In meinen Coachings werde ich ab und zu gefragt, ob ich in Twitter einen Nutzen für Onlinehändler sehe.
Zunächst einmal - was ist Twitter eigentlich?
Twittern heißt übersetzt " zwitschern."
Bei Twitter kann man Kurznachrichten mit 140 Zeichen an seine sogenannten " Followers " senden.
Über das Internet ist dieser Dienst kostenlos. Man meldet sich an, loggt sich in seinen Account ein und twittert los.
" Follower " sind sozusagen "Fans", die mir bei Twitter " folgen " und wissen wollen, was ich in 140 Zeichen zu sagen habe.
Die 140-Zeichen - Nachrichten, die ich bei Twitter hinterlasse sind sogenannte " Tweets".
Jeder kann sich als " Follower" eintragen und bekommt dann meine " Tweets" zu lesen.
Richtig bekannt wurde Twitter vermutlich durch den amerikanischen Wahlkampf. Barack Obama nutzte Twitter für seinen Wahlkampf und sammelte bis heute über 2 Mio " Followers".
Er selbst " folgt " knapp 760.000 anderen " Twitteren".
Rein theoretisch bedeutet das, dass täglich über 2 Mio " Follower " lesen was Barack Obama zu " twittern" hat und er wiederum liest, was über 760.000 andere " Twitterer " zu twittern haben.
Das ist natürlich Quatsch, denn Barack Obama wird sicher nicht täglich die Nachrichten von 760.000 "Twitterern" lesen.
Viele Stars, Sportler, Politiker nutzen Twitter um die Fans über alle möglichen News zu informieren.
Hier einige wirklich willkürlich ausgewählte nationale und internationale Beispiele:
Lance Armstrong
Peter Maffay
Arnold Schwarzenegger
Britney Spears
Reiner Calmund

Trägt man sich also z.B. bei Britney Spears als " Follower" ein, kann man täglich in seinem Twitter Account lesen was Britney der Welt mitzuteilen hat.
Hat man keine Lust mehr Britney zu folgen, trägt man sich einfach wieder aus und bekommt keine Nachrichten mehr von ihr.
Twitter Nachrichten werden in Echtzeit übertragen. Wenn ich jetzt twittere, können meine Follower meine Tweets sofort lesen.
Im Iran-Konflikt ist Twitter einer der wichtigsten Nachrichtenkanäle und auch bei anderen aktuellen Ereignissen wie z.B. der Notlandung im Hudson River oder der Todesnachricht von Michael Jackson kann man diese Nachrichten bei Twitter oft schon lesen, bevor die News offiziell bestätigt sind. Insofern wird Twitter auch völlig zurecht als " Nachrichtendienst" bezeichnet.
Ein " Twitterer" ist immer in der Nähe oder bestens informiert und so werden die Nachrichten dann in Windeseile im Schneeballsystem über Twitter verbreitet. Der erste twittert und andere twittern weiter.
In der Nacht als die Nachricht von Michael Jacksons Tod kam, ist Twitter ständig zusammengebrochen, aber viele - auch ich - haben versucht über Twitter die neuesten Meldungen zu bekommen.
Man kann nicht nur die Nachrichten derjenigen lesen, denen man folgt, sondern auch nach bestimmten Stichworten suchen und bekommt so viele brandaktuelle Meldungen.
Seit gestern ist genau diese Schnelligkeit in der Kritik.
Bei einer Geiselnahme in Schwalmtal, bei der drei Menschen erschossen wurden, hörte ein " Twitterer" den Polizeifunk ab und veröffentlichte sofort alle ( geheimen ) Informationen.
In diesem Fall hat Twitter sich als Sicherheitsrisiko für alle Beteiligten erwiesen, weil Geiselnehmer natürlich so über die von der Polizei geplanten Schritte informiert werden.

