Top-Verkäufer

Der weltweite Online-Marktplatz eBay (www.ebay.de) hat heute bekanntgegeben, dass der langjährige eBay-Verkäufer "CSL-Computer" eine Million Bewertungspunkte erreicht hat. Die Marke wurde am 12. Januar 2012 geknackt.
Unter dem Namen "www.csl-computer.com" verkauft die CSL Computer GmbH aus Hannover bereits seit April 1999 auf dem eBay-Marktplatz vorwiegend PC-Systeme und entsprechendes Zubehör. Die Firma, die rund 60 Mitarbeiter beschäftigt, erreichte im vergangenen Jahr einen Handelsumsatz von 4,2 Millionen Euro allein über eBay. Von Juli bis Dezember wurden knapp 360.000 Artikel verkauft. "CSL-Computer" hat den Status "eBay-Verkäufer mit Top-Bewertung" welcher eBay-Händler auszeichnet, die einen überragenden Kundenservice bieten.

Benjamin Lüke, Geschäftsführer CSL-Computer GmbH: "Seit fast 13 Jahren sind wir als Verkäufer bei eBay aktiv. Als einer der eBay-Pioniere freuen wir uns ganz besonders, gemeinsam mit unseren Kunden die "magische" Zahl von einer Million Bewertungen erreicht zu haben. Es ist nicht immer einfach, eine attraktive Preisgestaltung mit hochwertigen Produkten, erstklassigem Service und kurzen Bearbeitungszeiten zu vereinen. Deshalb sind wir besonders stolz darauf, dass wir diese hohen Anforderungen für den kürzlich eingeführten Status "Verkäufer mit Top-Bewertung" erfüllen."

Markus Scheuermann, Director Business Selling, eBay Europa: "Wir freuen uns sehr mit "CSL-Computer" über diesen Meilenstein! Er zeigt einmal mehr, dass eBay eine ideale Plattform bietet, erfolgreich Handel im Internet zu betreiben. Der Erfolg von "CSL-Computer" als eBay-Verkäufer mit Top-Bewertung beweist außerdem, dass ein hervorragender Service auf unserem Marktplatz belohnt wird. In Zukunft werden wir weiterhin alles daran setzen, unsere Händler langfristig zu fördern und noch erfolgreicher zu machen. Dabei geht es primär um die Weiterentwicklung von eBay als effektive und effiziente Vertriebsplattform, um für Verkäufer und Käufer weiterhin der Online-Marktplatz ihrer Wahl zu sein."

eBay verzeichnet allein in Deutschland 160.000 gewerbliche und über fünf Millionen private Verkäufer. Im Oktober 2011 hatte der deutsche Verkäufer "dynamic-auction" als erstes eBay-Mitglied in Europa eine Million Bewertungspunkte erreicht und damit die erste silberne Sternschnuppe in Deutschland erhalten. Der Online-Marktplatz erwartet, dass im Laufe der nächsten Monate weitere europäische Händler diese Marke knacken werden.

Scot Wingo vom Channeladvisor Blog weiß wovon er spricht, wenn er den Weg vom Wohnzimmer- eBayverkäufer in den Olymp der Top 500 Internethändler beschreibt.

Seine Grafik verdeutlich den Werdegang eines eBay-Sellers vom Wohnzimmer-Verkäufer zum Top 500 Internethändler.
Spätestens wenn der Seller " erwachsen" wird, fängt er an, neben eBay auch bei Amazon und auf anderen Marktplätzen zu verkaufen.
Als nächstes folgt der eigene Onlineshop und nach und nach konzentrieren sich alle Maßnahmen zur Umsatzsteigerung auf die gute Positionierung des Onlineshops.
Will der Händler ganz nach oben, verschiebt sich der Umsatz deutlich : Entfallen in den Anfangstagen noch 100% des Umsatzes auf eBay, sind es in der Oberliga nur noch 10-20%.

