Noch immer gelten Abmahnungen als das größte Hindernis für ein erfolgreiches Verkaufen in Deutschland. Daher lädt Trusted Shops zum fünften Mal zu seiner traditionellen Herbstumfrage zum Abmahnwesen im E-Commerce ein. Wie bereits in den Jahren zuvor analysieren die Rechtsexperten von Trusted Shops die häufigsten Gründe für Abmahnungen und zeichnen mit Hilfe der Studie ein detailliertes Porträt der Abmahnlandschaft in Deutschland.

„Mit unserer Studie wollen wir Problemfelder im Online-Handel aufdecken und zeigen, welche konkreten Maßnahmen sich Online-Händler wünschen, um den Abmahn-Wahn einzudämmen“, erklärt Dr. Carsten Föhlisch, Rechtsexperte bei Trusted Shops. Dass der Online-Handel immens unter dem zunehmenden Missbrauch wettbewerbsrechtlicher Abmahnungen leidet, konstatierte bereits eine Expertenrunde beim Parlamentarischen Abend auf Einladung des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh). An dem Treffen nahmen u. a. Staatsekretär BMJV Ulrich Kelber, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen Dieter Janecek, Geschäftsführer der Wettbewerbszentrale Dr. Reiner Münker und Trusted Shops-Rechtsexperte Dr. Carsten Föhlisch teil.

Dr. Carsten Föhlisch wies darauf hin, dass der Abmahnmissbrauch insbesondere für kleine und mittelständische Händler existenzbedrohende Ausmaße annehmen kann. Häufigste Abmahnfälle sind laut der Trusted Shops Studie „Abmahnungen im Online-Handel 2015 – Wer sich wehrt gewinnt“ das Widerrufsrecht aber auch Markenrechtsverletzungen. Des Weiteren wies Föhlisch aber auch darauf hin, dass sich 66 Prozent der abgemahnten Händler zur Wehr setzten und dies in über 82 Prozent der Fälle erfolgreich.

Im letzten Jahr stellten für rund die Hälfte der Online-Händler (46 Prozent) Abmahnungen eine akute Existenzbedrohung dar. Hunderte Verstöße wurden bei den teilnehmenden Händlern in 2015 abgemahnt. Der finanzielle Schaden für den Online-Handel wird bei den Kosten pro Abmahnung deutlich: So verzeichneten 40 Prozent der Händler Kosten in Höhe von mehr als 1.500 Euro. Die Fortsetzung der Studie wird zeigen, wie sich diese Situation für den Online-Handel in 2016 entwickelt hat.

Die Studie endet am 30.09.2016. Die Ergebnisse werden im Oktober vorgestellt. Teilnehmen kann jeder Unternehmer, der Waren und Dienstleistungen über einen Online-Shop, eBay, amazon oder andere Plattformen vertreibt. Zur Umfrage geht es hier

Quelle: Trsuted Shops