Lange angekündigt war es heute soweit: Um 13.00 Uhr wurde die Auferstehung von Quelle.de gefeiert.
Knapp zwei Jahre nach der Insolvenz ist Quelle mit einem neuen Geschäftsmodell zurück.
Quelle startet als offener Marktplatz für Händler, die ihre Produkte bei Quelle anbieten und übernimmt dabei die Geschäftsabwicklung von Kommunikation über Kundenbetreuung bis hin zur Bezahlung.
Der Händler, der für Lagerung und Lieferung zuständig ist, zahlt an Quelle eine Provision von bis zu 15 %.
Auf der Plattform von Quelle werden aktuell 250.000 Artikel aus den Kategorien " Elektronik", " Garten & Baumarkt", " Sport & Hobby" und Wohnen angeboten. Eine Million Artikel sollen es in Kürze werden.
Otto hat sich für die geplante Auferstehung von Quelle einen erfahrenen Manager an Bord geholt.
Tim von Törne war deutscher Geschäftsführer von Skype und Mitbegründer des Telefondienstes Cellity.
Seit mehr als 10 Jahren widmet er sich dem Aufbau von erfolgreichen E-Commerce Unternehmen.
Nun stellt sich der E-Commerce-Spezialist von Törne einer neuen Herausforderung.
Ab 2011 soll er den neuen Onlinemarktplatz quelle.de aufbauen.
Schwerpunkt bei Quelle werden die Sortimente Technik und Living sein.
Bei quelle.de sollen aber auch Großelektrogeräte der ehemaligen Quelle-Marke Privileg & Whirlpool angeboten werden.
Der Marktplatz wird auch Drittanbietern als Verkaufsplattform zur Verfügung stehen.
Neuer geplanter Online-Marktplatz: Quelle.de - Otto nimmt eBay & Amazon ins Visier
Mich persönlich erinnert die verdeckte Ankündigung der Otto Gruppe eBay & Amazon zeigen zu wollen, wie e-Commerce gemacht wird, an den Start von Quelle bei eBay im Jahr 2003!
Auch Quelle hatte damals laut getönt innerhalb eines Jahres der " größte Powerseller" von eBay Deutschland zu werden.
Was daraus geworden ist, wissen wir alle!
Aber gut- warten wir es ab!
Wie sieht der Otto - Plan aus?
Die aus der Insolvenz gekaufte Quelle soll Anfang 2011 neu belebt werden.
Wie das gehen soll?
Ganz einfach:
Quelle.de soll mit den Schwerpunkten Technik und Living als neuer Online-Marktplatz auferstehen.
Händler & Markenfirmen sollen dann die neue Quelle Plattform - wie bei eBay & Amazon - als Verkaufsplattform nutzen.
Nebenbei wird Otto über diese "Quelle" das Eigenmarkengeschäft ankurbeln und Großelektrogeräte der Marke Privileg & Whirlpool anbieten.
Es ist schon das zweite Mal in diesem Monat, dass mich Otto Ankündigungen verwundern:
Die erste war diese: Otto will bis 2012 Marktführer der Shopping-Clubs werden.
Um diese Ankündigung Wirklichkeit werden zu lassen, müssten sich mehr als 50 % der Bevölkerung in der anvisierten Zielgruppe bei der Otto Tochter Limango anmelden. Ein ehrgeiziges Ziel!
Nun ist Otto aber ein durchaus ernstzunehmendes Unternehmen, das weltweit sehr erfolgreich ist und Otto ist auch kein Newcomer, der völlig unbedarft in den Markt eintritt - auch das darf man natürlich nicht vergessen.
Insofern warte ich die Entwicklung sehr gespannt ab!
Morgen früh um 06.00 Uhr sollte der Quelle Ausverkauf im Netz starten, allerdings hat Quelle den Abverkauf ohne Vorankündigung bereits heute gestartet!
18 Milllionen Artikel stehen zur Verfügung.
Der Zeitpunkt ist für alle anderen Onlinehändler denkbar ungünstig gewählt!
Wenn vor dem Start des Weihnachtsgeschäftes 18 Millionen Artikel aus vielen Bereichen auf den Markt kommen und dort " verramscht " werden, hat das sicher auch Auswirkungen für andere Onlinehändler.
Bisher war Quelle keine Konkurrenz für die meisten Händler- dafür war Quelle zu teuer.
Jetzt gibt es im " 1. Run " Rabatte von 10 - 30 %, die im Warenkorb abgezogen werden und ich vermute, dass die nächste Preissenkung erforderlich werden wird, um das Lager wirklich innerhalb kürzester Zeit zu räumen.
Das erhöht natürlich schlagartig das Angebot am Markt und da die Nachfrage sich nicht entsprechend erhöhen wird, werden andere Händler das sicher zu spüren bekommen! Und das ausgerechnet vor dem Weihnachtsgeschäft!
Unsicherheitsfaktor ist im Moment die Webseite von Quelle, die dem Ansturm nicht gewachsen sein dürfte.
Schon bei der ersten Meldung vom Quelle Aus brach die Webseite zusammen.
In den ersten " Ausverkaufstagen" dürfte der Ansturm noch einmal deutlich höher werden.
Für Käufer gilt:
Keine Vorkasse- hier könnte es unter Umständen Probleme geben, falls man das Produkt zurücksenden möchte. Also Zahlung per Rechnung.
Bei technischen Produkten ist ebenfalls Vorsicht geboten- besonders bei Quelleeigenen Marken wie Privileg!
Gibt es Privileg nicht mehr ist auch niemand für eventuelle Gewährleistungsansprüche zuständig.
Buy.com ist ein Online-Händler mit Hauptsitz in Aliso Viejo, Kalifornien und wurde bereits 1997 gegründet.
Das Kernsortiment besteht aus Computern, Elektronikartikeln und Software.
In USA hat buy.com nach eigenen Angaben bereits mehr als 10 Mio Kunden und gilt als einer der führenden Online-Händler.
Nun folgt die Expansion nach Deutschland. Neben dem Onlineshop soll auch eBay als Verkaufskanal genutzt werden.
Bei eBay.com hat Buy ein Profil von fast 1.000.000 Bewertungspunkten und gehört damit weltweit zu den TOP 5 nach Bewertungspunkten.
Der deutsche Start ist nach meiner Ansicht sowohl bei ebay als auch im Onlineshop stark optimierungsbedürftig.
Der Onlineshop ist am 21.10. an den Start gegangen, allerdings scheinen mir die Übersetzungen noch nicht ganz ausgereift zu sein.
Produktinformationen gibt es in " Denglisch", also teils deutsch, teils englisch wie z.B. bei diesem Artikel.
Passend fand ich die Information, dass Buy.com in Deutschland mit verschiedenen Firmen u.a. mit Quelle im Wettbewerb steht.
Die vollmundigen Ankündigen von buy.com den deutschen Markt erobern zu wollen, erinnern mich etwas an den eBay-Start von Quelle und der nie eingelösten Ankündigung innerhalb eines Jahres der größte deutsche Powerseller zu werden.
Buy.com stellt sich nun selbst mit Quelle auf eine Stufe und wo Quelle heute steht wissen wir in Deutschland alle - in USA scheint die Info noch nicht angekommen zu sein.
Fazit: Buy.com legt einen denkbar schlechten Start für die Eroberung des deutschen Marktes hin.




