Lange habe ich überlegt, ob ich mich zu dem Thema noch einmal öffentlich äußern soll, vor allem weil die Gefahr besteht, weitere Verkäufer zu schädigen, aber es gibt ja eine Möglichkeit das zu ändern!
Was ist der Grund für meinen Unmut?
Ganz einfach:
Die "wunderbare" Idee von eBay, dass Verkäufer unter 50 Bewertungspunkten seit 26.02.2010 PayPal als Zahlungsoption anbieten müssen und was passiert?
Das Netz ist voll mit Ratschlägen von " Profis", wie man schnell auf seine 50 Punkte kommt.
Und erfahrungsgemäß verbreiten sich diese " Tipps" im Netz wie ein Lauffeuer.
Ein gutes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit waren die Tipps, wie man den Zwang zum kostenlosen Versand in den Medienkategorien bei eBay erfolgreich umgeht.
Auch diese " Tricks" waren zum Schluß jedem Newbee bekannt.


"Tipps" schädigen gewerbliche Verkäufer

Es ist natürlich kein Problem innerhalb von wenigen Stunden 50 Bewertungspunkte zu bekommen und PayPal ein Schnippchen zu schlagen.
Natürlich ist das nicht neu.
"Account-Bäckereien" gab es schon immer.

Nur - was mich böse macht:
Bei diesen neuen " Account-Bäckereien" leiden die gewerblichen Verkäufer, die mit der neuen PayPal Regelung eigentlich nichts zu tun haben.
Früher blieben die " Account-Bäcker" weitgehend unter sich.

Zweifelhafte " Profi-Tricks"

Ratschläge wie: "Kauf' einfach bei einem gewerblichen Verkäufer, bei dem Du siehst, dass er automatisch nach Eingang einer positiven Bewertung bewertet und widerrufe dann sofort..." überfluten das Netz.
Entschuldigung...?
eBay ist doch kein Spiel- das ist Business!
Als gewerblicher Verkäufer kostet mich 1. das einstellen eines Angebotes bares Geld und 2. kostet es mich Zeit ( und damit auch wieder Geld). Zeit die Mails zu lesen, Zeit die Gutschrift zu beantragen.
Es kann doch wohl nicht sein, dass gewerbliche Verkäufer Verluste einkalkulieren müssen, damit die Verkäufer, die weniger als 50 Bewertungen haben ihre Punkte erreichen?

Doch- bei eBay ist alles möglich!
Vermutlich haben die meisten Verkäufer noch gar nicht realisiert was im Moment bei eBay abläuft und die Lawine rollt erst an!
Das Käufe bei gewerblichen Verkäufern, die das Widerrufsrecht anbieten, einzig aus dem Grund getätigt werden um eine Bewertung zu erhalten und die neue " PayPal-Grenze" zu knacken.

Tipp für Verkäufer

Natürlich können High Volume Seller nicht manuell bewerten und nutzen Tools zur Bewertungsabgabe.
Diese Tools kann man unterschiedlich konfigurieren.
Um diese " ich-brauche-dringend-noch-x-Bewertungen" Käufer wenigstens zum Teil auszusperren, würde ich allen Verkäufern dringend raten, das Bewertungstool so zu konfigurieren, dass die Bewertung erst nach Eingang der Zahlung- noch besser nach Versand - abgegeben wird.
Aufmerksame " Bewertungssammler " sehen dann, dass die Nummer > kaufen > bewerten> Bewertung erhalten > sofort widerrufen bei diesem Verkäufer nichts bringt.

Das zum Thema: Die neue PayPal-Regelung wurde eingeführt um Käufer zu schützen...
Wer schützt denn uns zur Abwechslung einmal?