet vom Potenzial des grenzüberschreitenden Handels, von der größeren Reichweite und einer schnelleren Marktdurchdringung sowie von einer stärkeren Nachhaltigkeit des Online-Geschäfts. Dies ergibt die Studie „Small Online Business Trade Summary 2015“ der Rechtsanwaltskanzlei Sidley Austin LLP im Auftrag des weltweiten Online-Marktplatzes eBay. Die Studie hatte zum Ziel, die Bedeutung der gewerblichen Händler mit einem Umsatz von mehr als 10.000 US-Dollar bei eBay für den europäischen Handel zu analysieren. Es wurden internationale Handelsströme und das Exportverhalten untersucht, wobei der Handel bei eBay auch mit dem traditionellen, stationären Einzelhandel verglichen wurde.

Wichtigstes Ergebnis der Studie ist, dass Marktplätze wie eBay auch kleinen Online-Unternehmen bessere Chancen einräumen, im Wettbewerb mit etablierten Playern zu bestehen. Mehr als 130.000 Online-Händler mit einem über eBay erworbenen Umsatz von jeweils mehr als 10.000 US-Dollar sind seit der Finanzkrise im Jahr 2011 neu zum Stamm der eBay-Verkäufer in Europa hinzugekommen. Sie repräsentieren einen Umsatz in Höhe von fast 18,5 Milliarden Euro.

94 Prozent der bei eBay in Deutschland aktiven gewerblichen Händler exportieren ins Ausland – dies sind im Vergleich zum stationären Handel, wo lediglich 16 Prozent der Unternehmen exportieren, deutlich mehr. Online-Händler in Deutschland versenden ihre Waren überwiegend in die Nachbarländer innerhalb Europas (41 Prozent). Rund ein Viertel der Händler (23,7 Prozent) beliefert Kunden auf zwei Kontinenten, 15,7 Prozent der Händler verkaufen an Kunden auf drei Kontinenten und fast jeder Fünfte (19,6 Prozent) handelt mit Käufern auf vier oder mehr Kontinenten. Somit liegt Deutschland 15 Prozent über dem Durchschnitt bei den Exporten und damit an der Spitze beim inner-europäischen Handel – kein anderes Land exportiert anteilig so viel in andere Länder der EU.

Die Größe der Unternehmen spielt in einer Welt der technologischen Plattformen eine geringere Rolle als im traditionellen Offline-Handel. 2014 waren im stationären Handel die oberen fünf Prozent aller Unternehmen nach Größe für 82 Prozent der Exporte verantwortlich. Im Online-Handel haben die oberen fünf Prozent aller Unternehmen nach Größe im vergangenen Jahr gerade einmal 61 Prozent der Exporte ausgemacht.

Die gewerblichen Händler bei eBay in Deutschland haben in 2014 insgesamt an Käufer in 208 Märkten versandt. Im Durchschnitt belieferten die exportierenden deutschen Online-Händler je 14 Länder. Gewerbliche Händler in der gesamten EU, die erst seit 2011 am Markt sind, erreichten mit ihren Lieferungen ins Ausland innerhalb eines Jahres einen Anteil von 14 Prozent am gesamten Exportmarkt. Im Vergleich dazu erreichen junge, traditionell handelnde Unternehmen innerhalb eines Jahres lediglich einen Anteil von 3 Prozent am gesamten Exportmarkt.

Auf Marktplätzen wie eBay sind die Transaktionskosten für Händler vier- bis fünfmal geringer als im Offline-Handel – davon profitieren auch die deutschen Online-Händler. Während Daten der Weltbank belegen, dass nur 15 Prozent der offline tätigen Unternehmen auch drei Jahre nach ihrer Gründung noch in andere Länder exportieren, haben mehr als 71 Prozent der exportierenden eBay-Händler ihre Angebote im gesamten Zeitraum von 2011 bis 2014 an Käufer im Ausland exportiert.

