Bei Amazon müssen Händler zukünftig etwas tiefer in die Tasche greifen, denn ab 4.April 2013 gelten bei Amazon neue Preise für den Verkauf auf der Amazon Plattform.

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*1.Die Provision wird auf die Gesamtsumme aus Artikelpreis, Steuern und Zollabgaben erhoben.
2. Die Provision wird auf die Gesamtsumme des Verkaufserlöses einschließlich Steuern, Zollabgaben, Geschenkverpackungen und Versandkosten erhoben.
3. 6 Monate Sonderangebot, gültig bis 5. August 2013

Händler, die ihre Produkte bei Amazon anbieten, dürfen ihre Artikel auf anderen Plattformen nicht günstiger anbieten. Auch wenn das Bundeskartellamt die Preisparitätsklausel von Amazon prüft, ist noch keine Entscheidung gefallen und so könnte Amazon für einige Händler nach der aktuellen Preiserhöhung als Vertriebsplattform uninteressant werden, es sei denn, sie könnten die höheren Preise umlegen und das wird selten der Fall sein.

Amazon kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Nach dem umstrittenen ARD Bericht über Amazon Leiharbeiter gerät Amazon erneut in die Schußlinie.
Wie Spiegel Online berichtet, will das Bundeskartellamt 2400 Händler zu der von Amazon auferlegten Preisparitätsklausel befragen.
Die Preisparitätsklausel soll sicherstellen, dass Marketplace Anbieter ihre Produkte auf anderen Plattformen, zu denen neben eBay auch der eigene Onlineshop gehört, nicht günstiger anbieten, als bei Amazon.
Von Anfang an haben Händler sich gegen diese Klausel aufgelehnt, wer jedoch bei Amazon verkaufen wollte, hatte keine andere Wahl, als sich dem Diktat zu beugen.
Nun schaltet sich das Bundeskartellamt ein und schickt die Klausel auf den Prüfstand.
Offensichtlich hat man dort endlich erkannt, dass eine solche Klausel den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Plattformen einschränken kann und das günstigere Konditionen durch die Einschränkung nicht auch günstigere Preise für den Verbraucher bedeuten. Insbesondere neue und kleine Marktplätze haben dadurch gar keine Möglichkeit Reichweite zu erlangen.
So hatte der Betreiber des Online-Marktplatzes Hood bereits im November 2012 Klage gegen die Preisparitätsklausel von Amazon eingereicht.
Wenn das Bundeskartellamt diese Regelung als Wettbewerbsbehindernd einstuft, besteht für Händler nun die Hoffnung, dass die Klausel, fast drei Jahre nach der Einführung, wieder gestrichen wird.

Das Unternehmen Hood Media GmbH, Betreiber des Online-Marktplatzes www.Hood.de, lässt die von der Mitbewerberin Amazon Services Europe S.a.r.l, Luxemburg verwendete sog. Preisparitätsklausel gerichtlich überprüfen und hat Klage beim Landgericht Köln eingereicht. Auch das Bundeskartellamt hat nunmehr Ermittlungen gegen Amazon aufgenommen.

Amazon verwendet die Preisparitätsklausel auf dem von ihr betriebenen "Amazon Marketplace". Die Preisparität verpflichtet Händler dazu, ihre Produkte nirgendwo im Internet günstiger anzubieten als bei Amazon. In der Vergangenheit verlangten einige Händler auf Amazon höhere Preise als auf anderen Online-Marktplätzen oder dem eigenen Onlineshop, da sie die hohen Amazon-Verkaufsprovisionen auf den Verkaufspreis aufschlugen. Da Amazon seinen Händlern für den Verkauf von Waren 7-35% vom Verkaufspreis als Verkaufsprovision in Rechnung stellt, führt dies dazu, dass Anbieter, die auf Amazon Waren anbieten, auch in anderen Vertriebskanälen ihre Preise zukünftig anheben müssten.

"Amazon greift mit der sogenannten Preisparität massiv in die freie Preisgestaltung der Händler ein und verkauft dieses Preisdiktat dann noch als Kundenvorteil, während gleichzeitig die Preise durch hohe Gebühren nach oben getrieben werden. Klarer Verlierer ist nicht nur der Händler, sondern auch der Kunde, da er auch dann indirekt Amazons Verkaufsprovision zahlen muss, wenn er gar nicht über Amazon kauft. Langfristig würde dies zu steigenden Preisen in allen Onlinevertriebskanälen zu Gunsten Amazon führen.", so Gründer und Geschäftsführer von Hood.de, Ryan Hood.

Dies betrifft auch Hood.de: Viele Händler auf Hood.de bieten auch Waren über den Amazon-Marketplace an. Obwohl auf Hood.de beim Verkauf von Waren grundsätzlich keine Verkaufsprovision anfällt und der Händler dadurch auf Hood.de einen weitaus niedrigeren Preis verlangen könnte, muss er seine Preise nach oben korrigieren und an Amazon angleichen. So wird dem Händler verwehrt, eingesparte Kosten, insbesondere die Verkaufsprovision, in Form von günstigeren Preisen an seine Kunden auf Hood.de weiterzugeben.

Bei einem Verstoß gegen die Preisparitätsklausel droht dem jeweiligen Händler der Ausschluss vom Amazon-Marketplace. Amazon verfolgt die Durchsetzung der Preisparitätsklausel offensichtlich neuerdings sehr strikt - dies belegt zumindest eine Vielzahl von Hinweisen seitens der Händler. Aufgrund der marktbeherrschenden Stellung Amazons entscheiden sich Händler als Folge teilweise dazu, Mitbewerber von Amazon nicht mehr zu nutzen, selbst wenn die Nutzung dieser Marktplätze für die jeweiligen Händler von Vorteil wäre. Hierdurch haben Mitbewerber erhebliche Nachteile und können nicht mehr in den freien Wettbewerb mit Amazon treten.

"Die von Amazon vorgenommene Preisgestaltung über die sog. Preisparität widerspricht aus unserer Sicht geltendem Kartellrecht und ist auch aus lauterkeitsrechtlicher Sicht unzulässig. Sie wirkt als Festsetzung eines Mindestpreises für alle anderen Vertriebskanäle im Internet und führt ein einheitliches Preisniveau im gesamten Online-Vertrieb herbei. Es kommt daher zu einer unzulässigen Beschränkung des Wettbewerbs.", erläutert der Rechtsanwalt Dr. Stephan Bücker der Kanzlei Dettmeier | Rechtsanwälte, der die Hood Media GmbH in diesem Verfahren betreut.

Quelle: Hood

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