Interviews


Die überwältigend positive Resonanz auf mein Interview mit Herrn Voswinckel von der Firma Limal hat mich darin bestärkt, weitere Interviews mit erfolgreichen eBay Powersellern zu führen.
Und so war das Interview mit Herrn Voswinckel der Start einer neuen Serie, die ich in den nächsten Wochen auf take-me-to-auction fortführen werde.

Mein heutiger Interviewpartner ist Oliver Feldkircher, Geschäftsführer des österreichischen Unternehmens 123Boerse GmbH.
2009 habe ich das Unternehmen als Beraterin ein Stück des Weges begleitet und so freue ich mich natürlich ganz besonders mit dem Geschäftsführer Oliver Feldkircher über seinen Erfolg bei eBay.

123Boerse ist bei eBay sehr aktiv, aber kein typischer eBay Powerseller.

Herr Feldkircher, würden Sie erst einmal etwas zu Ihrem Geschäftsmodell sagen?
123Boerse ist eine preisgekürte und zertifizierte E-Commerce Full-Service Agentur.
Unser Unternehmen ist spezialisiert auf den Handel über Webshops, eBay, Amazon, Neckermann, Yatego, Rakuten, DHL MeinPaket, Facebook, Zalando und andere Online-Vertriebsplattformen.
123Boerse bietet Handelsunternehmen, Großhändlern und Herstellern intelligente Vermarktungslösungen für den E-Commerce und internationale Absatzmöglichkeiten über die wichtigsten und größten Online-Verkaufsplattformen, professionelle Online-Vermarktung für Produkte, MultiChannel Vertriebslösungen sowie die Realisierung individueller eBay- und Online Shops über zertifizierte Partner-Agenturen.
Wir kümmern uns zuverlässig um alle Abläufe rund um das gesamte E-Commerce Business, Marktplatz-Integration, Produktdaten Management, Auftragsbearbeitung, Zahlungsabwicklung, Kundenkommunikation, Logistik Organisation und Retouren Handling. Full-Service aus einer Hand!

Wer gehört zu Ihrer Zielgruppe?
Unsere Zielgruppe sind Handelsunternehmen, Großhändler und Hersteller.

Seit wann sind Sie bei eBay aktiv?
Wir sind bei eBay seit Ende 2006 aktiv.

Wie muss man sich Ihren Start bei eBay vorstellen?
Ich bin Ende 2006 mit einer Einzelfirma und Unterstützung meiner Frau gestartet, kurz darauf kam meine damals 1. Mitarbeiterin hinzu. Wir hatten damals eine Kooperation mit einer regionalen Supermarkt-Kette und boten über ein Shop-in-Shop Konzept eine Art eBay-Verkaufsdienstleistung für Privatkunden an.
Die Kunden konnten dort ihre zum Verkauf über eBay bestimmten Artikel abgeben, wir haben uns dann um Produktfotografie, Listung auf eBay, die komplette Verkaufsabwicklung, Fragenbeantwortung, Zahlungsabwicklung und letztendlich die Logistik gekümmert. Der Kunde bekam danach seinen Verkaufserlös abzüglich einer Service-Gebühr aufs Konto überwiesen.

Was waren Ihre ursprünglichen Ziele als Sie bei eBay gestartet sind?
Der ursprüngliche Plan war es, in Österreich erstmals eine möglichst flächendeckende und professionelle eBay-Verkaufsdienstleistung für Privatkunden anzubieten. Ende 2008 hatten wir dieses Ziel dann auch erreicht, indem unsere Dienstleistung in Kooperation mit der österreichischen POST AG in über 1380 POST-Filialen in ganz Österreich, quer über alle österr. Bundesländer, angeboten wurde. Bereits damals hatte sich jedoch abgezeichnet, dass mit diesem Geschäftsmodell kein Geld verdient werden konnte. Der Spread zwischen Aufwand und Ertrag war einfach zu groß, und es musste ein neues Geschäftsmodell gefunden werden… Genau dieses hat sich dann bei uns auch quasi von ganz alleine eingestellt, als das erste Unternehmen, damals ein kleiner Modehändler, bei uns angefragt hatte, ob wir nicht seine Ware auf eBay verkaufen würden und uns um die gesamte Abwicklung, inkl. Logistik, kümmern würden. Damals wurde der Grundstein für unser heutiges Geschäftsmodell gelegt.

