eBay unternimmt etwas gegen “ Schein-Privatverkäufer“

///eBay unternimmt etwas gegen “ Schein-Privatverkäufer“

eBay unternimmt etwas gegen “ Schein-Privatverkäufer“

Oft wird eBay vorgeworfen nichts gegen sogenannte " Schein-Private" zu unternehmen.
Gewerbliche Verkäufer ärgern sich über " Schein-Private", weil diese natürlich einen Wettbewerbsvorteil haben.
Abgesehen von steuerlichen Aspekten, müssen gewerbliche Anbieter das Widerrufsrecht beachten und vieles andere mehr.
Einige Verkäufer versuchen sich dem zu entziehen, indem sie ihren eBay-Account als "privat" kennzeichnen.


Aber eBay schaut dem nicht tatenlos zu:

Mir liegt ein Schriftwechsel von eBay mit einem Verkäufer vor, der aufgefordert wurde, sein eBay-Konto als gewerblich zu kennzeichnen.
Als er dem nicht innerhalb der Frist nachgekommen ist, konnte er keine Artikel mehr einstellen.
In diesem Fall möchte ich dem Verkäufer nicht einmal eine gewerbliche Tätigkeit unterstellen.
Er hatte seinen Haushalt aufgelöst, weil er mit seiner Partnerin eine gemeinsame Wohnung bezogen hat.
Stein des Anstoßes waren 120 Angebote aus seiner " Haushaltsauflösung".

eBay teilte dazu mit:
Weiterhin möchte ich Ihnen die folgende Information bezüglich Ihrer
Gewerbeanmeldung geben.
Um Ihr Mitgliedskonto auf gewerblich umzustellen, ist es nicht zwingend
notwendig, ein Gewerbe zu besitzen bzw. ein Gewerbe anmelden zu müssen.

Verunsichert legte der Käufer dieses Schreiben seinem Steuerberater vor:

Er hat mir dringend davon abzuraten, die Umstellung auf "gewerblich"
durchzuführen, bevor eine tatsächliche Gewerbeanmeldung durchgeführt
wurde. Er begründete seine Aussage damit, dass ich in diesem Fall
gegenüber der Öffentlichkeit als ein gewerblicher Verkäufer auftreten
würde, der jedoch in Wirklichkeit - auch wenn nur für eine kurze Zeit -
kein Gewerbe unterhält. Dies suggeriere dem Käufer einen Kauf bei einem
Händler, der jedoch per Gesetz noch keiner ist.
In erster Linie würde man sich dadurch einer Abmahngefahr aussetzen.
Andererseits sagte mein Steuerberater, dass ein gewerbliches Erscheinen
(ohne ein Gewerbe zu besitzen - auch nur für kurze Zeit) einen Verstoß
gegen die Abgabenordnung und ggf. sogar einen Straftatbestand darstellen
könnte.
Er verstand es nicht, wie Sie mir dazu raten können, ohne ein Gewerbe,
sich als gewerblicher Händler auszugeben.

Juristisch kann und will ich das nicht kommentieren.
In diesem Fall glaube ich tatsächlich, dass der Verkäufer nach seiner persönlichen Wahrnehmung kein gewerblicher Verkäufer ist und sich insofern keiner Schuld bewusst war.

Was schreibt ein Anwalt dazu?

Gerade heute wurde bei Anwalt.de ein Rechtstipp von Rechtsanwalt Sebastian Dramburg zum Thema veröffentlicht und zwei Urteile dazu aufgeführt:

Bereits bei 10 neuen Markenartikeln (Bekleidung) in kurzer Zeit kann eine unternehmerische Handlung angenommen werden (LG Frankfurt, AZ 2/03 O 192/07, Beschluss vom 08.10.2007). Aber auch wenn ausschließlich gebrauchte Artikel verkauft werden, kann eine gewerbliche Tätigkeit vorliegen (80 Artikel gebrauchter Kleidung in einem Monat; LG Berlin vom 05.09.2006, AZ 103 O 75/06).
Hier finden Sie den vollständigen Artikel.

Auch wenn Verkäufer, die eine Aufforderung von eBay erhalten, ihren eBay-Account auf " gewerblich" umzustellen, das subjektiv nicht immer nachvollziehen können, sind sie u.U. gut beraten es doch zu tun.
Als "privater" Verkäufer sollte man auch in Betracht ziehen, dass eBay es "gut" meint und nicht immer gleich vermuten, dass eBay die "privaten" vergraulen will.

Gewerbliche Verkäufer sehen hier, dass eBay etwas gegen die " Schein-Privaten" unternimmt.

Von | 2010-12-16T23:14:01+00:00 März 1st, 2010|Recht & Gesetz|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. […] ” High Volume-Private” aufgefordert hat, den Account als gewerblich zu kennzeichen. Hier hatte ich über einen solchen Fall berichtet. Eine richtige Entscheidung wie ich finde! eBay […]

Die Kommentarfunktion wurde geschlossen.

SEO Powered by Platinum SEO from Techblissonline
%d Bloggern gefällt das: