Wer im Netz unterwegs ist, muss grundsätzlich damit rechnen von Mitbewerbern oder auch von interessierten Mitmenschen gescannt zu werden.
Ob Traffic, Top Keywords, Top Artikel, Google Rankings - für jeden Spion gibt es das passende Tool und die Nutzung solcher Tools ist durchaus sinnvoll, wenn man eigene Produkte erfolgreich am Markt positionieren will.
Die klassischen eBay Analyse-Tools "baywotch.de" und terapeak.de lesen neben den Top-Artikeln eines Verkäufers auch dessen Umsätze (und noch vieles mehr!) aus.
In der Regel werden solche Tools zur Marktanalyse eingesetzt und das aus vielfältigen Gründen: z.B. um seinen eigenen Account im Vergleich zum Wettbewerb zu analysieren und Optimierungen vornehmen zu können, oder um die Nachfrage für ein neues Produkt besser einschätzen zu können.
Diese Tools verraten mir, was sich gut verkaufen lässt und sie stöbern die Verkaufsschlager in den einzelnen Kategorie auf!
Natürlich ist es vielen Verkäufern ein Dorn im Auge, wenn die Mitbewerber die Umsätze quasi auf dem Silbertablett präsentiert bekommen, aber selbst ohne diese unterstützenden Tools könnte man alle wichtigen Informationen bei eBay einsammeln. Es würde nur länger dauern.
Für Verkäufer, die viel mit diesen Tools arbeiten sind sie ein Segen, weil sie helfen die richtigen Entscheidungen bei der Produktauswahl zu treffen und bereits gelistete Artikel durch ständige Analysen & entsprechende Optimierungen "in der Spur halten".
Aber die Einsatzmöglichkeiten sind sehr viel vielfältiger als man vermuten möchte:
Im letzten Jahr hatte ich einen säumigen Zahler, mit dem ich leider die komplette Prozedur von der Mahnung, über den Mahnbescheid bis hin zum Vollstreckungsbescheid durchlaufen musste.
Nun wusste ich - der eBay Transparenz sei Dank -, dass bei eBay ganz offiziell ein gewerblicher Account auf seinen Namen angemeldet war, über den auch Umsätze generiert wurden und beautragte den Gerichtsvollzieher dem Schuldner eine eidesstattliche Versicherung abzunehmen.
An sich habe ich nicht damit gerechnet, dass der Schuldner so weit geht und diese eidesstattliche Versicherung tatsächlich abgibt, zumal er natürlich damit rechnen musste, dass ich seinen eBay Account finde!
Er ging allerdings noch einen Schritt weiter und versicherte an Eides statt, dass er über keinerlei Einkommen verfügt und sein Gewerbe nicht aktiv betreibt.
Dank der eBay Transparenz konnte ich das Gegenteil beweisen und die Umsätze ausgedruckt abliefern.
Das Ende der Geschichte ist schnell erzählt: Nach einer Anzeige wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen und den Schuldner zu einer Zahlung an einen gemeinnützigen Verein verdonnert.
Mir bringt das zwar mein Geld nicht wieder, aber wenigstens profitiert der gemeinnützige Verein davon und damit kann ich dann auch leben.
Und so bleibt ein Fazit:
Die eBay Transparenz ist Fluch und Segen zugleich - es kommt nur darauf an, von welchem Standpunkt aus man es betrachtet.




