Auf der Facebook Fanpage von PayPal empören sich die Facebook Nutzer über die Sperrung von Wikileaks und rufen zum PayPal Boykott auf.
PayPal wird das vermutlich relativ kalt lassen.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Boykottaufrufe, dennoch sind die Nutzerzahlen stetig gestiegen.
Viele haben auch gar keine Möglichkeit PayPal den Rücken zu kehren - als eBay Verkäufer kommt man ohne PayPal nicht weit.
In einigen Blogs wird orakelt, dass die PayPal Nutzerzahlen nach der Sperrung von Wikileaks deutlich ( von bis zu 10 Millionen ist die Rede) zurückgehen könnten - ich persönlich glaube nicht daran.
Wie oft wurde in der Vergangenheit zum Boykott von Unternehmen wie Facebook, eBay, PayPal & Co aufgerufen? Passiert ist nie etwas.
Der einzig erfolgreiche Boykottaufruf, an den ich mich in den letzten Jahren erinnern kann, war der gegen Shell, als Shell 1995 den Brent Spar Öltank versenken wollte, die Shell Umsätze nach Boykottaufrufen um bis zu 50 % sanken und Shell schließlich dem öffentlichen Druck nachgab und die Plattform an Land entsorgte.

Aber genau hier liegt auch das Problem:
Autofahrer hatten damals die Wahl, ob sie bei Shell, Esso, Aral oder anderen Tankstellen tanken und haben sich gegen Shell entschieden. Eine ganz einfache Entscheidung, weil es genügend gleichwertige Alternativen gab.
Zu PayPal ( eBay & Facebook) gibt es keine wirklichen Alternativen - insofern haben die Nutzer auch keine Chance Druck auszuüben und mit Boykott zu drohen. Die Unternehmen wissen, dass sie " unangreifbar" weil konkurrenzlos sind.