Am Beispiel des eBay Verkäufers shoemetro ( eBayname apparelsave, Onlineshop shoemetro.com) zeichnet Scot Wingo einen solchen Aufstieg nach:

Angefangen haben David und Will im Jahr 2004.
Ganz typisch für viele eBayverkäufer von zu Hause aus.
Zunächst haben sie mit verschiedenen Produkten experimentiert und sich dann für Schuhe entschieden.
Ende 2004 sind sie " zu Hause ausgezogen" und haben ein kleines Lager mit ca. 230qm angemietet.
Durch eBay haben sie viel gelernt- die richtigen Produkte zu finden und wie man sie am besten verkauft.
2006 zogen sie in ein neues Lager mit ca. 740qm ein.
Ende 2006 lag ihr eBay Jahresumsatz bereits bei 3 Mio Dollar.
In 2007 fingen sie an bei Amazon zu verkaufen und eröffneten ihren eigenen Onlineshop.
Zu dem Zeitpunkt war eBay noch ihre absolute Nummer 1 und sowohl Amazon als auch der Onlineshop zweitrangig.
2008 wurde das Lager wieder zu klein und sie zogen in ein 1300qm großes Lager um.
Jetzt fingen sie auch an, ihre Aktivitäten bei Amazon stärker zu forcieren und der Onlineshop erhielt ein neues Design.
2009 wurde dann wieder ein neues Lager bezogen - dieses Mal mit einer effektiv nutzbaren Fläche von 4400qm.
2010 haben sie dann intensiv an ihrer Webseite gearbeitet:
Die Produktauswahl erhöht, mit dem eMail und Suchmaschinen-Marketing begonnen, ein Affiliate Programm aufgesetzt und sich im Social Media Bereich engagiert.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2011 und die Geschichte ist natürlich nicht vorüber.
Bis jetzt sind sie sehr gesund gewachsen, haben sich Zeit genommen, die einzelnen Bereiche professionell aufzustellen und sie werden Schritt-für-Schritt weiter wachsen!

Ihr Umsatzwachstum beträgt 35 % im Jahr.
Aktuell haben sie 45 Mitarbeiter ( + 10 in der Hochsaison - so haben sie z.B. am Cyber Monday 2800 Paar Schuhe verkauft).
Der eBay Anteil am Umsatz liegt heute bei nur noch 65%.
Noch gehören sie nicht zu den Top 500 Internethändlern, aber vermutlich werden sie es schaffen!



Der amerikanische Top Verkäufer Gary Overton berichtet in seinem Blog von den Erfahrungen, die er aktuell mit einer neuen Preisstrategie macht.
Er verkauft schwerpunktmäßig gebrauchte T-Shirts bei ebay.com.
Vor der letzten großen eBay-Änderung im Herbst 2009 hat er täglich in Durchschnitt ca. 15-20 Stück verkauft.
Obwohl er den Top-Verkäufer Status bekam, sank die Zahl der verkauften Shirts auf durchschnittlich fünf pro Tag.
Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei 4,99 Dollar inklusive Versand und einige Käufer unterbreiteten ihm sogar Preisvorschläge, die bei 1,00 - 1,50 Dollar ( inklusive Versand!) lagen.
Vor einigen Wochen hat er die Preisstrategie dann umgestellt und bietet die T-Shirts nun für durchschnittlich 9,99 Dollar inklusive Versand an.
Selbst internationale Käufer, die 11,95 Dollar Versandkosten zahlen müssen, zählt er seitdem zu seinen Käufern.
Auch die Preisvorschläge gehen natürlich nach oben.
So hat er z.B. heute einen Preisvorschlag über 6,99 Dollar angenommen- für ein Shirt, das vor einigen Wochen regulär 4,99 Dollar angeboten war und Preisvorschläge in Höhe von 1,00- 1,50 Dollar bekam.
Ich habe seinen Account gecheckt. Es stimmt was er berichtet.
Die Strategie geht bei ihm auf.
Ich habe bei ebay auch schon ähnliche Erfahrungen gemacht, habe nie zu den " Billigverkäufern" gehört und in einigen Kategorien funktioniert so eine Strategie tatsächlich - nur leider nicht in allen Kategorien.
Für mich ist das ein weiteres schönes Beispiel dafür, dass man durch strategische Änderungen - in diesem Fall mit der Veränderung der Preisstrategie nach oben- den Umsatz wieder ankurbeln kann und das kann ich voll und ganz bestätigen.

