Letzte Woche habe ich für eine Freundin eine Jacke bei eBay ersteigert.
Sie kauft bei eBay grundsätzlich nicht selbst ein, weil sie "Angst" hat, auf einen Betrüger hereinzufallen und auch weil ihr eBay zu kompliziert ist.
Ich habe es aufgegeben sie überzeugen zu wollen und wenn sie wirklich einmal etwas haben will, ersteigere ich es für sie.
Nun sollte es also eine Jacke sein.
Die Verkäuferin hatte knapp 1000 Bewertungen - alle positiv- also kein Grund zur Sorge.

Als Versandkosten waren 2 Euro ausgewiesen und ich muss sagen, dass ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht habe - schließlich verschicken viele Verkäufer sogar versandkostenfrei.
Als ich den Zuschlag bekommen hatte, habe ich sofort die Summe bezahlt, die mir in der Kaufabwicklung ausgewiesen wurde.
Zwei Tage später hat sich dann die Verkäuferin bei mir gemeldet, mich regelrecht beschimpft, dass ich nur 2 Euro Versandkosten bezahlt hätte, obwohl im Text! die Versandkosten von 4,50 Euro ausgewiesen worden waren.
Die 2 Euro, die in den Versandkosten hinterlegt waren, hätten sich durch einen Fehler im Turbo Lister eingeschlichen und ich hätte mich als Käuferin gefälligst nach dem Text zu richten!

Nun wollte ich mich wegen 2,50 Euro nicht streiten und habe ihr geschrieben, dass ich die Restsumme bezahle, auch wenn das natürlich gegen die eBay AGB ist. ( Den Zusatz konnte ich mir nicht verkneifen).

Als Reaktion darauf hat sie die Transaktion storniert - mit der Begründung ich würde mich weigern die Versandkosten zu bezahlen.
Dem Storno habe ich natürlich nicht zugestimmt - schon alleine aus dem Grund, weil ich meiner Freundin dann hätte erklären müssen, dass ihre Bedenken gegenüber eBay nicht unberechtigt sind.
Sie sollte von dem ganzen Theater gar nichts mitbekommen.
Also habe ich der Verkäuferin geschrieben, dass ich die restlichen 2,50 Euro längst bezahlt habe - worauf sie mich wieder beschimpfte, ich hätte ( wie es angeblich üblich sei...) mit der Bezahlung warten müssen, bis der Verkäufer die Summe bestätigt, oder nachfragen müssen, ob die Summe von eBay korrekt ausgewiesen wird.
Unglaublich!
Dann wollte sie mir auch noch erklären, dass sie mit eBay telefoniert hätte und eBay ihr Recht gegeben hätte: Sie könne die Transaktion stornieren, schließlich seien die Versandkosten im Text und nicht die bei eBay hinterlegten ausschlaggebend. Noch dazu sei die Jacke in der falschen Kategorie eingestellt gewesen ( was ich auch hätte erkennen müssen...) und dadurch hätte der Turbo Lister die Gebühren falsch berechnet.

Nun kann sie mir diesen ganzen Quatsch natürlich nicht erzählen - aber ich stelle mir vor, meine Freundin, die eBay gegenüber sowieso skeptisch ist, hätte diese Aktion erleben müssen: Sie hätte NIE wieder bei ebay eingekauft! ( Die 2,50 Euro Nachzahlung habe ich aus meiner Tasche bezahlt, damit meine Freundin von diesem Stress gar nichts merkt.)

Zum Schluß wurde das ganze auch noch persönlich: Ob ich perfekt sei und nie Fehler machen würde?
Zur Erinnerung: Ich hatte mir nur erlaubt zu sagen, dass eine Nachberechnung der Versandkosten gegen die eBay AGB verstößt, hatte aber dennoch sofort überwiesen. Punkt. Mehr nicht!

Fazit: Wegen 2,50 Euro riskiert die Verkäuferin eine negative Bewertung?
Ich habe sie bis jetzt noch nicht bewertet, weil ich mir noch nicht sicher bin, wie ich sie bewerten soll, denn die Jacke war einwandfrei, allerdings widerstrebt es mir auch für die Gesamtabwicklung eine positive Bewertung zu geben.

Hätte sie die Anfangsmail nur etwas anders formuliert, wäre sie auf der besseren Seite gewesen.
Statt mich zu beschimpfen, dass ich weder sehe, dass die Jacke in der falschen Kategorie gelistet ist und mich noch dazu auf eBay verlasse, obwohl mir hätte auffallen müssen, dass im Textverlauf andere Versandkosten ausgewiesen sind, hätte sie einfach nett schreiben können:
Sorry vielmals, mir ist ein Fehler unterlaufen und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie die restlichen 2,50 Euro überweisen würden.
Das Resultat wäre das gleiche ( ich hätte die 2,50 Euro auch gezahlt ), aber die Gefahr einer negativen Bewertung wäre vom Tisch gewesen.
Sehr viel professioneller wäre es natürlich gewesen, den Käufer gar nicht mit den zusätzlichen Versandkosten zu belasten und den eigenem Fehler tatsächlich auch auf die eigene Kappe zu nehmen, ohne den Käufer wegen 2,50 Euro zu belästigen.

Insgesamt ist das wieder einmal ein typisches Beispiel, was Kommunikation bewirken kann.
Ich bin mir sicher, die überwiegende Mehrheit der Käufer hätte bereits ein negativ abgegeben.