Ende August eröffnete Wal-Mart einen eigenen " Online-Marktplatz" auf dem auch externe Verkäufer Produkte anbieten können und erteilte damit eBay und Amazon eine Kampfansage. Hier hatte ich darüber berichtet.
Jetzt - nur drei Monate nach dem Start - tobt bereits der Preiskrieg.
Wal-Mart.com ist entschlossen der größte Shopping-Plattform Betreiber im Netz zu werden und den Konsumenten wird es zunächst freuen.
Nachdem aktuelle Bestseller, die üblicherweise für 25 Dollar und mehr angeboten werden, bei Walmart für 10 Dollar " verramscht" wurden, hat Amazon sofort reagiert und ebenfalls die Preise gesenkt.
Stunden später hat Walmart erneut die Preise gesenkt und die angepassten Preise von Amazon ein weiteres Mal unterboten.
Sears, ein weiterer Wettbewerber mit einem eigenen " Online-Marktplatz" , mischt in diesem Krieg auch mit und bietet allen Kunden, die bei Amazon, Target oder Walmart eine neu erschienene DVD gekauft haben, einen Einkaufsgutschein in gleicher Höhe an, wenn die Kunden sich bei Sears registrieren und den Kassenbon mailen.
Bei dem Kampf der Giganten können kleinere ( eBay) Händler gar nicht mehr mithalten und bleiben auf der Strecke.
Kurzfristig wird es den Kunden freuen wenn er derjenige ist, der von diesem Preiskampf profitiert- bis er vielleicht seinen Arbeitsplatz verliert, weil sein Arbeitgeber in dieser Preiskampfliga nicht mitspielen kann oder will.
Langfristig ist dieser Kampf eine Kastrophe und ich kann nur hoffen, dass diese Welle nicht nach Deutschland übergreift.
Mit einem kleinen Seitenhieb auf Amazon und Walmart hat eBay CEO John Donahoe auf der diesjährigen shop.org Konferenz verkündet, dass eBay nicht in Konkurrenz zu seinen Verkäufern treten wird.
John Donahoe gab auf der Konferenz klare Statements ab:
" eBay ist kein Verkäufer, wird nie ein Verkäufer sein und wird nicht mit den eBay-Verkäufern konkurrieren. eBay wird z.B. kein Online-Schuhgeschäft kaufen ( Amazon hatte vor kurzem für rund eine Milliarde Dollar das Online-Schuhgeschäft Zappos gekauft), und eBay wird keine Eigenprodukte entwickeln und verkaufen.
eBay wird auch die Daten der Verkäufer nicht nutzen um mit ihnen zu konkurrieren.
eBay wird ein Marktplatz bleiben, der nicht in Konkurrenz zu seinen Verkäufern steht.
Klare Worte!
Amazon hatte in der letzten Woche mit der Einführung einer Eigenmarke AmazonBasics für Aufsehen gesorgt.
Dabei ist das nicht die erste Eigenmarke, hinter der Amazon selbst steht.
Bereits seit 2004 bietet Amazon unter dem Namen Strathwood Gartenmöbel und Outdoor-Gegenstände an. Strathwood wird auch über andere Online-Händler angeboten, abgewickelt wird jedoch immer über Amazon.
Selbst eBay-Händler, die Strathwood Produkte bei eBay verkaufen, wickeln den Verkauf über Amazon ab.
Auch bereits seit 2004 gibt es die Amazon.com Collection Schmuckkollektion, die mit fast 50.000 Produkten z.Zt. die umfangreichste Produktpalette der Amazon Eigenmarken stellt.
Eine weitere Eigenmarke von Amazon ist Pike Street, eine Billigmarke unter der Bettwaren verkauft werden.
Auch Pinzon ist seit 2005 eine Eigenmarke von Amazon. Unter diesem Label verkauft Amazon u.a. Handtücher, Bettwäsche, Küchenutensiien und Möbel.
Im Bereich " Werkzeug" ist Amazon unter dem Label Denali aktiv.
Hier kann eBay also tatsächlich punkten, denn ich bin sicher, dass die eBay-Verkäufer in absehbarer Zeit wirklich keine Konkurrenz von eBay zu erwarten haben, während Amazon die Geschäfte mit den Eigenmarken weiter ausbauen wird und damit in der Tat mit den externen Marketplace-Anbietern konkurriert.
Wie ich hier bereits vermutet habe, ist nach dem erfolgreichen Start von Walmart Marketplace mit Sears nun der nächste große amerikanische Einzelhändler mit einem Marktplatz für externe Verkäufer an der Start gegangen.
Bei Sears sind nun auch die Gebühren für externe Verkäufer angegeben:
Für externe Verkäufer werden monatlich pauschal $39.99 Einstellgebühren und dann je nach Kategorie 7% bis 20% Verkaufsprovision fällig.
Ich denke jetzt könnte die Lawine ins Rollen kommen und den Onlinemarkt revolutionieren.
Seit heute hat Walmart , der größte Einzelhändler der Welt, in USA seine eigene Seite für ausgesuchte Verkäufer geöffnet, die dort in bestimmten Kategorien Artikel einstellen können.
Walmart wählt die Verkäufer basierend auf ihrem guten Ruf und einem großen Sortiment an Markenartikeln aus.
Alle Käufe werden zunächst über den Walmart Check-Out abgewickelt, dann übernimmt der externe Händler sowohl den Support als auch den Versand und die Reklamationsabwicklung.
Heute - beim Start dieses neuen Marktplatzes - hat Walmart aktuell bereits fast eine Million Artikel von externen Händlern im Angebot. Das Modell soll im nächsten Jahr weiter ausgebaut werden.
Die Idee dahinter ähnelt natürlich auf den ersten Blick dem Amazon Geschäftsmodell, könnte aber wenn dieses Modell Schule macht, insgesamt eine revolutionäre Entwicklung im e-commerce einleiten und neben Amazon eine weitere ernstzunehmende Konkurrenz für eBay darstellen.
Im Gegensatz zu Amazon ist Walmart der größte Einzelhändler der Welt, der zusätzlich online verkauft.
Hier muss kein neuer Internet - Marktplatz aufgebaut werden, es wird die bestehende Handelsplattform genutzt und ausgebaut. Das Rad muss also nicht neu gebaut werden, es ist bereits erfolgreich am Markt etabliert und nun können auch externe Händler davon profitieren.
Vergleichbar wäre dieses Modell, wenn z.B. Quelle / Karstadt, Schlecker oder Tchibo u.a. ihre Shops für externe Verkäufer öffnen würden.
Die Idee dahinter finde ich sehr interessant.
Sowohl für Käufer als auch für Verkäufer und den Betreiber einer etablierten Handelsplattform entsteht eine Win-Win-Situation.
Die Käufer bekommen ein größeres Sortiment angeboten, das wiederum ist für den Betreiber der Handelsplattform ein großer Vorteil und der externe Verkäufer kann alle Vorteile einer etablierten Handelsplattform und einer eingeführten Marke inklusive Kundenstamm nutzen.
Der Name " Walmart-Marketplace" ist wohl als eine Kampfansage an eBay zu verstehen und ich könnte mir gut vorstellen, dass dieses Modell eBay in Zukunft zu schaffen machen wird.
Wenn - und auch das kann ich mir durchaus vorstellen - andere große Firmen in USA wie Dell, Apple, Sears, Staples u.a. dem Beispiel folgen, wird das auch in Europa Konsequenzen haben.


