Handeln statt lamentieren: Der Post / DHL unter die Arme greifen? Ich wäre dabei! Sie auch?

//Handeln statt lamentieren: Der Post / DHL unter die Arme greifen? Ich wäre dabei! Sie auch?

Handeln statt lamentieren: Der Post / DHL unter die Arme greifen? Ich wäre dabei! Sie auch?

Vielleicht bin ich völlig naiv, wenn ich glaube, dass wir zusammen etwas bewegen können, aber ich habe die Hilflosigkeit satt:
Ich bin ein ganz kleines Licht im Versandhandel, aber der andauernde DHL Streik macht sich selbst bei mir bemerkbar und ich will nicht mehr lamentieren, ich will handeln!

Bei dem Poststreik ist es anders als bei dem Streik der Lokführer, denn wenn die Lokführer streiken, entscheiden sich die Kunden entweder zu Hause zu bleiben, oder sie suchen nach Alternativen, aber es staut sich nichts auf.
Anders bei der Post, denn alle Briefe, die in den vergangenen Tagen nicht ausgetragen wurden, lösen sich nicht in Luft auf und schon jetzt ist kaum vorstellbar, wann dieser Stau abgebaut werden soll, zumal sich an der Streikfront offensichtlich rein gar nichts bewegt und Verdi schon angekündigt hat, über den ganzen Sommer streiken zu können.

Klingel und andere Unternehmen greifen der Post bereits unter die Arme und haben Mitarbeiter geschickt, die beim Sortieren der Post helfen.
Ich frage mich - Können wir das nicht alle?
Ich wäre sofort bereit, die Post / DHL mit einigen Stunden Arbeit zu unterstützen und ich frage mich, wie man das organisieren könnte?
Wenn viele helfen, sind wir dem Streik nicht mehr hilflos ausgesetzt.
So schwierig kann das doch nicht sein, oder?
Wenn ich helfen will, bin ich auf Ihre Hilfe angewiesen, denn alleine kann ich nichts bewegen - das können wir nur gemeinsam.
Versuchen wir es?
Wer hat Ideen, wie man das organisieren und koordinieren könnte, so dass sich möglichst viele Helfer beteiligen?
TMTA ist für so einen Aufruf zu klein - welcher große Blog würde einen solchen Aufruf übernehmen?
Wer könnte das mit der Post / DHL koordinieren? Wenn ich bei der Post vorspreche, wird das wenig Erfolg haben - ich kann hier nur den Anstoß geben und selbst Hilfe anbieten. Für alles andere bin ich auf Ihre Hilfe angewiesen!
Schaffen wir das?

Ich habe keine Ahnung, ob das funktionieren wird, aber wenn wir es nicht versuchen, finden wir es nicht heraus!

Update
Ich gebe zu, ich war naiv!
Ich hatte vergessen, dass das Internet linkslastig ist.

Folgende Probleme haben sich ergeben:
1. Die Verkäufer sind nicht bereit zu helfen, weil sie nicht möchten, dass die Aktionäre profitieren.
2. Sie mögen DHL nicht (ich auch nicht) und deshalb kommt Hilfe nicht in Frage.
3. Niedere Dienste wie Briefe zu sortieren kommt für viele gar nicht in Frage. Sie sind schließlich wer.
4. Es gibt Schuldige (an erster Stelle eBay) - an die kann man das Problem abgeben. eBay soll gefälligst eine Generalamnestie erlassen und Mängel löschen (wahlweise auch das System umprogrammieren),denn dann bräuchten wir gar nicht diskutieren.

Ich werde einfach für verrückt erklärt und dann geht das lamentieren weiter:
Es erinnert ein wenig an Katastrophentourismus: Einige Verkäufer sind schon in die Verteilerzentren gefahren, um sich ein Bild der Lage zu machen und schildern dramatisches.
Andere berichten, dass DHL nicht mehr abholen kommt und sie die Packstationen im Umkreis füllen müssen, um ihre Pakete aus dem Haus zu bekommen. Alternative Dienstleister winken teilweise schon ab, wenn Geschäftskunden Konditionen anfragen, weil sie völlig überlastet sind.
Über allem thront das Feinbild Nummer 1: eBay! eBay soll sich gefälligst kümmern. Was haben wir damit zu tun?

