Falle-Internet.de hat sich nach Rücksprache mit der Klägerseite zur Veröffentlichung des Urteils des Landesgerichts St.Pölten im Volltext entschlossen.
eBay war nach dem Urteil des Landesgerichts St. Pölten dazu verurteilt worden, einem eBay Käufer wegen grob fahrlässiger Verletzung der Sorgfaltspflicht einen Schadenersatz in Höhe von 16.463 Euro zahlen.
Hier hatte ich darüber berichtet.
Das Urteil umfasst 37 Seiten, spannend wird es ab Seite 14 und während ich in meinem ersten Artikel tendentiell noch auf der eBay-Seite stand, muss ich meine Meinung nach dem Lesen des Urteils korrigieren.
Die Reaktion von eBay kam deutlich zu spät und selbst wohlwollend muss man hier wohl von Fahrlässigkeit seitens eBay sprechen.
Für mich ist es doppelt unverständlich, weil sich exakt dieser Fall aktuell bei eBay wiederholt und eBay bis jetzt nicht eingeschritten ist, den betreffenden Verkäufer sogar mit dem " Top-Verkäufer-Status " auszeichnet.
Hier geht es zwar nicht um Goldbarren, aber grundsätzlich sind die Artikel ja austauschbar.
Die Masche ist identisch und in dem Urteil exakt beschrieben.
Auch in diesem Fall schwenkt Bubu.m seit längerem die rote Fahne und wie man nun sogar dem Urteil entnehmen kann, hat meine Erinnerung an seine Warnungen aus der Vergangenheit mich nicht getäuscht - von 50 Fällen, die er als kritisch gemeldet hat, sind 50 dann tatsächlich auch als Schadenfall eingetreten!
Trefferquote 100%.
Ich kann nur noch einmal sagen- natürlich ist zunächst jeder selbst gefordert, gerade bei hochpreisigen Artikeln, und gerade auch wenn sie offensichtlich deutlich unter Preis angeboten werden, einen kritischen Blick auf das Verkäuferprofil zu werfen- im Zweifelsfall sich vielleicht sogar im eBay-Sicherheitsforum umzusehen.
Aber eBay steht ganz klar auch in der Verantwortung - vor allem und auch das wird im Urteil thematisiert- wenn man Verkäufern ein Siegel verleiht , das dem normalen Käufer wie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vorkommen muss.