Ein Amazon Hausverbot bedeutete in der Konsequenz bisher, dass der Kunde, der von Amazon ausgeschlossen wurde, auch keinen Zugriff mehr auf seine digitalen Inhalte, wie z.B. Kindle Books hatte.
Das könnte sich in Zukunft ändern.
Das Oberlandesgericht Köln (AZ: OLG Köln 6 U 90/15) hat eine Klausel in den Nutzungsbedingungen von Amazon gekippt, die es Amazon gestattete, Kunden "Services auf der Website vorzuenthalten, Mitgliedskonten zu schließen oder Inhalte zu entfernen oder zu verändern" für den Fall, dass Kunden "gegen anwendbare Gesetze, diese Nutzungsbedingungen oder andere anwendbare Vertragsbedingungen oder Richtlinien verstoßen."
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Die Verbraucherzentrale NRW rät Kunden, denen Amazon den Zugang zu den digitalen Inhalten verwehrt, sich dagegen zu wehren und stellt für Betroffene einen Musterbrief zum Download zur Verfügung.
Amazon selbst gibt den Tipp, Inhalte, die Sie noch nicht heruntergeladen, beziehungsweise dauerhaft auf einem Gerät gespeichert haben, noch einmal herunterzuladen und zu speichern, um auch nach Kontoschließung Zugriff auf diese Inhalte zu behalten.