Ich hätte es wissen müssen:
Wie oft habe ich verwundert den Kopf geschüttelt, wenn Blogger von Lesern berichten, die Affiliatelinks unkenntlich machen, weil sie dem Blogger die Einnahme nicht gönnen, wie oft lese ich, dass Blogs gefälligst werbungsfrei zu sein haben, denn Blogger müssen aus Spaß bloggen.
Wie oft lese ich von Kunden, die sich aufregen, dass der Verkäufer Versandgebühren berechnet (und dann von den Verkäufern, die sich über den Kunden aufregen).
Ungezählte Male musste ich mir anhören, wie unverschämt die eBaygebühren sind, aber einen eigenen Shop möchte man dann doch nicht eröffnen - auch hier reicht es, wenn man einen Schuldigen hat, den man für sein Leid verantwortlich machen kann.
Aktiv werden- wieso? eBay kann doch die Gebühren senken!
Und jetzt will ich einem Unternehmen wie DHL helfen?
Ich wollte nicht DHL helfen, aber den wenigen, die das verstanden haben, muss ich das nicht erklären und den anderen brauche ich es nicht erklären, denn sie würden es auch dann nicht verstehen.

Gerade bin ich über eine Aktion gestolpert, die perfekt dazu passt:
Mann halbiert Hausstand und verkauft die Hälften bei eBay
Bevor ich dem anderen irgendetwas gönne, zerstöre ich lieber alles (auch meinen Teil) und die Menschen klatschen.
Und bevor ich DHL helfe, lasse ich mein Profil zerstören, zahle Geld an Kunden zurück, die ungeduldig werden und leiste unermüdlich Mailsupport, um die Kunden davon abzuhalten, einen Fall zu eröffnen.
Und ich nehme als Postversender auch den Umsatzverlust in Kauf, der entsteht, weil die Kunden bei Verkäufern kaufen, die mit Amazon Prime/ Hermes/UPS oder GLS verschicken. Aber helfen? Den Bonzen? Niemals!

Ich schließe meinen Aufruf mit einem positiven Gefühl ab, denn nun muss ich mir keine Gedanken mehr machen und ich muss mir das Gejaule auch nicht mehr anhören, denn ich habe begriffen, dass sie gerne jaulen und muss das gar nicht mehr so ernst nehmen.

Update 2

Post sucht Freiwillige für Sonderverteilung am Sonntag:
Freiwillige Helfer sollen Sendungen verteilen
Via: Handelsblatt

Freiwillige Helfer gesucht: Post lockt mit Einkaufsgutscheinen
Via: n-tv

Von | 2015-06-20T00:16:34+00:00 Juni 17th, 2015|Aktuelles|13 Kommentare

13 Kommentare

  1. Marion von Kuczkowski 11/07/2015 um 13:42 Uhr

    Das ist scheinbar schwierig zu verstehen.
    Der Aufruf war Hilfe zur Selbsthilfe.
    Ich hätte lieber 2 Stunden am Tag Pakete sortiert, als jetzt noch nach dem Postsstreik täglich in den Support “ Wo bleibt meine Ware…?“ zu investieren und Geld auszuzahlen, weil Sendungen noch nicht angekommen sind.
    Hätten alle geholfen, hätten die Händler viel Geld und Zeit für den Support gespart.
    Briefe zu sortieren wäre für mich eine neutrale Zeitinvestition gewesen. Der Support, den ich bei schlecht gelaunten Käufern leisten muss,die ewig auf ihre Ware warten, zerrt an den Nerven und diese Zeit wiegt für mich viel schwerer.

    So ganz verstehe ich Ihr Posting auch nicht: Sie sind dagegen, dass die DHL Mitarbeiter mehr verdienen, unterstützen mit Ihrer Einstellung aber Verdi, weil Sie den Streik nicht brechen wollen?

  2. Anita 11/07/2015 um 09:25 Uhr

    Irgendwie bin ich im falschen Film. In meinem Umfeld verdienen die meisten Menschen weniger und arbeiten mehr, als die Mitarbeiter von DHL. Und auch die Mitarbeiter der gegründeten Regionalgesellschaften bekommen mehr durch die vielen Sonderleistungen, die einfach nur anders abgerechnet werden. Durch dieses System wird auch Leistung wieder belohnt. Mitarbeiter, welche mehr arbeiten, bekommen mehr, als diese, die Punkt 16:00 Uhr die Pakete liegen lassen und wochenlang im Auto spazieren fahren.(auch ohne Streik mehrfach erlebt!)
    Hilfe für DHL? Scheinbar kann die auch nur der anbieten, der selbst Zeit hat. Wir können das nicht. Wir sind damit beschäftigt, die durch den entstandenen Streik entstandenen Probleme zu lösen und unsere Existenz zu sichern.

