Live-Weihnachtsshopping

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Live-Weihnachtsshopping

Obwohl ich fast alle Weihnachtsgeschenke online gekauft habe, musste ich mich heute doch noch ins Getümmel stürzen und habe mich gefragt, wie das früher eigentlich war?
Früher, als es das Internet noch nicht gab und man alle Geschenke im Einzelhandel kaufen musste.
Das muss Tage gedauert haben.
Und wie wird es in zehn Jahren sein?
Ich gehöre vermutlich zu den wenigen Frauen, für die Live-Shopping eine Qual ist.
Für mich ist das Internet eine Erlösung.
Ich hasse es mit Tüten bepackt in völlig überfüllten Kaufhäusern mit Musik zugedrönt zu werden, ununterbrochen angerempelt zu werden, mich über misslaunige ( kann ich ein Stück weit sogar verstehen) Verkäuferinnen zu ärgern, ewig an der falschen Kasse zu stehen - vor mir steht IMMER jemand, dessen Kreditkarte nicht funktioniert, der die Rechnung noch einmal genau aufgeschlüsselt haben möchte, im letzten Moment versucht zu handeln und auf Fehlersuche geht, oder eine Grundsatzdiskussion darüber führt, warum der Geschenkepackservice eine Etage höher ist.
Ich treffe diese Kasse mit schlafwandlerischer Sicherheit!

Dann noch schnell Lebensmittel einkaufen und das ist dann der größte Streß.
Früher gab es einmal " Auslaufbahnen" an den Kassen, so dass jeder Kunde in Ruhe seine Einkäufe einpacken konnte und die Ware des nächsten Kunden in der "Bahn nebenan" landete.
Heute ist direkt nach der Kasse Schluß, der nächste fährt einem schon mit den Wagen in den Rücken wenn man nicht schnell genug alles wieder zurück in den Einkaufskorb wirft, um es dann erneut am Warenpacktisch aus- und endlich einzupacken.
Und wehe man hat kein passendes Geld dabei, oder schlimmer noch: man zahlt mit Karte- böse Blicke sind garantiert- schließlich sind alle auf der Flucht und müssen schnell, schnell, schnell weg!
Eigentlich erstaunlich, dass noch keine Sanduhren an den Eingängen stehen und ein lauter Piepton ertönt, wenn die Zeit abgelaufen ist.
Da lobe ich mir das Internet und wundere mich eigentlich, dass der Einzelhandel nicht erkennt, welche enorme Konkurrenz dort immer stärker wird.
Über den Preis kann der Handel kaum noch konkurrieren, wohl aber könnte er über den Service punkten, nur das was ich in den Geschäften heute wieder erlebt habe, ähnelt einer Kapitalflucht.
Die Kunden stören eigentlich nur, weil es noch immer viel zu viele sind. Vermutlich werden es in den nächsten Jahren weniger...!
Sie müssen schnellstmöglich durchgeschoben werden um Platz für die nächsten zu machen, die dann auch wieder zack-zack-zack abgefertigt werden.

Heute haben viele Internetshops noch große Defizite- bei vielen z.B. sind die Ladezeiten so lange, dass ich den Kauf abbreche.
Bei anderen ist die Übersicht so unübersichtlich, dass ich nicht finde was ich suche, oder die Versand-und Zahlungsbedingungen sind mir nicht geheuer, aber das wird sich alles ändern und dann?
Wird es dann im Handel wieder Verkäuferinnen geben, die sich Zeit für den Kunden nehmen?
Wird es dann wieder Kassen geben, an denen der Kunde in Ruhe einpacken und sein Wechselgeld ins Portemonaie stecken kann, ohne dass der Hintermann laut aufstöhnt?
Wird es dann wieder Verkäufer geben, die beraten können und auch Spaß daran haben?

Potential gibt es auf beiden Seiten.
Sowohl Internetshops als auch der Einzelhandel haben Optimierungsbedarf.
Ich bin ehrlich gespannt, wie es in Deutschland in zehn Jahren aussieht.

Mir hat die Live-Shoppingtour heute erst einmal wieder gereicht.
Ich habe wieder einmal mehr festgestellt: Es lebe das Internet!

Von | 2011-01-30T02:42:46+00:00 Dezember 22nd, 2009|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Live-Weihnachtsshopping
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