Trusted Shops präsentiert die dritte Auflage der Studie „Abmahnungen im Online-Handel“
Die Lage für deutsche Online-Händler entspannt sich ein wenig: Seit 2007 ist ein Rückgang in Höhe von etwa 33 Prozent bei den Abmahnungen zu verzeichnen. Das zeigt die dritte Studie „Abmahnungen im Online-Handel“, die Trusted Shops unter mehr als 500 Shopbetreibern durchgeführt hat.

Im Durchschnitt erhielt jeder Umfrageteilnehmer im Jahr 2011 1,4 Abmahnungen. 2009 waren es noch 1,6 Abmahnungen, und 2007 lag die Anzahl der Abmahnungen bei 2,1 pro Shop. Somit hat sich die Anzahl der Abmahnungen um rund ein Drittel reduziert. Besonders erfreulich: Der Anteil rechtsmissbräuchlicher Abmahnungen sank auf 2,2 Prozent (6,25 Prozent in 2009). Auch sind keine neuen Massenabmahner mehr im Markt aufgefallen.

„Die Rückläufigkeit bei den Abmahnungen ist für uns eine Bestätigung unserer Arbeit für die Shopbetreiber und Verbraucher gleichermaßen“, erläutert Dr. Carsten Föhlisch, Leiter der Abteilung Recht bei der Trusted Shops GmbH. „Durch unsere umfangreichen Qualitätskriterien sorgen wir bei unseren mehr als 10.000 Onlineshops dafür, dass Abmahnungen seltener werden. Für den Verbraucher bedeutet dies: Immer mehr Shopbetreiber achten auf die Einhaltung der Verbraucherrechte“, so Föhlisch weiter.


Die fünf häufigsten Abmahngründe:

1. Fehlerhafte Belehrung über das Widerrufsrecht (28,5 Prozent)
2. Markenrechtsverletzungen (12,0 Prozent)
3. Urheberrechtsverletzungen (9,5 Prozent)
4. Fehlerhafte Preisangaben (9,0 Prozent)
5. Fehlerhafte AGB (7,1 Prozent)

Auch wenn die Abmahnhäufigkeit im deutschen Online-Handel weiterhin rückläufig ist, sind die Folgen einer Abmahnung für den Shopbetreiber nach wie vor gravierend. 51 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen ihre Existenz durch Abmahnungen bedroht. Im Vergleich zur Studie des Jahres 2009 entspricht dies einem Anstieg von mehr als 10 Prozent.

Im Durchschnitt liegt der finanzielle Schaden pro Händler bei 5.300 Euro. Bezogen auf die Gesamtheit der Teilnehmer ergibt das die Summe von 1,2 Millionen Euro.

Eine ausführliche Auswertung der Studie kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Quelle: Trusted Shops

Ende April umfasste die Liste der gängigen Abmahngründe bei eBay & Co noch 441 Punkte, heute sind es bereits 502!
Die IT-Recht-Kanzlei hat heute das neueste Update veröffentlicht:
Abmahnung bei eBay, Amazon und Online-Shops - Auflistung gängiger Abmahngründe (Update: 502 Abmahngründe!) .

Im Februar 2010 waren es übrigens 330 Abmahngründe - ein rasanter Anstieg innerhalb weniger Monate!

441 gängige Abmahngründe bei eBay & Co hatten die SPD veranlasst, eine kleine Anfrage zum Thema Abmahnmissbrauch im Onlinehandel im Bundestag zu stellen.
Hier hatte ich darüber berichtet.
Die Antwort liegt nun vor:
Hier der Link.

Um es kurz zu machen:

Besonders häufig sind Verstöße gegen Impressumspflichten nach § 5 des Telemediengesetzes
(TMG), Verstöße gegen die Verordnung über Informations- und
Nachweispflichten nach bürgerlichem Recht (BGB-InfoV), Verstöße gegen Vorschriften
über Allgemeine Geschäftsbedingungen (§§ 305 ff. des Bürgerlichen
Gesetzbuchs) und Verstöße gegen die Preisangabenverordnung (PAngV).

Der Bundesregierung liegen keine Untersuchungen vor, aus denen sich verlässliche
Angaben über die Zahl missbräuchlicher Abmahnungen bzw. der dadurch
verursachten finanziellen Folgen ergeben.

Es wird derzeit sorgfältig und intensiv geprüft, ob und gegebenenfalls welche
gesetzgeberischen Maßnahmen ergriffen werden sollen. Daher gibt es derzeit
noch keine konkreten Gesetzgebungsvorschläge oder Planungen.

Als Laie würde ich die 8 Seiten umfassende Antwort in 5 Worten zusammenfassen: Alles bleibt wie es ist!

Rechtsanwalt Max-Lion Keller von der IT-Recht-Kanzlei hält die Liste der gängigen Abmahngründe bei eBay, Amazon und Onlineshops aktuell.
Im Februar 2010 umfasste die Liste 330 Punkte, heute sind es bereits 441!
Wer sich als Onlinehändler die Laune verderben will, hier noch einmal der Link.

Positiv zu berichten ist, dass die SPD - wohl bezugnehmend auf die ursprüngliche Liste der IT-Recht-Kanzlei - im Bundestag eine "Kleine Anfrage" zum Abmahnmissbrauch im Online-Handel gestellt hat.
Hier der Link zur kleinen Anfrage ( PDF).
Sehr positiv in diesem Zusammenhang auch, dass Zahlenmaterial des eBay Business Barometers verwendet wurde.
Ein großer Erfolg, dass die Umfragezahlen von eBay unter den Händlern von einigen Politikern durchaus ernst genommen werden!
Vielleicht hat auch die Abmahnung von Tobias Schmitz, der seinerseits die Shops der großen Parteien erfolgreich abgemahnt hatte, dazu beigetragen, dass die Politik ein wenig Sensibilität für die Nöte der Händler entwickelt.
Auch wenn eine kleine Anfrage erst einmal gar nichts bewirkt, ist es doch ein Anfang.

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