  3. maxx 30/06/2015 um 10:49 Uhr

    Frank, Leider ist es so !

    Zum Thema,
    Wir könnten natürlich auch schon vorsortiert einliefern wenn man der Psot damit helfen könnte unsere Sendungen schneller zuzustellen.

  4. Marion von Kuczkowski 26/06/2015 um 12:49 Uhr

    Die Lage ist wohl extrem unterschiedlich. In meinem Bereich geht nichts mehr! Ich habe seit 3 Wochen nicht einen! einzigen Brief erhalten, Pakete kommen seit letzter Woche auch nicht mehr an – es sind einige unterwegs, die seit Tagen in Börnicke liegen, aber dort auch bleiben.
    In der Zwischenzeit stehen dort große Zelte, weil die Lagerhallen längst aus den Nähten platzen.

    Wenn selbst der Betriebsrats-Chef den Kopf schüttelt, dann sagt das schon einiges aus!

  5. Tom 26/06/2015 um 10:39 Uhr

    Wir haben unserem DHL-Kundenbetreuer Hilfe angeboten. Diese Woche waren wir mit ein paar Kollegen (freiwillig) im unserem zuständigen Paketzentrum und haben DHL unterstützt.

    Hier ein paar Infos, die man sonst nicht mitbekommt:
    – Die Lage in unserem Paketzentrum ist absolut normal, fast alle Sendungen werden am gleichen Tag bearbeitet
    – Unser DHL-Fahrer ist bei DHL Delivery angestellt. O-Ton: „Keine Ahnung warum die für uns streiken. Ich habe einen unbefristeten Vertrag und ein gutes Gehalt. Bei der Delivery kapiert das keiner.“
    – Der Betriebsrats-Chef des Verteiler-Zentrums schüttelt auch nur den Kopf. Er sagt aber ganz offen, er kann es sich nicht erlauben auszuscheren.

    Wir sind zwar kein ebay Händler sonder betreiben einen Online-Shop in BW.

  6. Kanig 24/06/2015 um 12:54 Uhr

    Genau SO sehe ich das auch!

  7. Marion von Kuczkowski 19/06/2015 um 19:49 Uhr

  8. Thorsten 19/06/2015 um 18:58 Uhr

    Das ist ja wohl ein Witz, oder ?
    Streikbrecher für DHL spielen ?

    Ich habe ja schon viel Blödsinn im Netz gelesen, dieser „Vorschlag“ toppt alles, kann man sich nur an den Kopf fassen.

  9. Marion von Kuczkowski 19/06/2015 um 13:16 Uhr

    Hier ergänze ich nur ein!
    Traurig, aber wahr!

  10. Marion von Kuczkowski 19/06/2015 um 13:14 Uhr

    Lieben Dank für die Unterstützung! Für ewig möchte ich das auch nicht anbieten, es sollte nur eine Notfallhilfe zur Selbsthilfe sein. Denn letztendlich sind doch wir die Leidtragenden.
    Vielleicht wird der Leidensdruck in den kommenden Tagen größer und vielleicht können wir dann gemeinsam doch noch etwas auf die Beine stellen.

  11. sebastian 19/06/2015 um 10:37 Uhr

    Hallo

    ich wäre dem Aufruf gefolgt und würde ebenso helfen, habe bereits auch schonmal für DHl als Aushilfsfahrer gearbeitet und fand es eigentlich ok. Natürlich mit der Option ich machee s nicht für ewig:)

    Aber kann die Leute auch nicht verstehen…

  12. Frank 19/06/2015 um 09:00 Uhr

    Ja, das Netz ist linkslastig und die vermeintlich offenen und linken Mitglieder der Gesellschaft sind meist die, die fremde Ansichten am wenigsten akzeptieren aber erwarten, dass der eigene Standpunkt als der alleinig seligmachende anerkannt wird.

    Hinzu kommt, dass bei uns stets von anderen erwartet wird, die eigenen Probleme zu lösen und die eigenen Unzulänglichkeiten zu kompensieren, da der eigene Dilettantismus noch nicht einmal erkannt wird!

    Dass Arbeit in niedrige und weniger niedrige Arbeit klassifiziert wird, erstaunt in diesem Zusammenhang und in unserer verwöhnten, übersättigten und mit Dünkeln behafteten Gesellschaft nicht.

  13. […] eBay-Unternehmerin und eBay-Coach will da nicht länger tatenlos zusehen. In ihrem Blog “Take me to auction” ruft sie kleine Händler dazu auf, der Post zu helfen. “Klingel und andere Unternehmen […]

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