Auch wenn im Zusammenhang mit den " Erlebnisauktionen" von verschiedenen Anbietern wie Dealstreet, Idasworld, Snipster und Swoopo immer wieder der Hinweis " Alternative zu eBay " fällt- sie sind keine Alternativen zu eBay.

Das Geschäftsmodell ist ein völlig anderes.
Der entscheidende Unterschied:
Auch diejenigen, die leer ausgehen, zahlen!
Jedes Gebot kostet je nach Plattform 10 cent bis 50 cent - unabhängig davon, wer den Zuschlag erhält.

Preis raten

Eine Variante ist das " erraten" des niedrigsten Preises.
Der Bieter muss den Preis centgenau und konkurrenzlos erraten.
Wer also denkt, der niedrigste Preis wäre 1 cent, der steht damit sicher nicht alleine und gewinnt nicht, trotzdem zahlt er für sein " Gebot".

Angebotsverlängerung bei neu eingehenden Geboten

Bei der zweiten Variante steigen die Preise mit jedem abgegebenen Gebot, das für jeden Mitbieter kostenpflichtig ist.
Gehen neue Gebote ein, verlängert sich die Angebotsdauer.
So können Angebote, die eigentlich in wenigen Sekunden beendet sein sollten, wieder und wieder verlängert werden und den Bieter, der so kurz davor stand den Zuschlag zu erhalten, dazu verleiten erneut zu bieten.
Zocker können da schnell höhere Beträge für die einzelnen Gebote verlieren und gehen zum Schluß doch leer aus.
Der Meistbietende erhält den Zuschlag und zahlt den Preis, den der Artikel erreicht hat- zusätzlich zu den von ihm bereits abgegebenen Einzelgeboten.

Tester der Verbraucherzentrale beobachteten nun, dass bei Dealstreet von einem einzigen Bieter über 700 Gebote auf ein Iphone abgegeben wurden, ein anderer Bieter gab 1000 Gebote für ein Notebook ab.

Bei Swoopo investierte ein Bieter 290,40 Euro für ein Navigationsgerät im Wert von 213,95 Euro, ein anderer 106,30 Euro für einen Toaster im Wert von 76,95 Euro.

Das Geschäftsmodell rechnet sich. Für die Betreiber!
Dank der Vielzahl der ins Leere gehenden Gebote erzielen die Betreiber in der Spitze einen bis zu fünffach über den eigenen Vergleichspreisen liegenden Preis.
Und nicht nur das!
Nach Gebotsende bieten sie den Mitstreitern ( außer Snipster) die Artikel teilweise zum Direktkauf an und rechnen die abgegebenen Gebote an.
Dafür liegen die Direktpreise bei 40 von der Verbraucherzentrale getesten Produkten deutlich über den Vergleichspreisen im Netz.

Grundsätzlich muss man solche " Spaßauktionen" wohl als ein Spiel betrachten: Als reines Entertainment und Adrenalinkicker wie die Bezeichnung " Erlebnisauktion" schon sagt.
Nichts anderes, als wenn man sein Geld in einen " Daddelautomaten" wirft.
Viele Spiele gehen ins Leere und der Gewinner knackt den Jackpot, auch wenn er vielleicht vorher nie mitgespielt hat.

Eine Alternative zu eBay sind diese Plattformen aber nicht.
Quellen: verschiedene wie N-TV und Südkurier