Mit heutigem Urteil (Az.: C 511/08) hat der EuGH entschieden, dass im Falle eines Widerrufs der Händler die Hinsendekosten an den Verbraucher zu erstatten hat.
Hier das Urteil im Volltext ( PDF - zur Verfügung gestellt von MIR - Medien Internet und Recht).

Noch herrscht große Verunsicherung bei den Online-Händlern:
Ab wann gilt das Urteil? Gilt es vielleicht sogar rückwirkend? Ist es nicht eine Benachteiligung gegenüber dem stationären Handel?
Wie wird sich das auf die Preisgestaltung auswirken? Wird sich das auf die Rücksendequote auswirken?
Viele Fragen - und bisher wenig substantierte Antworten.

Mehrere Blogs schreiben dazu Ihre Einschätzungen:
Bundesverband Onlinehandel -BVOH
Shopbetreiber-Blog
und auch in vielen Foren wird bereits heftig und kontrovers diskutiert.

Stellungnahmen von Anwälten habe ich im Netz bisher noch nicht gefunden.
Bei der IT-Recht-Kanzlei heißt es:
Weitere Infos folgen in Kürze.

Ich persönlich würde das Risiko, zu dem im Moment noch viele raten - nämlich das Urteil zu ignorieren und darauf zu hoffen, das die Verbraucher es nicht kennen, nicht eingehen.
Vermutlich wird es Testkäufe und auch bald die ersten Abmahnungen geben.
Letztendlich ist es im Moment für viele, die noch überlegen, ein Rechenexempel:
Wie viele Sendungen werden monatlich verschickt? Wie hoch ist die Rücksendequote?
Was kostet die Übernahme der Hinsendekosten?
Was kostet eine Abmahnung?

Und auch nicht ganz unwichtig - was kostet es einen Neukunden zu gewinnen?