Aktuell hat Mark Steier von Wortfilter sich des kritischen Themas "Amazon Verifikationsprozess für Händler" angenommen und dabei fiel mir ein, dass ich schon im letzten Jahr von meinen Erfahrungen berichten wollte:

Ich habe die Mail für die Verifikation Anfang November 2014 erhalten und habe nichtsahnend sofort den Verfikationsprozess gestartet, weil ich davon ausgegangen bin, dass ich nichts zu befürchten habe und die Prüfung zeitnah abgeschlossen wird.
Als keine Stunde später mein Konto "eingefroren" war und ich weder verkaufen noch Auszahlungen beantragen konnte, wurde mir schon etwas mulmig.
T3N schreibt heute, dass die Händlerkonten während des Verfikationsprozesses geöffnet bleiben und weiterhin verkauft werden kann, wenn es keine Unstimmigkeiten gibt - das kann ich so nicht bestätigen.
Bei mir gab es keine Unstimmigkeiten und trotzdem konnte ich nicht verkaufen.
Ich hatte Glück und war nach 7 Tagen verifiziert und wieder freigeschaltet, allerdings möchte ich hier auf eine weitere unangenehme Besonderheit im Verifikationsprozess aufmerksam machen, die bisher noch nicht öffentlich thematisiert wurde:
Ich habe bei der Schufa einen Updateservice gebucht, der mich sofort über Anfragen informiert und Sie können sich sicher vorstellen, wie erstaunt ich war, als der Verfikationsprozess innerhalb von 4 Tagen 9! Schufaanfragen zur Identitätsprüfung ausgelöst hat.
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Ich habe versucht das mit Amazon zu klären - ohne Erfolg. Es war nicht möglich, die zuständige Abteilung zu finden.
Bei der Schufa kann man eine Rückfrage einleiten, bei der derjenige, der die Abfrage vornimmt, erklären muss, warum er eine Abfrage gemacht hat. Amazon hat gegenüber der Schufa erklärt, dass sie lediglich meine Identität überprüfen. Das wäre auch in Ordnung, aber nicht 9 x in 4 Tagen! Am Ende der Verifikation waren es sogar 13 Einträge!
Nach x Telefonaten mit der Schufa habe ich dort jemanden gefunden, der verstanden hat, dass das so nicht in Ordnung ist. In der Zwischenzeit war eine weitere Abfrage erfolgt, so dass ich nun schon 10 Anfragen zur Identitätsprüfung von Amazon innerhalb von einer Woche hatte. 9 davon konnte ich löschen lassen, zwei Tage später kamen erneut drei Anfragen, aber dann war die Amazon Verifizierung abgeschlossen und diese nun insgesamt 4 Anfragen habe ich auch nicht mehr löschen lassen, weil es mir zu nervig war, mich bei der Schufa wieder durchzutelefonieren, bis jemand sich bereit erklärt, die drei neuen Abfragen zu löschen.

Die Schufa hat mir erklärt, dass Abfragen dieser Art sehr wohl in den Score einfließen, wobei man betont hat, dass das nicht unbedingt negativ sein muss. Mehr war zu diesem Thema von der Schufa nicht zu erfahren.

Vermutlich traut sich niemand, das öffentlich zu machen, weil es immer wieder Deppen gibt, die nicht lesen können und sofort ein Bonitätsproblem aus dem Hut zaubern. Damit möchte niemand konfrontiert werden, also geht damit niemand an die Öffentlichkeit und so wird dieses Problem aus Angst, in einem falschen Licht dazustehen einfach totgeschwiegen.
Kein Wunder, dass viele Händler bei Wortfilter darum bitten, anonym bleiben zu können, weil sie Angst haben.
Weil ich es aber wichtig finde, mache ich einfach den Anfang und vertraue darauf, dass meine Leser richtig lesen können und nicht irgendetwas an den Haaren herbeiziehen, was dort nicht steht:
Es handelt sich NICHT um eine Bonitätsanfrage, sondern um eine Anfrage zur Altersverifikation, so wie sie auch eBay bei jeder neuen Kontoeröffnung macht
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Wer keinen Schufa-Updateservice gebucht hat, merkt das nicht einmal, insofern finde ich es wichtig, einmal darauf hinzuweisen, dass der Amazon Verifikationsprozess noch einige Überraschungen mehr, als nur die der Kontosperrung mit sich bringt.

Wenn PayPal ein Konto einfriert, kann man wenigstens weiter verkaufen. Bei Amazon funktioniert das nicht.
Unvorstellbar, wenn so eine Kontoverifizierung in die Weihnachtszeit fällt und der Händler sein Lager entsprechend aufgerüstet und vielleicht sogar Saisonkräfte eingestellt hat.

Hier muss wirklich etwas passieren!
Es wäre okay, wenn das Konto für die Zeit der Überprüfung eingefroren ist, aber der Verkauf darf nicht gestoppt werden.