Werbetrommel statt Abmahnkeule

Flattert eine Abmahnung ins Haus, kann sie im Regelfall alles andere als Begeisterung wecken.
Das es auch anders geht, zeigt der Whisky-Hersteller Jack Daniels aus Tennessee, wie Jürgen Vielmeier auf Basicthinking dokumentiert hat.
Jack Daniels erfindet die sympathische Abmahnung
Der Autor Patrick Wensing hatte für sein satirisches Buch "Broken Piano for President" ein Cover gewählt, das Assoziationen an Schriftzug und Logo von Jack Daniels hervorruft.
Statt die Abmahnkeule zu schwingen, setzte sich der Anwalt von Jack Daniels mit Patrick Wensing in Verbindung, bedankte sich dafür, dass er Jack Daniels mit der Verwendung des Logos für sein Buch eine Ehre erweist, wies aber auch darauf hin, dass er als Autor natürlich wisse, dass geistiges Eigentum geschützt werden müsste.
Absicht wollte der Anwalt ihm nicht unterstellen und ihm sei auch klar, dass das Buch nicht einfach vom Markt genommen werden könnte, aber es wäre schön, wenn für die neue Auflage ein anderes Cover verwendet werden würde.
Und Jack Daniels geht sogar noch einen Schritt weiter und bietet dem Autor an, ihn finanziell zu unterstützen, wenn er eine Möglichkeit sehen würde, das Cover der aktuellen Ausgabe zu verändern.

Den Brief hat er auf seinem Blog veröffentlicht.

Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass Patrick Wensing der freundlichen Bitte von Jack Daniels Folge leisten wird!

Es muss wohl auch nicht extra erwähnt werden, dass Jack Daniels auf diese Weise einen Imagezuwachs verbuchen konnte, der unbezahlbar ist.

Kurz notiert
Offensichtlich gehen die Schiedermair Rechtsanwälte aus Frankfurt/Main im Auftrag der Ferrero Deutschland GmbH gegen den rechtsverletzenden Verkauf von Sammelpunkten aus der Aktion „Fan Connection EM 2012" bei eBay vor.
Weitere Infos dazu hier:
Abmahnung Schiedermair Rechtsanwälte - Ferrero Deutschland GmbH - Verkauf von Sammelpunkten bei eBay

Die IT-Recht Kanzlei weist aktuell darauf hin, dass eBay-Händler zurzeit im Zusammenhang mit dem Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln wegen fehlender oder falsch platzierter Grundpreisangaben vermehrt abgemahnt werden.
Was Sie für eine korrekte Grundpreisangabe auf eBay beachten müssen, lesen Sie hier bei der It-Recht-Kanzlei.

Ende April umfasste die Liste der gängigen Abmahngründe bei eBay & Co noch 441 Punkte, heute sind es bereits 502!
Die IT-Recht-Kanzlei hat heute das neueste Update veröffentlicht:
Abmahnung bei eBay, Amazon und Online-Shops - Auflistung gängiger Abmahngründe (Update: 502 Abmahngründe!) .

Im Februar 2010 waren es übrigens 330 Abmahngründe - ein rasanter Anstieg innerhalb weniger Monate!

Eine aktuelle Untersuchung von Trusted Shops offenbart eklatante Mängel bei den Shopping-Apps der Online-Marktplätze von Amazon und Ebay für mobile Endgeräte von Apple. Das Ergebnis der Wirtschaftsjuristen: Die gesetzlichen Vorgaben werden nicht eingehalten und Shopbetreiber setzen sich massiv der Gefahr aus, abgemahnt zu werden.

Online-Händler, die ihre Waren über die Shopping-Apps von Amazon und Ebay anbieten, sind akut abmahngefährdet. Denn die Apps erfüllen nicht die rechtlichen Anforderungen des Gesetzgebers. Unzureichend sind die Informationspflichten beim Impressum, den Preisangaben sowie der Widerrufsbelehrung umgesetzt.

Die Waren jedes Händlers, der auf Amazon und Ebay seine Produkte anbietet, können automatisch über die Shopping Apps beider Plattformen gekauft werden. Weil der Händler auch für diese Angebote haftet (Urteil des OLG Hamm vom 20.05.2010 - I-4 U 225/09), empfiehlt Trusted Shops, von den Anbietern solcher Shopping Apps eine Anpassung zu fordern oder sich vorerst von diesen Plattformen zurückzuziehen, wie es das OLG Hamm empfohlen hat.

„Shopping Apps sind eine gute Sache, denn sie helfen dabei, den Online-Handel auch im mobilen Internet weiter voranzubringen. Dennoch sollten sich Online-Händler beim Einsatz solcher Apps darüber im Klaren sein, dass hier dieselben Pflichten gelten wie in einem gewöhnlichen Online-Shop“, so Dr. Carsten Föhlisch, Leiter der Abteilung Recht bei Trusted Shops.

Seit dem Hype um iPhone und iPad von Apple sind Applikationen (Apps) für Smartphones und andere webfähige mobile Endgeräte für Online-Händler ein einsetzender Trend. Apps sind Zusatzprogramme, die den Funktionsumfang eines Smartphones auch um webbasierte Angebote erweitern. So gibt es beispielsweise Apps, durch die der Nutzer Wetterinformationen abrufen kann. Er muss dazu nicht mehr erst über einen Browser eine entsprechende Webseite aufrufen.

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