Eigentlich müsste ich die Rauchwolke, die über eBay hängt, bis zu mir an das andere Ende der Stadt sehen.
Bei eBay wird tagtäglich so viel Geld verbrannt!
Einige Verkäufer nutzen eBay zum Geld verdienen, andere zum Geld wechseln, viele aber auch zum Geld verbrennen.
Gestern habe ich wieder einen klassischen Fall erlebt:

Mindestens 1000 Euro Verlust an nur einem Artikel

Ich habe bei eBay einen 10er Pack Nagelfeilen gekauft - für 1,35 Euro. Der Versand war kostenlos.
Als die Nagelfeilen kamen, habe ich nicht schlecht gestaunt.
Als versichertes Paket!
Auch wenn wir hier keine Versandkostenpreise diskutieren wollen - es ist wohl jedem klar, dass DHL ein Paket zu diesem Preis ganz sicher nicht von A nach B bewegt, auch wenn der Verkäufer sehr gute DHL Konditionen hat.
Der Karton war neu - hat also auch Geld gekostet, ausgepolstert war mein Paket mit Verpackungschips, die auch nicht kostenlos vom Himmel fallen.
Bezahlt habe ich mit Paypal - so entstehen also knapp 0,50 Euro eBay & PayPal- Gebühren.
Die Rechnung ( 2-seitig) muss ausgedruckt werden - kostet Geld.
Die Ware muss gelagert und verpackt werden - kostet Platz & Zeit = Geld.
Und natürlich muss die Ware eingekauft werden ( das ist vermutlich mit der geringste Kostenfaktor).

Zur Übersicht:

Wareneinkauf
Warenlagerung
Verpacken der Ware / Rechnungsdruck / Buchung etc.
Verpackungsmaterial
eBay+PayPal Gebühren
Versicherter Versand

und das alles für einen bezahlten Preis von 1,35 Euro!

Selbst wenn ich sehr! wohlwollend rechnen würde, hat der Verkäufer mindestens 2 Euro Verlust bei meinem Kauf gemacht und es war keine Auktion, bei der man einen möglichen Verlust einkalklieren muss, sondern ein Festpreisangebot.

Wer nun denkt, der Verkäufer sei ein Newbie, irrt gewaltig.
Weit über 100.000 Bewertungen, Top Verkäufer ohne Wackelprofil ( dann könnte ich es ansatzweise nachvollziehen, dass er 4 x 5 Sterne Bewertungen einsammeln muss - muss er aber nicht!)

Wer nun denkt, dieses Angebot sei ein Ausrutscher- auch der irrt gewaltig.
Von diesem Artikel wurden knapp 500 Stück verkauft ( bleiben wir bei den 2 Euro Verlust, dann wurden also nur mit diesem einen Artikel 1000 Euro verbrannt), aber er hat weitere 262 Angebote zum Festpreis unter 2,00 Euro mit kostenlosem Versand im Angebot und das mit verkauften Stückzahlen von teilweise 100+.
In den letzten 30 Tagen wurden insgesamt knapp 3000 Artikel zu einem Preis von unter 2 Euro ( durchschnittlich für 1,49 Euro) verkauft.


Es gibt natürlich verschiedene Gründe solche Maßnahmen temporär durchzuführen, die in seinem Fall aber nicht nötig sind.

Bei diesen Summen, die dort jeden Monat verbrannt werden, wäre das Geld besser in eine Beratung investiert.
Diese würde sich binnen Monatsfrist doppelt - und dreifach auszahlen!

Nur als Ergänzung:
In seinem Onlineshop hätten exakt diese 10 Nagelfeilen mit Versand 7,96 Euro gekostet.
Das scheint mir dann eine gesunde Kalkulation zu sein.