Ina Steiner von Auctionbytes hat interessante Umfrageergebnisse zur Veränderung der Umsätze seit Einführung des Top-Verkäufer-Status veröffentlicht.
Demnach verzeichnen Verkäufer mit einem Umsatzvolumen von mehr als 500.000 Dollar im Jahr die höchsten Umsatzeinbrüche.
Die Frage, ob die Umsätze zurückgegangen sind, beantworteten 35% der gesamten Teilnehmer mit "Ja", bei den Verkäufern mit einem Jahresumsatz von 100.000 Dollar waren es 44,9%, bei den Verkäufern mit einem Jahresumsatz von mehr als 500.000 Dollar waren es sogar 53,8%.
Umsatzzuwächse hatten weniger als 10% der Verkäufer.

41,4% der Verkäufer, die jährlich über 100.000 Dollar Umsatz machen, stellen eine verschlechterte Sichtbarkeit in den Artikellisten fest, während es bei den " normalen" Verkäufern nur 36,6% sind.
Über verbesserte Ergebnisse bei der Suche freuen sich nur 10,9 % / bzw. 12,1 %.

Bei der Frage, ob sie das Programm als " gescheitert" ansehen würden, antworteten 60% der Verkäufer über 100.000 Dollar mit " Ja" und auch die restlichen stimmten mit 54,5% für "Ja" und gaben damit ein klares Statement ab.

Hier der Link zu den Umfrageergebnissen.


Ich denke nach wie vor, dass es momentan noch etwas schwierig ist eine klare Pro-oder Contra Position zu beziehen.
Erstens ist das Programm noch ziemlich neu und es nehmen noch nicht alle Anwärter zum Top-Verkäufer daran teil. Diejenigen, die weniger als 400 Artikel in den letzten drei Monaten verkauft haben und die Kriterien grundsätzlich erfüllt hätten, sind noch gar nicht dabei.
Zweitens verfälscht das Weihnachtsgeschäft die Umfrageergebnisse. Das letzte Quartal ist kein Maßstab, den man zu Grunde legen kann. Kritisch allerdings ist, dass die Umsätze zurückgehen- das dürfte eigentlich nicht der Fall sein.
Drittens muss die Veränderung, die ebay angestoßen hat, in den Köpfen der Menschen ankommen.
Das geht nicht von heute auf morgen.

Ganz neutral und sachlich betrachtet- auch wenn viele das vermutlich nicht hören wollen:
Wir haben diesen Monat den Sprung z.B. nicht geschafft, aber wir haben auch Fehler gemacht.
So gab es beim Versand einige Verzögerungen und mit einer besseren Kommunikation hätten wir vielleicht ein bis zwei niedrige DSR verhindern können.
So " zwingt " eBay uns besser zu werden und langfristig ist das sicher von Vorteil!
Natürlich ist es ärgerlich mit 0,02% darüber zu liegen - sachlich betrachtet hätten wir es möglicherweise verhindern können und das kann ja auch anspornen!

Eigentlich berichte ich lieber über " Vorzeige-Top-Verkäufer" wie über den Top-Verkäufer Uday Shah.
Auf der anderen Seite gibt es aber natürlich auch Top-Verkäufer, die ihr Profil mit durchaus legalen Mitteln aufbauen, die ich persönlich jedoch kritisch betrachte.
Ein Beispiel dafür ist ein Berliner Unternehmen, das bei eBay als Platin Powerseller gleich mit zwei Top-Verkäufer Accounts vertreten ist und bei eBay Möbel anbietet.
Bei beiden Accounts zielt der Verkäufer darauf ab, teure Möbel mit Lieferzeiten von 8-12 Wochen - bei einer Anzahlung von 15% zu verkaufen.
Um das Bewertungsprofil aufzubauen werden parallel Billigartikel wie Kerzen oder Leder Reiniger in 1-Tages Auktionen zum Startpreis von 1,00 Euro bzw.1,99 Euro und PAKETVERSAND für 0,99 Euro bzw. 1,89 Euro angeboten.
Zusätzlich schlau ist es, keine beliebigen Kerzen, sondern Kerzen von Ikea anzubieten. Ikea deckt einen DER Top-Suchbegriffe bei eBay ab und sichert so zusätzlichen Traffic in den Shop!
Logischerweise bekommt der Verkäufer für diese " Billig-Angebote" Top-DSR.
Bei einem Paketversand von 0,99 Euro / 1,89 Euro gibt ( fast) jeder Käufer 5 Sterne und so entsteht dann das vertrauenserweckende Top-Verkäufer-Profil, das wiederum den Käufer teuerer Möbel mit langen Wartezeiten in Sicherheit wiegt.
Hinzukommen noch positive Bewertungen von Käufern, die zwar bezahlt, aber ihre Ware noch nicht erhalten haben.
Bewertungen wie :
" Bisher alles gut gelaufen. Guter Kontakt. Wir warten jetzt auf unsere Couch",
" Bisher alles gut gelaufen, netter Kontakt."
" Hoffentlich keine Vorschusslorbeeren, Ware leider noch nicht angekommen (Tag 60)",
" Wir warten jetzt auf unsere Lieferung",
" Gebe die Bewertung ab, obwohl die Ware erst am 16.12.09 geliefert wird!!"