Wie viele eBay Shops betreuen Sie heute?
Wir betreuen heute mehr als 20 eBay Shops für Handelsunternehmen und Hersteller, hier ein paar Beispiele:

parcado (Produkt- und Themenübergreifender eBay Shop)
Rockstars & Angels (Hersteller aus den USA)
OLIVER WEBER (Hersteller aus Österreich)
trendsplanet
shoppingpark24
justlife24
zooexpress24
netsports24
sportplanet24
fashionclick24
hemdenmanager

Wie viele Mitarbeiter haben Sie heute?
Wir sind heute ein Team aus 10 Leuten an unserem Hauptsitz in Innsbruck, zusätzlich haben wir seit 2 Monaten ein 2. Büro in der Nähe von Linz eröffnet, von wo aus Vertrieb und Onlinemarketing gemacht wird.

Welche Meilensteine gibt es in der Geschichte von 123boerse?
2006 – Gründung 123Boerse als Einzelfirma, Kooperation mit der Supermarkt-Kette MPreis
2007 – Gründung der 123Boerse GmbH, Kooperation mit SPAR, der größten Supermarkt-Kette Österreichs, Auszeichnung zum eBay-Powerseller des Jahres
2008 – Kooperation mit der österr. POST AG, Launch unserer Services in über 1380 Postfilialen in ganz Österreich, Auszeichnung zu einem der TOP 100 Jungunternehmen Österreichs
2009 – Einstellung unserer Servicedienstleistungen f. Privatkunden, Launch der ersten eBay Shops f. Handelsunternehmen, Auszeichnung zu einem der TOP 100 Jungunternehmen Österreichs
2010 – Erweiterung der durch uns servicierten und angebotenen Marktplätze und Plattformen, Vertrag mit neckermann.de, Auszeichnung zu einem der TOP 100 Jungunternehmen Österreichs
2011 – Kooperation mit der österr. Wirtschaftskammer, Organisation von gemeinsamen Veranstaltungen f. den österr. Handel
2012 – Eröffnung unseres 2. Büros in Oberösterreich, Entwicklung unseres ersten eigenen Produktes namens "smobsh" (Mobile Shopping-Lösung f. Handelsunternehmen)

Neben eBay sind Sie auch auf anderen Marktplätzen wie Amazon, Hitmeister, Yatego, Meinpaket, Rakuten und Quelle aktiv.
Wo liegen Ihre persönlichen Prioritäten?

Von Beginn an lag der Fokus bei uns ganz klar auf eBay, hier engagieren wir uns sehr stark. Zwischenzeitlich sind wir bei eBay Österreich der größte Shop-Anbieter und wollen diese Position auch weiter ausbauen.

Wie sind die Gewichtungen der einzelnen Kanäle? Spielt dabei das Sortiment eine Rolle?
Auf eBay, Amazon und Neckermann erzielen wir zwischenzeitlich die meisten Umsätze. eBay nimmt hier immer noch den umsatzstärksten Teil aller unserer Vertriebskanäle ein, mit etwa 35% des gesamten Umsatzes. Direkt danach folgen Amazon und Neckermann, mit je etwa 25% unserer gesamten Umsätze.
Alle anderen Vertriebskanäle machen zusammen in etwa den Rest in Höhe von 15% aus, allerdings werden hier gewisse Plattformen wie z.B. Rakuten zunehmend wichtiger bei uns… Generell beobachten wir sehr genau die verschiedenen Online-Plattformen und –Marktplätze und entscheiden hier unser Engagement von Fall zu Fall.
Auch das Sortiment spielt natürlich eine gewisse Rolle bei der Bespielung der einzelnen Channels. So sind wir z.B. im Bereich Mode, Accessoires und Spielwaren recht stark bei Neckermann vertreten.
Auf Amazon verkaufen wir sehr viele Produkte im Bereich Sport, auf eBay sind wir wiederum mit allen möglichen Sortimenten vertreten und bieten hier weit über 25.000 Produkte an.

Gibt es aus Ihrer Sicht die „beste Plattform“ für Onlinehändler?
Ich würde eBay im Moment noch als Favoriten ansehen, der auch bei uns ganz oben steht. eBay ist nach wie vor eine sehr erfolgversprechende Plattform, an der kaum ein Online-Händler vorbeikommt. Allerdings gilt eBay bei vielen Händlern auch heute noch als Marktplatz mit "Flohmarkt-Charakter" und als "Schnäppchen-Portal". Wir erklären unseren Händlern schon seit Jahren, dass dies schon längst nicht mehr dem entspricht, was eBay heute ist.
Die "beste Plattform" für Online-Händler gibt es allerdings aus meiner Sicht genau so wenig wie das beste "Shop-System". Jede Plattform bringt hier seine eigenen Vor- und Nachteile mit sich. Ich finde, das ist etwas sehr individuelles… Ganz bestimmt aber bietet eBay für jeden Online-Händler beste Voraussetzungen in Sachen Angebots-Vielfalt, Traffic, Verbreitung, Beliebtheit und Wachstum.

