Folgender Fall zeigt, wie eBay internationalen Betrügern Tür und Tor öffnet und als Sahnehäubchen den Verkäufern die Mängelquote in die Höhe treibt:

Ein Käufer aus Saudi-Arabien hat bei mir am 27.Januar 2015 einen Artikel für 119 Dollar (auf eBay.com) gekauft.
Am 09.März 2015 hat er einen Fall eröffnet "Artikel nicht erhalten" und mir damit einen Mangel beschert.
Das Tracking stoppte am 12.Februar mit dem letzten Eintrag "Out for delivery" und aus meiner Erfahrung bedeutet das eigentlich fast immer, dass die Ware ausgeliefert wurde, aber der letzte Schritt "delivered" nicht gescannt wurde.
Beweisen kann ich die Auslieferung damit natürlich nicht, also muss ich einen Nachforschungsantrag stellen.
Der Käufer fackelt nicht lange, schaltet eBay ein und lässt sich die 119 Dollar erstatten.

Nun habe ich von der Post den Nachweis erhalten, dass die Ware tatsächlich am 12.Februar - also lange BEVOR er behauptet hat, die Ware nicht erhalten zu haben, ausgeliefert worden ist.

Und nun kommt eBay ins Spiel:
Ich kann keinen Einspruch mehr einlegen, weil die 30 Tages Frist (nach Fallschließung) verstrichen ist.
Die Post beruft sich laut Weltpostvertrag grundsätzlich darauf, dass sie 8 Wochen Zeit hat, die Ergebnisse einer Nachforschung vorzulegen.
Kommt also eine Nachforschung ins Spiel, kann ich die Frist nicht einhalten und der kriminell ambitionierte Käufer weiß das.
Was er auch weiß, denn das zeigt die recht lange Frist, in der er sich entschlossen hat, einen Fall zu melden:
90 Tage nach dem Kauf kann ich ihn nicht einmal mehr an eBay melden.
Und so funktioniert die Masche, die eBay deckt:

Der Käufer sieht im Tracking, dass der letzte Schritt "delivered" fehlt. Er schöpft die Frist aus - das ist wichtig, damit ich ihn später nicht melden kann - und eröffnet recht spät einen Fall, in dem er behauptet, die Ware nicht erhalten zu haben.
Er weiß, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht das Gegenteil behaupten kann und er weiß auch, dass es dauert, bis ein internationaler Nachforschungsauftrag Ergebnisse liefert. Er schließt den Fall schnell, weil er vorher schon genug Zeit geschunden hat, damit ich ihn später nicht mehr melden kann.

Am Ende hat er die Ware und das Geld zurück, kann als Käufer wegen Fristüberschreitung nicht mehr gemeldet werden und so auch nicht auffällig werden und als Krönung hat der Verkäufer auch noch einen Mangel im Cockpit.

Positiv muss ich in diesem Konflikt PayPal erwähnen. PayPal kann natürlich gar nichts unternehmen, weil der Fall über eBay geöffnet wurde, aber PayPal hat mir aus Kulanz die PayPalgebühren gutgeschrieben, während eBay nicht einmal aus Kulanz den Mangel entfernt, obwohl ich jetzt mit dem Ergebnis der Nachforschung nachweisen kann, dass der Käufer eBay und mich betrogen hat.

Diese Masche würde so immer wieder funktionieren und der Verkäufer hat absolut keine Chance das abzuwehren.
Der Tipp von eBay an dieser Stelle: Gehen Sie gegen den Käufer zivilrechtlich vor...( das wäre sicher ein Heidenspaß in Saudi-Arabien).