findet man in beiden Profilen und diese Bewertungen tragen zusätzlich zum Top-Verkäufer-Profilaufbau bei, obwohl die Käufer lediglich bezahlt, aber noch keine Lieferung erhalten haben.
In einigen Angeboten findet man das PayPal Logo mit dem PayPal Zusatz" Kostenloser PayPal-Käuferschutz in unbegrenzter Höhe". Das schafft natürlich zusätzlich Vertrauen, auch wenn der PayPal - Käuferschutz bei einer Lieferung von 8-12 Wochen nach Anzahlung gar nicht greift!

Die Angebotsbeschreibungen sind sehr professionell aufgemacht , die Bilder der Möbel wecken Lust darauf sich neu einzurichten, das Top-Verkäufer Profil weckt Vertrauen.

Im Moment kann man dem Verkäufer nichts vorwerfen. Es ist legal sein Profil mit 1,00 Euro / 1,99 Euro Artikeln aufzubauen, auch wenn man parallel hochpreisige Artikel verkauft.
Es ist auch legal bei Möbeln 15 % Anzahlung zu verlangen, selbst wenn die Ware erst in 8-12 Wochen versendet wird.
Ebenfalls legal ist es, Pakete für 0,99 Euro / 1,89 Euro zu versenden um möglichst gute DSR zu erhalten.
Es ist auch dem Verkäufer nicht vorzuwerfen, dass Kunden ihn bewerten, bevor sie die Ware erhalten haben, auch wenn das natürlich nicht der Sinn des Bewertungssystems ist.
Als Strategieberaterin kann ich nur meinen Hut ziehen- der Account ist perfekt ausgerichtet und der Verkäufer erzielt den gewünschten Erfolg, dennoch spüre ich bei der Betrachtung mehr als nur ein Unbehagen.

Wir sprechen hier von einem Platin-Powerseller, der in den letzten 30 Tagen einen fast 7-stelligen Umsatz gemacht hat, während sein Bewertungsprofil überwiegend aus Verkäufen von " Billigartikeln" aufgebaut wurde.

Da werden einfach Erinnerungen wach...!

Gibt es nach 8-12 Wochen Probleme mit der Lieferung sind sämtliche Fristen einen " nicht bezahlten Artikel " zu melden, verstrichen, teilweise werden sogar die Artikelseiten nicht mehr einsehbar sein.
Den freiwiligen eBay-Käuferschutz gibt es nicht mehr, PayPal wird teilweise angeboten und suggeriert eine zusätzliche Sicherheit, aber 8-12 Wochen nach Bezahlung der Anzahlung würde der PayPal -Käuferschutz nicht mehr greifen!

Lernen kann man aus diesem Beispiel folgendes:

  • Bewerten Sie erst dann, wenn Sie die Ware auch erhalten haben!
  • Drucken Sie sich das Angebot aus, damit Sie auch bei langen Lieferzeiten einen " Beweis" in der Hand haben, was Sie eigentlich gekauft haben
  • Prüfen Sie - auch bei Top-Verkäufer-Profilen - die Bewertungen ganz genau! Wie ist das positive Bewertungsprofil entstanden?

Ein Abschlußsatz, bei dem ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen würde, fällt mir leider nicht ein- von daher wünsche ich allen Käufern: Viel Glück!

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