Wie sieht die Entwicklung der letzten Monate aus? Gibt es Verschiebungen zugunsten bzw. zu Lasten einzelner Marktplätze?
Wir konnten unsere Online-Umsätze im 1. Quartal 2012 um 60% steigern gegenüber Q1 2011. Unser Wachstum ist also nach wie vor ungebrochen, und wir sind insgesamt sehr zufrieden. Auf eBay und Amazon haben wir in den vergangenen Monaten die höchsten Umsatz-Zuwächse verzeichnet, Neckermann ist hier etwas hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. Auf der anderen Seite sehen wir z.B. großes Potenzial bei Rakuten, hier versprechen wir uns auch in der Zukunft einiges und wollen enger mit dieser Plattform zusammenarbeiten.

Wie werden sich die Marktplätze in Zukunft entwickeln?
Online-Marktplätze und –Plattformen werden aus unserer Sicht auch in Zukunft eine sehr große Rolle spielen. Man kann beobachten, dass überhaupt alle Vertriebskanäle aus der Sicht der Konsumenten immer mehr miteinander verschmelzen. Auch in Zukunft werden sicherlich neue Vertriebsmöglichkeiten entstehen, die Traffic anziehen und Umsätze ermöglichen. Um als Marktplatz also auch weiterhin attraktiv zu bleiben, bedarf es einiger Anstrengungen und Bemühungen. Innovationen, erstklassiger Händler-Service und attraktive/wettbewerbsfähige Kosten/Gebühren werden auch hier und in Zukunft darüber entscheiden, welcher Online-Marktplatz die Nase vorn haben wird…
Hier räume ich neben eBay und Amazon durchaus auch der Plattform Rakuten einige Chancen ein. Uns gefällt hier besonders der Ansatz, dass bei Rakuten der Händler – und nicht das Produkt – im Zentrum des Interesses steht.

Nutzen Sie Facebook und wenn ja in welcher Form? Wie wichtig wird Facebook in Zukunft sein?
Wir nutzen Facebook derzeit vor allem als Marketing-Kanal… dafür ist Facebook durchaus sehr geeignet aus unserer Sicht. Als "erwachsenen" Online-Vertriebskanal bzw. als geeignete Verkaufs-Plattform würde ich derzeit Facebook nicht sehen. Der Kunde beweist, dass er Facebook aktuell noch als "weltweit größte Plauder-Ecke" nutzt, und weniger dafür, Produkte einzukaufen. Sollte sich dies allerdings in der Zukunft ändern, dann sind wir darauf vorbereitet. Wir hegen seit nunmehr über 12 Monaten eine enge Partnerschaft mit ShopShare, einem absoluten Innovationstreiber im Bereich Social Media und Facebook. Wir sind also jederzeit dazu in der Lage, unseren Kunden professionelle und innovative Shop-Lösungen auf Facebook anzubieten und diesen Kanal über geeignete Schnittstellen zu bespielen.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich Facebook in Zukunft als erfolgreicher Verkaufskanal etablieren wird, allerdings nur, wenn dies von den Kunden angenommen wird. Solange von den Online-Händlern allerdings versucht wird, Ihre herkömmlichen Shop-Konzepte ganz einfach auf Facebook zu "kopieren", wird das wohl nicht passieren…

Wie wichtig ist der internationale Handel für Sie?
Der internationale Handel nimmt für uns eine immer wichtigere Stellung ein, denn unsere Kunden verlangen zunehmend danach, auch in anderen Märkten verkaufen zu wollen. In den vergangenen Jahren hatten wir mehrheitlich damit zu tun, unser Portfolio in Sachen Marktplatz- und Plattform-Angebot zu erweitern und auszubauen. Zwischenzeitlich haben wir allerdings unsere Partnerschaften und unsere interne Infrastruktur so weit entwickelt, dass wir in der Lage sind, unseren Kunden einen Verkauf und Vertrieb in (fast) allen europäischen Ländern über Plattformen wie z.B. eBay und Amazon anzubieten, sogar mit durchwegs muttersprachlichem Endkunden-Support und einer funktionierenden, international ausgelegten Logistik.

Wie hoch ist der Anteil internationaler Käufer bei eBay?
Der Anteil unserer internationalen Käufer bei eBay liegt bei ca. 15%. Allem voran die Länder Italien, Großbritannien, Frankreich, Schweiz, Spanien und die USA.

Wie managen Sie die Logistik?
Wir arbeiten sehr eng mit Logistikunternehmen in Österreich, Deutschland und einem international aufgestellten Logistikunternehmen mit Standorten in Europa, Asien und den USA zusammen, über welche wir unseren Kunden alle logistischen Dienstleistungen zur Verfügung stellen können.