„Bereits seit vielen Jahren ermöglicht eBay es den Online-Händlern weltweit zu jeder Zeit Millionen von Konsumenten zu erreichen und so auch vom grenzüberschreitenden Handel zu profitieren“, kommentiert Dr. Stephan Zoll, Deutschland-Chef von eBay. „Die nun vorliegende Studie zeigt, dass Marktplätze wie eBay im Vergleich zur Offline-Welt einen echten wirtschaftlichen Mehrwert leisten und nachhaltigen Geschäftserfolg sichern.“

eBay unterstützt die Verkäufer beim grenzüberschreitenden Handel mit seiner globalen Plattform, mit internationalen Versandlösungen und Übersetzungstechnologien.

Die Studie untersuchte Transkationen auf dem eBay-Marktplatz im Zeitraum von 2010 bis 2014. Als gewerbliche Online-Händler wurden hierfür Händler mit einem Umsatz von mehr als 10.000 US-Dollar (rund 9.000 Euro) bei eBay in mindestens einem der Jahre 2010 bis 2014 betrachtet.

Infographic_Germany_in_German-01-web
Quelle: eBay

eBay plant die Einführung eines neuen Marketingtools für Verkäufer, die den Mindeststandard „Überdurchnittlich“ erfüllen. In den nächsten Wochen soll das Pilotprojekt „Promoted Listings“ bei eBay starten, an dem ausgewählte Händler teilnehmen können.
eBay Verkäufer, die die Voraussetzungen erfüllen, können zwischen 1% – 20% des Angebotspreises auf einen Werbeplatz bieten, zahlen aber nur, wenn der Artikel sich über die Promotion auch erfolgreich verkauft.
Diese neue Art der Promotion soll nur Verkäufern zur Verfügung stehen, die mindestens den Servicestatus „Überdurchschnittlich“ erreichen. Damit soll verhindert werden, dass Verkäufer, die die Mindeststandards nicht erfüllen, sich über die Promotion nach oben schmuggeln. Die Verkäufer müssen zudem einen Shop besitzen und es können nur Festpreisangebote beworben werden,die in größerer Stückzahl zur Verfügung stehen.
Die „Promoted Listings“ sollen an erster Stelle über den organischen Suchergebnissen stehen, allerdings sollen während des Pilotprojektes auch andere Positionierungen getestet werden.
Das Pilotprojekt startet mit Verkäufern aus Deutschland,Großbritannien, den USA und Australien und ist in den USA (und damit vermutlich auch auf den anderen Marktplätzen) auf die Kategorie „Elektronik“ beschränkt:
(Cell Phones & Accessories, Consumer Electronics, Computers/Tablet & Networking, Video Games & Consoles and Cameras & Photo.)
Auf eBay.com ist bereits eine Landingpage online.

20150526_eBay_Advertising_Oliver-Goldowski_300dpi„Oliver Goldowski blickt auf langjährige wertvolle Erfahrungen im Marketing und Account Management zurück“, erklärt Mike Klinkhammer, Managing Director eBay Advertising in Deutschland. „Mit ihm gewinnen wir einen erfahrenen Ansprechpartner für eBay Advertising, der sowohl das Geschäft der Publisher als auch die Bedürfnisse der Anzeigenkunden bestens kennt.“

Vor seinem Wechsel zu eBay Advertising war Oliver Goldowski als Senior Key Account Manager bei der Direktmarketing-Agentur promio.net für die Entwicklung von Kundenbeziehungen und crossmedialen Kampagnen verantwortlich. Zuvor leitete er bei inzumi, einem Frankfurter Informationsvermittlungsdienstleister, den Bereich Produktmarketing und Vertrieb. Dort baute er unter anderem das Mandantenportfolio auf und entwickelte Vertriebsstrategien für das Startup. Weitere Stationen von Oliver Goldowski waren meinestadt.de, IP Deutschland sowie RTL Television und RTL Interactive in Köln.

