Bereits mehr als 750.000 Europäer ( mehr als 250.000 Verbraucher aus Großbritannien, über 200.000 aus Deutschland und mehr als 100.000 aus Frankreich ) haben bisher die Petition von eBay unterzeichnet, in der eBay ein Ende des Missbrauchs sogenannter selektiver Vertriebsvereinbarungen fordert.
eBay hat heute die Europäische Union aufgerufen, das EU-Wettbewerbsrecht so zu überarbeiten, dass Markenhersteller den Verkauf ihrer Produkte über das Internet nicht mehr einschränken können.
Markenhersteller sollen nicht das Recht haben dürfen, den Verkauf ihrer Produkte pauschal zu verbieten oder die Preise vorzuschreiben.
Auch soll der Verkauf durch Internet-Händler nicht an die Bedingung geknüpft sein, dass der Händler über ein Ladengeschäft verfügt.
Die Kampagne kann noch bis zum 28.September unterstützt werden.
Die Petition finden Sie hier: www.ebaycampaigns.com/de
Auf der anderen Seite steht der Markenverband, der vor der Liberalisierung des Online-Handels warnt. In einer Pressemitteilung heißt es:
"Die Markenhersteller wollen auch weiterhin die Möglichkeit behalten, ihre Produkte nur über Fachhändler zu vertreiben und nicht wahllos über das Internet. Der Markenverband spricht sich dafür aus, das bewährte europäische Wettbewerbsrecht auch im Interesse der Verbraucher in diesem Punkt nicht anzutasten."


Ich persönlich bin hin- und hergerissen.
Auf der einen Seite habe ich mehr als einmal von Händlern gehört, die bestimmte Produkte nicht bei eBay anbieten durften und wenn dann zu vorgeschriebenen Preisen.
Auf Messen kommt es immer wieder vor, dass gleich abgewunken wird, wenn das Wort " eBay " im Raum steht.
Nun gibt es Händler, die durchaus kalkulieren können und der Marke in meinen Augen auch keinen Schaden zufügen würden, wenn diese Händler die Ware auch bei eBay anbieten.
Auf der anderen Seite sehe ich natürlich auch die Realität:
Viele, viele Händler bei eBay verkaufen ausschließlich über den Preis und nutzen eBay teilweise als Wechselstube.
Ware wird zu Preisen angeboten, die knapp über EK liegen.
Diese Händler schaden langfristig immer wieder dem Ruf von eBay, weil ihr System in der Regel eines Tages zusammenbricht und am Ende Käufer, die die Finanzierungsspirale bis zu einem gewissen Punkt mitgetragen haben, leer ausgehen.
Andererseits schaden sie natürlich auch denen, die unternehmerisch denken und handeln und die Ware vernünftig kalkulieren.
Auch würde es mir persönlich als Hersteller nicht gefallen, mir vorschreiben zu lassen, an wen ich meine Ware zu welchen Konditionen verkaufen muss.
Viele Markenhersteller lassen sich gerade das " Exklusiv-Marketing" etwas kosten und haben mein persönliches Verständnis, wenn sie nicht damit einvertanden sind, dass die Ware " verramscht" wird, weil einige " Rechenkünstler " das schnelle Geld wittern - und am Ende- wenn dann der Preis bereits zerstört ist - doch pleite gehen.
Insofern muss man vielleicht auch die Kritik der Markenhersteller sehen.