Was macht Ihnen bei eBay besonders viel Spaß?
Besonders viel Spaß macht mir die unglaubliche Vielfalt bei eBay. Kein anderer Marktplatz bietet diese Fülle an Möglichkeiten für Käufer und Verkäufer, das finde ich schon besonders toll. Immer, wenn wir mit einem neuen Kunden auf eBay beginnen, ist es besonders spannend zu sehen, wie sich der Account entwickelt.
Auch haben wir bereits mehrere Male internationale Charity-Aktionen gemeinsam mit eBay durchgeführt… das hat schon sehr viel Spaß (und Arbeit) gemacht! Beispielsweise haben wir anlässlich der Erdbeben-Katastrophe in HAITI im Januar 2010 eine einzigartige Charity-Aktion mit eBay durchgeführt: Die Ski-Rennläufer der FIS engagierten sich anlässlich des 70. Hahnenkamm-Rennens in Kitzbühel für die Erdbebenkatastrophe von HAITI und stellten Ihre Startnummern für eine Charity-Versteigerung auf eBay exklusiv zur Verfügung. Insgesamt wurden 59 Startnummern von den Ski-Stars handsigniert. Die gesamte Charity-Aktion wurde über 123Boerse abgewickelt und via Internet (Webseiten, Blogs), Print, Radio und TV promotet. Der Reinerlös der gesamten Aktion ging dabei an die Erdbebenopfer von HAITI. Teilweise haben wir bis zu EUR 20.000,- pro Trikot!!! erzielt.

Was könnte bei eBay besser werden? Gibt es Kritik an eBay?
Aus meiner Sicht ist die Kommunikation seitens eBay mit seinen Verkäufern verbesserungswürdig. eBay sollte hier mehr Ressourcen aufbauen und stärker in eine zielgerichtete Kommunikation hineingehen. Es könnte meiner Meinung nach wesentlich mehr Erfolg für die Händler auf eBay produziert werden, wenn man die Händler noch mehr unterstützen würde und ihnen noch mehr Instrumente in die Hand geben würde, ihr eBay-Business noch professioneller auszubauen und zu gestalten. Hier mangelt es noch ganz klar an Unterstützungsmöglichkeiten.
Auch im Hinblick auf die nun bevorstehende Umstellung in Sachen Bezahlungs-Abwicklung bestehen aktuell noch sehr viele Unsicherheiten seitens der Händler, hier muss noch sehr viel mehr an Information an die einzelnen Händler herangetragen werden, um deren Ängste und Befürchtungen zu korrigieren. eBay sollte sich hier seiner großen Verantwortung bewusst werden und entsprechend danach handeln, denn noch immer bestreiten sehr viele kleinere Unternehmen und Verkäufer auf eBay zumindest einen Großteil Ihres Lebensunterhalts.
eBay hat sehr viel Positives in den vergangenen Jahren bewirkt und eine sehr gut funktionierende, attraktive und bei den Usern beliebte Plattform geschaffen. Die Herausforderung besteht darin, diese Entwicklungen fortzuführen, den Erfolg von eBay weiter auszubauen und den Marktplatz in eine wettbewerbsfähige Zukunft zu führen – dies wird nur dann funktionieren, wenn eBay seine Händler noch mehr in das gemeinsame Business einbindet und auch weiterhin in der Lage ist, die User von seinem Angebot zu überzeugen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag im Leben von Oliver Feldkircher aus?
Ich verbringe mehr oder weniger den ganzen Tag in der Firma, bin viel unterwegs und ständig mobil vernetzt. Da ich neben meiner Tätigkeit als Geschäftsführer von 123Boerse auch noch Fachgruppensprecher der österr. Wirtschaftskammer für Versand- und Internethandel bin, muss ich einen Teil meiner Tätigkeit auch hierfür reservieren. Im Fokus meines Arbeitsalltags steht unter anderem die Kommunikation mit meinem Team und den verantwortlichen Account-Managern in unserer Firma. Der enge Kontakt mit meinen Mitarbeitern ist mir sehr wichtig. Darüber hinaus besuche ich regelmäßig Veranstaltungen, Messen und Kongresse im Bereich eCommerce und halte selbst Vorträge im Bereich MultiChannel-Onlinehandel.

Gibt es ein Wochenende? Urlaubstage ohne Internet?
Freie Tage gibt für mich sehr wenige, auch an den Wochenenden bin ich oft mit Arbeit eingedeckt. In den vergangenen 5 Jahren hatte ich insgesamt gerade einmal ca. 20 Tage Urlaub. Es ist mir daher sehr wichtig, die wenige Zeit, die ich zur freien Verfügung habe, zusammen mit meiner Familie zu nutzen. Ich bin seit 16 Jahren glücklich verheiratet und habe 2 Kinder im Alter von 14 und 16 Jahren. Ohne die Unterstützung meiner Frau Nicole würde das alles wahrscheinlich nicht funktionieren, dafür ich bin ihr sehr dankbar.