Nun gibt es Menschen, die twittern ununterbrochen und die " Follower" kommen mit dem Lesen kaum hinterher.
Sie twittern jeden einzelnen Handgriff den sie gerade erledigen, wie z.B. " koche gerade Kaffee und überlege ob ich ein Marmeladentoast esse."
So in der Art.
Viele eBayverkäufer twittern ihre komplette Angebotspalette.
Dann gibt es wieder Twitterer, die nur " twittern" wenn sie wirklich etwas zu sagen haben.

Und da liegt glaube ich der Punkt. Für mich jedenfalls.
Ich persönlich will meine " Follower" nicht nerven und twittere nur dann, wenn ich etwas wichtig oder erwähnenswert finde oder vielleicht noch wenn ich eine Weile nicht getwittert habe und nicht in Vergessenheit geraten will.
Ich selbst folge auf der anderen Seite nun denen, die wirklich etwas zu sagen haben.
Twitterer, von denen ich täglich 5 Tweets mit "uninteresanten News" bekomme, fliegen bei mir raus.
Wenige Ausnahmen dulde ich im Moment - einfach weil ich die Menschen hinter den Accounts persönlich kenne und mag, aber die Grenze ist bald erreicht und dann werde ich ihnen bei Twitter nicht mehr folgen.
Ich möchte wirklich meine Zeit nicht damit verbringen, zu erfahren, ob jemand gerade einen Kaffee kocht.
Ich möchte interessante News und mehr nicht.
Bevor ich jemandem folge, schaue ich mir an, wie viele Tweets er täglich absetzt. Sind es mehr als drei, nehme ich ihn gar nicht mehr auf- es sei denn diese drei Tweets sind wirklich interessant, aber das ist eher selten.
Je mehr Twitterern man folgt, desto mehr Nachrichten bekommt man und da möchte ich von Anfang an wirklich nur die wichtigen herausfiltern. Twittern einige zu viel, finde ich die wichtigen Nachrichten nicht mehr schnell genug und daher fliegen die " Vieltwitterer" raus.
Es hat sich bei Twitter allerdings ähnlich wie bei XING eingebürgert möglichst viele " Kontakte = Follower" zu sammeln.
Ich halte das für unsinnig.
Wichtig ist es Kontakte zu haben, die einen " lesen" und Kontakte zu haben, die man selbst " liest."
In Deutschland steckt Twitter noch in den " Kinderschuhen".
Noch nutzen weniger als 100.000 Menschen in Deutschland Twitter.
Vermutlich wird Twitter in Deutschland überwiegend von Internet-Junkies und den " early adoptern " genutzt, dennoch sehe ich ein Potential für die Zukunft.

Obwohl ich bei Twitter für diese Webseite bisher nur 20 Tweets veröffentlicht habe, habe ich doch messbare Zugriffe über Twitter.
Ich werde also bei Twitter bleiben und kann jedem nur raten sich bei Twitter anzumelden.
Ich kann mir vorstellen, dass Twitter in Deutschland weiter wächst und da schadet es sicher nicht wenn man schon relativ "früh" dabei ist.
Um die Eingangsfrage zu beantworten:
Wenn man mit Twitter nicht übertreibt und seine " Follower" nicht langweilt oder verärgert, weil man ihnen kostbare Zeit mit zu vielen Tweets raubt, dann kann man sicher über Twitter auch Kunden generieren.
Hat man z.B. als Händler ein wirklich tolles Angebot kann man auch auf Twitter darauf hinweisen.
Selbst wenn mich ein Angebot persönlich nicht interessieren würde- wenn es bei einigen wenigen Angeboten bleibt , würde ich weiter folgen.
Erst wenn der " Twitterer" mit für mich uninteressanten Tweets ( Angeboten) übertreibt, würde ich ihm nicht mehr folgen.
Ich bin natürlich noch kein Twitter-Profi, insofern ist das nur meine eigene persönliche Erfahrung und meine Einschätzung zu Twitter.
Sicher könnte man über Twitter noch vieles mehr schreiben, aber dieser Artikel sollte lediglich die Frage klären, ob man überhaupt ins Boot steigen sollte. Ja! Schaden wird es auf keinen Fall!
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