Quelle: eBay

Soziale Medien wie Blogs, Kurznachrichtendienste oder soziale Netzwerke prägen zunehmend die Kommunikation deutscher Unternehmen. Einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands BITKOM zufolge benutzen drei von vier Unternehmen (75 Prozent) Social Media für die interne und externe Kommunikation. Der aktualisierte BITKOM-Leitfaden Social Media hilft Unternehmen, soziale Medien strategisch einzusetzen. „Social Media ist viel mehr als Marketing und PR. In den vergangenen Jahren hat sich im Kundenservice, in der Produktentwicklung und in der internen Kommunikation hier sehr viel getan. Soziale Medien sind mittlerweile aus Unternehmen nicht mehr wegzudenken“, sagt Tobias Arns, Social-Media-Experte des BITKOM.

Die jetzt veröffentlichte dritte Auflage des Leitfadens erklärt auf mehr als 90 Seiten Schritt für Schritt, was beim Einsatz sozialer Medien zu beachten ist. Anhand von Checklisten können Unternehmen ihre interne und externe Kommunikation über Social Media optimieren sowie die damit verbunden Change-Management-Prozesse planen. Als Überarbeitung der vorherigen Ausgabe beinhaltet die dritte Auflage auch neue Kapitel zu Themen wie Crowdsourcing und Customer Relationship Management (CRM). Zudem informiert der Leitfaden über grundlegende Verhaltensrichtlinien für Mitarbeiter in sozialen Netzwerken, auch bekannt als Social Media Guidelines. Mit über 60.000 Downloads hat sich der Leitfaden Social Media in Deutschland seit 2010 als Standardratgeber für den unternehmerischen Einsatz sozialer Medien etabliert.

Der neue Leitfaden Social Media steht auf der BITKOM-Homepage unter http://www.bitkom.org/de/publikationen/38337_66014.aspx zum kostenlosen Download bereit.

Quelle: BITKOM

Mit den Links und Leseempfehlungen der Woche läute ich das letzte lange Wochenende vor Weihnachten ein:

e-Commerce

Logistik: Umsonst ist nicht genug
Via: etailment

Alibaba-Gründer Jack Ma: Der Mann, der Ebay besiegte
Via: Handelsblatt

Content-Nutzer zu Käufern machen
Via: Internetworld

Schluss mit dem Chaos: Vergleichsplattform für Shopsysteme
Via: etailment

Authentifizierung: QR-Codes sollen Raubkopie-Dilemma bei Amazon-Rivale Alibaba lösen
Via: T3N

Marketing

Newsletter-Marketing: 10 Tipps für ein besseres Anmeldeformular
Via: T3N

SEA: Erfolgreicher verkaufen mit Google
Via: etailment

Recht

Markenbeschwerde bei Google kann wettbewerbswidrig sein
Via: Shopbetreiber-Blog

Häkchen-Setzung bei Einbeziehung von AGB im Online-Shop zwingend notwendig?
Via: It-Recht-Kanzlei

Müssen mit der neuen Ebay-Datenschutzerklärung die Rechtstexte geändert werden?
Via: Onlinehändler-News

Frohe Pfingsten!

Wie Ina Steiner heute berichtet, plant Amazon offensichtlich einen Marktplatz für Handgearbeites und würde damit in Konkurrenz zu Etsy und DaWanda treten.
Etsy Verkäufer berichten von der Einladung, sich bei Amazon anzumelden, um mit den neuesten Infos zum Launch des neu geplanten Marktplatzes versorgt zu werden.
Zwei Dinge bereiten den Verkäufern im Moment Sorge: Zum einen die recht hohe Amazon Gebühr, zum anderen die Erwartung, dass Amazon Artikel sehr schnell verschickt werden müssen.
Aber möglicherweise werden auf diesem neuen Marktplatz andere Regeln gelten.