Wie sehen Ihre mittel – langfristigen Ziele aus?
Mittelfristig möchten wir uns mit unseren angebotenen Dienstleistungen noch stärker am Markt positionieren und unsere Services für Händler und Hersteller noch weiter ausbauen, besonders auch im Bereich Mobile Shopping.
Langfristig möchten wir in Österreich ein Kompetenz-Zentrum für den Bereich E-Commerce aufbauen und somit eine Anlaufstelle für den Handel im Bereich des digitalen Handels schaffen.

Würden Sie heute noch einmal bei eBay starten?
Ja, ich würde durchaus nochmals bei eBay starten, denn hier kann man in relativ kurzer Zeit gute Erfolge verzeichnen. Der Marktplatz ist etabliert, bietet viel Frequenz und erfordert keine großartigen Marketing-Maßnahmen.

Verraten Sie uns drei Tipps wie man ein Onlineunternehmen heute erfolgreich machen kann?
An erster Stelle würde ich versuchen, den Nerv der Konsumenten zu treffen und zu verstehen, was diese wollen/erwarten.
Es bringt nichts, dem Kunden immer nur die eigenen Vorstellungen aufs Auge drücken zu wollen – der Kunde ist hier die Benchmark, nicht der Unternehmer/Anbieter.

Weiters kann ich nur dazu raten, ständig den Markt zu beobachten und sich eine gute Kenntnis über das eigene Business anzueignen, so verschafft man sich einen notwendigen Vorsprung.
Nur so bleibt man letztendlich wettbewerbsfähig, hat die Nase vorn und bindet die Kunden an sich.

Prozesse wie eine gut funktionierende Logistik, ein kundenfreundliches Retouren-Handling, eine regelmäßige Kostenkontrolle und ein professionelles Kunden-Management sind entscheidende Faktoren.
Hier unterscheidet sich oftmals ein erfolgreicher Online-Händler von den anderen… weniger erfolgreichen.

Herr Feldkircher, ich danke Ihnen für dieses Interview und wünsche Ihnen und Ihrem Team weiterhin viel Erfolg!

Weitere Information über das Unternehmen finden Sie auf der Webseite von 123Boerse GmbH.

Natürlich freue ich mich auch in Zukunft darüber, wenn sich Powerseller für ein Interview mit mir zur Verfügung stellen.
Zwei weitere Interviews sind bereits in Planung!

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In meinem Buch „99 eBay Umsatzmillionäre 2012“ hatte ich die in dem Buch erwähnten eBay Verkäufer eingeladen, sich für ein Interview mit mir zur Verfügung zu stellen.
Andreas Voswinckel, einer der beiden Geschäftsführer der Limal GmbH ist meiner Einladung gefolgt und hat mir in einem Telefoninterview Rede und Antwort gestanden.

In „99 eBay Umsatzmillionäre“ ist die Limal GmbH nur mit einem eBay-Account vertreten, insgesamt betreibt das Unternehmen aktuell jedoch mehr als 20 weitere eBay-Shops, darunter befinden sich sehr viele eBay Markenshops:

Limal
Limal-24
Limal Fashion
Limal Reisen
Limal Charity
Bauknecht Shop
Sigma Markenshop
Vivanco Shop
Limal-Whirlpool
Schnaeppchen-Shopping
Markenshop-Leonardo
Outlet-LandsEnd
Markenshop-Geha
Palmers-Outlet
DirektFashion
Friis Outlet
Eastpak Outlet
Limal-Skechers
Linus-Mens-Fashion
Klingel-Outlet
Felina-Outlet
Olympusmarket
giesswein-shop

Anders als viele andere der in dem Buch erwähnten eBay-Verkäufer, ist die Limal GmbH kein klassischer eBay Powerseller, sondern ein Verkaufsdienstleister, der keine eigene Ware verkauft.
Limal ist auf den Verkauf und die Verkaufsabwicklung über alle gängigen Internet-Vertriebswege spezialisiert und betreibt für Unternehmen aus Handel und Industrie „Online-Multi-Channelling“ mit dem Schwerpunkt eBay.

Die Limal GmbH mit Sitz in Neumünster und Niederlassungen in Hamburg und Prag beschäftigt heute ca. 50 Mitarbeiter.
Die mehr als 10.000 Artikel, die Limal aktuell auf eBay anbietet, werden auf 15.000 m² in Neumünster gelagert und für den Verkauf abgewickelt.

