Heute gab es zunächst widersprüchliche Meldungen, ob Amazon auch in Zukunft daran festhalten wird, die Preisparität durchzusetzen.
Jetzt hat sich das Bundeskartellamt in einer Pressemeldung dazu geäußert:

Amazon hat dem Bundeskartellamt mitgeteilt, dass das Unternehmen beabsichtigt, die Preisparität auf dem Amazon Marketplace nicht mehr durchzusetzen. Danach müssen Händler jedenfalls auch bei Amazon den jeweils günstigsten Preis anbieten. Nach der Mitteilung sind die entsprechenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen für einen Teil der Händler bereits geändert worden.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Das Bundeskartellamt bewertet derzeit, ob die Maßnahmen nach Form, Inhalt und Umfang ausreichen, das Verfahren gegen Amazon insoweit zu erledigen. Hierfür ist unter anderem erforderlich, dass das Unternehmen von der Preisparität endgültig Abstand nimmt und auch nach den Umständen keine Wiederholungsgefahr mehr besteht. All dies ist derzeit noch Gegenstand unserer Prüfung.“

Hood hatte Amazon 2002 wegen der Preisparitätsklausel verklagt.

Amazon kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Nach dem umstrittenen ARD Bericht über Amazon Leiharbeiter gerät Amazon erneut in die Schußlinie.
Wie Spiegel Online berichtet, will das Bundeskartellamt 2400 Händler zu der von Amazon auferlegten Preisparitätsklausel befragen.
Die Preisparitätsklausel soll sicherstellen, dass Marketplace Anbieter ihre Produkte auf anderen Plattformen, zu denen neben eBay auch der eigene Onlineshop gehört, nicht günstiger anbieten, als bei Amazon.
Von Anfang an haben Händler sich gegen diese Klausel aufgelehnt, wer jedoch bei Amazon verkaufen wollte, hatte keine andere Wahl, als sich dem Diktat zu beugen.
Nun schaltet sich das Bundeskartellamt ein und schickt die Klausel auf den Prüfstand.
Offensichtlich hat man dort endlich erkannt, dass eine solche Klausel den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Plattformen einschränken kann und das günstigere Konditionen durch die Einschränkung nicht auch günstigere Preise für den Verbraucher bedeuten. Insbesondere neue und kleine Marktplätze haben dadurch gar keine Möglichkeit Reichweite zu erlangen.
So hatte der Betreiber des Online-Marktplatzes Hood bereits im November 2012 Klage gegen die Preisparitätsklausel von Amazon eingereicht.
Wenn das Bundeskartellamt diese Regelung als Wettbewerbsbehindernd einstuft, besteht für Händler nun die Hoffnung, dass die Klausel, fast drei Jahre nach der Einführung, wieder gestrichen wird.

Auch wenn die Weihnachtsmärkte locken und das Weihnachtsgeschäft volle Fahrt aufgenommen hat, kommen hier die Links und Leseempfehlungen für das Wochenende:

e-Commerce

Bestellbestätigungsseite optimieren: Danke und Tschüss
Via: Konversionskraft

Emotionale Kundenbindung durch Storytelling in Onlineshops
Via: Konversionskraft

Einkaufen „online“: Ist das ein Erlebnis?
Via: Usabilityblog

Amazon-Händler empfinden deren Preisparität als Frechheit
Via: Shopanbieter.de

Polens E-Commerce Markt mit überdurchschnittlichem Wachstum
Via: e-Commerce-Blog

Weihnachtsmarketing – Informationen & Kaufanreize Schlüssel zum Erfolg
Via: e-Commerce-Blog

Aufbau eines Online-Shops: Die “Must Haves” für eine wirkungsvolle und performante Produktsuche
Via: Meinstartup

Strategien zur Vermeidung von Auswahlretouren
Via: Shopbetreiber-Blog

Social Commerce

Social Selling – geht das?
Via: PR-Blogger

Social Media

Mit Social Media gegen miesen Service
Via: Spiegel

Max vs. Facebook: Showdown vor Gericht
Via: Gutjahr

Verstoß gegen Richtlinien: Facebook greift durch und entfernt Titelbilder
Via: Futurebiz

Google+ Produktmanager Bradley Horowitz bezeichnet Facebook als gescheitert
Via: Googlewatchblog

Die wichtigsten Facebook-Werbeformate im Überblick
Via: SMO14

SEO

53 Stimmen, wie SEO im nächsten Jahr aussehen wird
Via: Ranksider

Die SEO-Trends 2013 – Acht Thesen samt SEO-Rückblick 2012
Via: Seo-Scene

Recht

Nackte Tatsachen – Jugendschutz im Internet
Via: IT-Recht-Kanzlei

Double-Opt-In weiterhin gültig
Via: Gründerszene

OLG Köln zur PAngV: Interessantes Urteil zum Sternchenhinweis
Via: IT-Recht-Kanzlei

Schönes Wochenende und einen schönen 2.Advent!