Der Amazon Verifikationsprozess lässt nicht nur deutsche Händler verzweifeln. Auch in den Boards von Amazon UK beschweren sich Händler darüber, dass sich dieser Prozess zum Teil über Wochen oder auch über Monate zieht und manche Händler nach endlich überstandener Überprüfung gleich wieder erneut geprüft werden.
Das Team, das für die Verifikation zuständig ist, ist telefonisch nicht zu erreichen und Antworten auf Mails lassen lange auf sich warten.
Angeforderte Dokumente werden zum Teil ohne Begründung nicht anerkannt, von einigen Händlern werden Firmendokumente gefordert, die sie nicht vorlegen können, weil sie z.B. nur als Einzelunternehmen angemeldet sind. Einige Seller wurden bereits suspendiert.
Es sieht danach aus, als wüsste man bei Amazon nicht so ganz genau, wie man mit diesen neuen EU Richtlinien zu den Geldwäschebestimmungen konkret umzugehen hat.

Ein schönes Beispiel für gelebte Nächstenliebe ist derzeit bei Amazon zu beobachten:
Auf Platz 1 der Buchcharts steht aktuell der Titel „Willkommen im Meer“ von Kai-Eric Fitzner, der nicht zu den gesetzten Bestseller-Autoren gehört.
Der Autor hat einen Tag vor seinem 45.Geburtstag einen Schlaganfall erlitten und liegt seit dem im künstlichen Koma.
Nachdem seine Frau auf Facebook gepostet hatte, das ihr neben der Sorge um ihren Mann auch noch finanzielle Sorgen den Schlaf rauben, setzte eine Welle der Solidarität mit dem Ansturm auf „Willkommen im Meer“ auf Amazon ein. Jedes verkaufte Buch spült dringend benötigtes Geld in die Kasse und nimmt der Familie des Komapatienten wenigstens die große Sorge um die finanzielle Zukunft.
Platz 1 der Amazon Buchcharts bedeutet Verkäufe im deutlich 4-stelligen Bereich und auch wenn pro Buch nur knapp 3 Euro vor Steuern übrig bleiben, kommt auf diesem Weg doch einiges zusammen.
Inzwischen gibt es auch eine Unterstützerseite, für diejenigen, die gerne direkt helfen wollen.

Update
Willi hat in den Kommentaren darauf hingewiesen, dass auch Amazon die Hilfsbereitschaft unterstützt und auf die Provision verzichtet!

Es ist wesentlich teurer, einen Neukunden zu gewinnen, als einen Stammkunden zu halten, der seine Begeisterung im Idealfall mit anderen teilt.
Nur wie kann man Kunden begeistern und zu Fürsprechern machen?
Einige kreative Beispiele zur Kundenbindung liefert der Blog von Buffer.
Im letzten Jahr hat Buffer rund 1200 Dankeschön-Pakete an ausgewählten Kunden verschickt und dabei sehr viel Kreativität an den Tag gelegt.
Nach einer kurzen Recherche bei Twitter und Facebook hatte Buffer z.B. eine Kundin als Hundeliebhaberin identifiziert und so durfte sich der Hund dieser Kundin über ein Päckchen mit Leckerlis freuen. Die handgeschriebene Karte, die das Päckchen begleitet hat, enthielt die Bitte an den Hund, doch nett zu seiner Besitzerin zu sein.
Natürlich hat die stolze Hundebesitzerin sofort begeistert bei Twitter & Co darüber berichtet und damit tolle Werbung für Buffer gemacht.

Buffer betont, dass es nicht immer auf den Wert der Geschenke ankommt. Schon ein handgeschriebenes Dankeschön an ausgewählte Kunden kann Begeisterung auslösen.
Wichtig ist nur, dass der Kunde nicht zum Handeln aufgerufen wird, weil ein Brief mit der Bitte positiv zu berichten, leicht einen faden Beigeschmack bekommt. Wenn der Kunde begeistert ist, wird er auch ohne Aufforderung aktiv.