Andreas Voswinckel Limal GmbH Andreas Voswinckel hat bereits vor dem Start von Limal bei eBay im Jahr 2003 Erfahrungen mit eBay gesammelt.
Im Jahr 2000 war er an der Koordination des eBay Treuhandservices beteiligt, von 2001 – 2003 war er bei eBay bereits als Verkäufer aktiv.
Mit dem Unternehmen Virtuallog konnte der gelernte Schifffahrtskaufmann erste Erfahrungen als eBay Dienstleister sammeln.
Zu seinen Hauptkunden gehörte damals die Firma Siemens.
2003 musste Virtuallog jedoch Insolvenz anmelden.
Andreas Voswinckel analysierte die Gründe, die für das Scheitern von Virtuallog verantwortlich waren, sehr kritisch und konnte Dank seiner Erfahrungen und seiner bereits aufgebauten Geschäftsbeziehungen 2003 erneut bei eBay starten und den Grundstein für ein heute sehr erfolgreiches Unternehmen legen.

Herr Voswinckel, Sie führen heute ein erfolgreiches Unternehmen mit ca. 50 Mitarbeitern. Wie war Ihr eBay Start im Jahr 2003?

Glücklicherweise hatte ich durch meine Geschäftsbeziehungen zu der Firma Siemens einen „warmen“ eBay Start. Als Virtuallog Insolvenz anmelden musste, habe ich mich mit Siemens zusammengesetzt und ihnen eine gute und eine schlechte Nachricht überbracht.
Die schlechte war, dass sie durch die Insolvenz von Virtuallog Geld verlieren würden, die gute war, dass ich gestärkt durch meine Erfahrungen mit Virtuallog mit der Limal GmbH ein neues Unternehmen aufbauen würde und auch in Zukunft als Fullservice Provider zur Verfügung stehen würde.
Siemens wollte eBay damals anonym als Verkaufsplattform nutzen, vor allem, um große Mengen an B-Ware, Rückläufern und Auslaufmodellen zu verkaufen, allerdings war es Siemens wichtig, die Kontrolle über den Verkauf zu behalten.
Der Verkauf über eine Vielzahl von Powersellern kam damit nicht in Frage und so war ich als Verkaufsdienstleister wieder im Boot.

Was waren Ihre ursprünglichen Ziele, als sie bei eBay angefangen haben?

Ich hatte von Anfang an große Ziele, aber mir war und ist noch heute ein organisches Wachstum wichtig.
Statt gleich zu Beginn viele Mitarbeiter einzustellen, habe ich mich zum Start von Limal tagsüber selbst auf die Suche nach Neukunden gemacht und abends meinen Blaumann angezogen und Pakete gepackt.
So konnten wir seit 2003 jedes Jahr gesund wachsen, im letzten Jahr haben wir unseren Umsatz sogar verdoppeln können.

Was waren die Meilensteine in Ihrer eBay Karriere? Können Sie einen Zeitpunkt ausmachen, an dem der Durchbruch kam?

Der Durchbruch kam für uns mit der Einführung der eBay Markenshops und mit dem steigendem Selbstbewusstsein der Marken eBay als Verkaufsplattform zu nutzen.
Heute ist die Limal GmbH das Unternehmen, das die meisten Markenshops bei eBay betreibt.

Der erfolgreiche Onlineverkäufer ist längst nicht mehr nur bei eBay aktiv und so sind auch Sie bei Amazon, Mein Paket, Quelle, Rakuten und anderen Vertriebsplattformen, aber auch mit eigenen Onlineshops im Netz präsent. Können Sie etwas über die Gewichtung der einzelnen Vertriebskanäle sagen? Wo liegen ihre Prioritäten?

Unser Fokus liegt ganz klar auf eBay und so macht eBay auch den Königsanteil aus.
Natürlich beobachten wir die verschiedenen Plattformen sehr genau und sind auch auf allen maßgeblichen Plattformen vertreten. Ganz besonders Rakuten ist eine Plattform, von der wir uns in Zukunft einiges versprechen.

Würden Sie sagen, dass sich die Verkaufserfolge auf den Marktplätzen in den letzten Jahren verschoben haben? Viele behaupten, dass die eBay-Umsätze stark rückläufig seien, während der Umsatz bei Amazon immer stärker wachsen würde. Können Sie das bestätigen?

Von klassischen Powersellern hören wir das teilweise auch – nur sind wir kein klassischer Powerseller.
Amazon ist für uns kein so starkes Thema wie eBay. Dies liegt einfach daran, dass Amazon eben auch ein Retailer ist und – um den Kannibalisierungseffekt zu vermeiden – sind wir mit vielen Marken bei Amazon nicht präsent, weil Amazon diese Marken selbst vertreibt.

Gibt es aus Ihrer Sicht die „beste Plattform“ für Onlinehändler? Vor- und Nachteile gibt es bei allen aber, wenn Sie wählen müssten, welcher Online- Vertriebskanal wäre aus Ihrer Sicht auf Platz 1?