Das Unternehmen Hood Media GmbH, Betreiber des Online-Marktplatzes www.Hood.de, lässt die von der Mitbewerberin Amazon Services Europe S.a.r.l, Luxemburg verwendete sog. Preisparitätsklausel gerichtlich überprüfen und hat Klage beim Landgericht Köln eingereicht. Auch das Bundeskartellamt hat nunmehr Ermittlungen gegen Amazon aufgenommen.

Amazon verwendet die Preisparitätsklausel auf dem von ihr betriebenen "Amazon Marketplace". Die Preisparität verpflichtet Händler dazu, ihre Produkte nirgendwo im Internet günstiger anzubieten als bei Amazon. In der Vergangenheit verlangten einige Händler auf Amazon höhere Preise als auf anderen Online-Marktplätzen oder dem eigenen Onlineshop, da sie die hohen Amazon-Verkaufsprovisionen auf den Verkaufspreis aufschlugen. Da Amazon seinen Händlern für den Verkauf von Waren 7-35% vom Verkaufspreis als Verkaufsprovision in Rechnung stellt, führt dies dazu, dass Anbieter, die auf Amazon Waren anbieten, auch in anderen Vertriebskanälen ihre Preise zukünftig anheben müssten.

"Amazon greift mit der sogenannten Preisparität massiv in die freie Preisgestaltung der Händler ein und verkauft dieses Preisdiktat dann noch als Kundenvorteil, während gleichzeitig die Preise durch hohe Gebühren nach oben getrieben werden. Klarer Verlierer ist nicht nur der Händler, sondern auch der Kunde, da er auch dann indirekt Amazons Verkaufsprovision zahlen muss, wenn er gar nicht über Amazon kauft. Langfristig würde dies zu steigenden Preisen in allen Onlinevertriebskanälen zu Gunsten Amazon führen.", so Gründer und Geschäftsführer von Hood.de, Ryan Hood.

Dies betrifft auch Hood.de: Viele Händler auf Hood.de bieten auch Waren über den Amazon-Marketplace an. Obwohl auf Hood.de beim Verkauf von Waren grundsätzlich keine Verkaufsprovision anfällt und der Händler dadurch auf Hood.de einen weitaus niedrigeren Preis verlangen könnte, muss er seine Preise nach oben korrigieren und an Amazon angleichen. So wird dem Händler verwehrt, eingesparte Kosten, insbesondere die Verkaufsprovision, in Form von günstigeren Preisen an seine Kunden auf Hood.de weiterzugeben.

Bei einem Verstoß gegen die Preisparitätsklausel droht dem jeweiligen Händler der Ausschluss vom Amazon-Marketplace. Amazon verfolgt die Durchsetzung der Preisparitätsklausel offensichtlich neuerdings sehr strikt - dies belegt zumindest eine Vielzahl von Hinweisen seitens der Händler. Aufgrund der marktbeherrschenden Stellung Amazons entscheiden sich Händler als Folge teilweise dazu, Mitbewerber von Amazon nicht mehr zu nutzen, selbst wenn die Nutzung dieser Marktplätze für die jeweiligen Händler von Vorteil wäre. Hierdurch haben Mitbewerber erhebliche Nachteile und können nicht mehr in den freien Wettbewerb mit Amazon treten.

"Die von Amazon vorgenommene Preisgestaltung über die sog. Preisparität widerspricht aus unserer Sicht geltendem Kartellrecht und ist auch aus lauterkeitsrechtlicher Sicht unzulässig. Sie wirkt als Festsetzung eines Mindestpreises für alle anderen Vertriebskanäle im Internet und führt ein einheitliches Preisniveau im gesamten Online-Vertrieb herbei. Es kommt daher zu einer unzulässigen Beschränkung des Wettbewerbs.", erläutert der Rechtsanwalt Dr. Stephan Bücker der Kanzlei Dettmeier | Rechtsanwälte, der die Hood Media GmbH in diesem Verfahren betreut.

Quelle: Hood

Am 31.März traten bei Amazon die neuen Regelungen zur Preisgestaltung in Kraft:
Amazon vs. eBay: Amazon fordert Preisparität – Verkäufer dürfen bei eBay nicht günstiger verkaufen!
Viele haben sich gefragt wie Amazon die Preise kontrollieren will.
Die naheliegende Vermutung der Verkäufer war, dass Amazon auf Meldungen der jeweiligen Wettbewerber hofft, die ja auch bei eBay oft nicht zimperlich miteinander umgehen.
Eine Idee habe ich gar nicht gehört, aber genau die setzt Amazon jetzt zunächst bei Amazon.com um:
Die Meldung von Käufern.
Auf den Angebotsseiten von Amazon.com haben die Käufer ( auch die Wettbewerber) jetzt die Möglichkeit schnell und unkompliziert Meldung zu machen, wenn sie den Artikel im Netz aber auch im stationären Handel günstiger gesehen haben.

In Deutschland habe ich das bis heute nicht entdeckt, aber das bedeutet nicht, dass es nicht kommen wird.
Abzuwarten bleibt natürlich auch wie Amazon die übermittelten Daten einsetzt.

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