Aus unserer Sicht kommt eBay aktuell ganz klar auf Platz 1.
Man muss das so sehen: eBay ist nicht rückläufig, sondern hat sich gerade eine kleine Delle in der Wachstumskurve eingehandelt.
Der Marktplatz wird vom Flohmarkt zum vollwertigen Marktplatz umgebaut und das geht nicht von heute auf morgen.
Der „klassische“ eBay Markt ist gesättigt. Wenn Sie heute Ihre getragenen Pumps verkaufen wollen, verkaufen Sie sie bei eBay.
Es gibt keine andere vergleichbare Plattform im Netz, die Sie nutzen könnten, also sind bereits alle, die ihre getragenen Pumps verkaufen wollen, bei eBay.
In diesem Bereich kann eBay also nicht mehr wachsen.
Aber eBay ruht sich nicht aus und erschließt mit dem B2C Markt neue Wachstumsfelder. Das dauert seine Zeit, aber eBay ist damit auf dem richtigen Weg.

Stichwort Social Media. Was halten Sie von Facebook als Verkaufsplattform?

Im Moment noch nicht viel – in der Zukunft eine Menge.
Natürlich sind wir auf Facebook aktiv, sehen Facebook aktuell jedoch primär (noch) nicht als Verkaufsplattform. Ich räume Facebook jedoch viel Potenzial ein, das sich in Zukunft noch entfalten wird. Noch ist F-Commerce eine zarte Pflanze, aber wenn es losgeht, sind wir vorbereitet.

Sie sind unter anderem auch in Tschechien und Polen sehr aktiv, haben sogar eine Niederlassung in Prag. Warum ausgerechnet dort?

Tschechien ist ein komplementärer Markt für Restposten, die sich in Deutschland nicht gut verkaufen lassen. Der Markt ist längst nicht gesättigt und so sind wir auf diesem Markt auch sehr erfolgreich.

Wie interessant ist der internationale Handel für Limal insgesamt?

Die Erschließung internationaler Märkte ist uns sehr wichtig. Wie stehen kurz davor in den englischen Markt einzutreten. Für die Zukunft haben wir bereits Frankreich und Italien im Visier.

Wie sieht eigentlich ein Arbeitstag im Leben von Andreas Voswinckel aus. Gibt es freie Tage oder ein freies Wochenende?

Dank meiner organisierten Strukturen kann ich sagen, dass ich ein tolles Leben mit einer tollen Familie (2 Kinder) und einem erfüllten Job führen darf.
Natürlich verbringe ich viel Zeit in der Firma, bin aber oft genug abends, bevor die Kinder ins Bett müssen, wieder zu Hause.
Es gibt freie Tage und es gibt auch ein Wochenende, aber mein ständiger Begleiter ist mein BlackBerry, so dass ich selbst im Urlaub erreichbar bin, auch wenn ich nicht aktiv arbeite.
Eine Strafe wäre es für mich 14 Tage auf einer einsamen Insel ohne Kontakt zur Außenwelt verbringen zu müssen.
Für mich ist die Arbeit keine Strafe, sondern absolute Erfüllung, die mein Leben bereichert.

Was macht Ihnen bei eBay besonders viel Spaß?

Besonders viel Spaß macht mir die Vielseitigkeit von eBay. Anders als zum Beispiel bei Amazon hat ein eBay Verkäufer viel mehr Spielraum bei der individuellen Angebotsgestaltung und das gefällt mir sehr gut.
Wenn es um Spaß geht, würde ich auch die Überraschungen nennen, die eBay für uns immer wieder bereithält.
Wenn wir zum Beispiel einen WOW Deal fahren, ist es immer wieder spannend zu beobachten, ob er durch die Decke geht oder nicht.
So haben wir vor kurzem an einem Tag ca. 6.000 Paar Schuhe verkauft - ein Erfolg, mit dem wir selbst nicht gerechnet hätten.

Mein Interesse gilt den Charity Auktionen, die wir regelmäßig bei eBay durchführen. Hierüber verkaufen wir gespendete Ware von Unternehmen, deren Verkaufserlös zu 100% gespendet wird.
Über 200.000 € konnten wir darüber bisher für den guten Zweck einsammeln.
Eine Möglichkeit, die wir auf anderen Plattformen als eBay in der Form nicht haben.
Wir können unser geballtes Know-how für soziale Zwecke einsetzen und dabei Menschen unterstützen, die dringend Hilfe benötigen. Das ist mir sehr wichtig.

Was könnte bei eBay besser werden? Gibt es von Ihrer Seite Kritik an eBay?

Zunächst würde ich mir wünschen, dass eBay den Verkäufern einen besseren Einblick in die internen Strukturen geben würde und auch am eBay Image muss noch hart gearbeitet werden.
eBay steht im Moment mit dem Umbau vom Auktionsplatz zum Marktplatz vor sehr großen Herausforderungen und in den Köpfen der Bevölkerung ist das Flohmarktimage noch viel zu sehr verankert.
Eine der größten Veränderungen in der eBay Geschichte wird die zum Sommer in Kraft tretende Zahlungsumstellung sein und ich beobachte, dass eBay sehr professionell an dieses Thema herangeht. Der Weg ist also der richtige, aber das Ziel ist noch längst nicht erreicht.
Unterm Strich hat eBay sicher mehr richtig als falsch gemacht, aber es gibt noch viel zu tun, z.B. müssen die WOW Deals in Zukunft vom Auftritt her noch professioneller werden, um attraktiv zu bleiben.

Wie sehen ihre mittel- und langfristigen Ziele aus? Wo steht Limal in zwei und wo in fünf Jahren?

Mittelfristig wollen wir uns auf den maßgeblichen europäischen Marktplätzen etablieren. Langfristig sehen wir uns als führender E-Commerce Full-Service Anbieter in Europa, der im Schwerpunkt die bereits bestehenden Marktplätze nutzt.

Wenn Sie den Schritt ins Onlinebusiness heute noch einmal gehen würden - was würden Sie anders machen?

Ich denke, dass ich mehr richtig als falsch gemacht habe, insofern gäbe es keine grundlegenden Veränderungen.
Ich würde allerdings gerne neben meinen unternehmerischen Fähigkeiten zusätzlich IT-Spezialist sein, um in diesem Bereich unabhängiger zu sein.

Würden Sie zum Abschluss noch drei Tipps verraten, wie man ein Onlineunternehmen auf die Erfolgsspur bringen kann?

An erster Stelle würde ich auf Qualität setzen. Ich bin überzeugt davon, dass Qualität in Zukunft über den Preis siegen wird.
Tipp zwei ist dem Kunden Sicherheit zu geben und damit sein Vertrauen zu gewinnen.
Unser Credo lautet: „Was immer wir machen, wir geben ein ehrliches Versprechen ab!“ und das sollte jeder Onlinehändler verinnerlichen.
Als dritten Tipp würde ich jedem Händler dringend raten, die Kostenstrukturen ganz genau im Auge zu behalten. Umsatz bedeutet nicht Gewinn.

Herr Voswinckel, ich danke Ihnen vielmals für dieses sehr interessante und ausführliche Interview und die Einblicke in Ihr Unternehmen, die Sie mir und meinen Lesern gewährt haben!

Über die Limal GmbH
Das Limal Leistungsangebot ermöglicht es Unternehmen aus Handel und Industrie unterschiedliche Warentypen (Neuware, B-Ware, Restposten, Retourenware etc.) über alternative Online-Vertriebskanäle, insbesondere eBay, und auch über eigenständige Online-Shops abzusetzen.
Dabei übernimmt Limal für seine Mandanten den kompletten Verkaufsprozess, von der Lagerung über die Logistik bis hin zu allen Facetten des pre- und after-sales Kundenservice.
Limal versteht sich auch als Dienstleister für Powerseller, die ein Umsatzvolumen von monatlich 10.000 Euro überschreiten und die eine zuverlässige Kostenstruktur zu schätzen wissen. Weitere Information zur Limal GmbH finden Sie auf der Webseite.

Natürlich freue ich mich auch in Zukunft darüber, wenn sich Powerseller für ein Interview mit mir zur Verfügung stellen.

eBay Umsatzmillionär – Interview mit Andreas Voswinckel – Betreiber von mehr als 20 eBay Shops: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
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Wie sehen sie aus? Die neuen Top -Verkäufer bei eBay?
Was machen sie anders, was kann man von ihnen lernen?
Ich habe mit Uday Shah vom Shalimar - Lederwaren Outlet Store gesprochen.
uday
Ich kenne Uday seit vielen Jahren und habe ihn schon lange bevor es den offiziellen Staus gab als „ Top-Verkäufer“ wahrgenommen und ihn als „Powersellerkollegen“ immer sehr geschätzt.
Bei über 10000 Bewertungen hat er in seiner gesamten eBay-Karriere nur zwei negative Bewertungen erhalten (und niemals eine löschen lassen) und hat mit 100 % natürlich ein herausragendes Profil.
Auf der Suche nach einem Interviewpartner war er der erste, den ich angesteuert habe, weil ich sicher war, dass er zu den neuen „Verkäufern mit Top Bewertung“ gehört.
Und so war es dann auch!
Uday verkauft bei eBay Ledertaschen unter seinem eigenen Label „ Shalimar „:
Shalimar - Lederwaren Outlet Store
Uday hat sich bereit erklärt mir ein kleines Interview zum Thema „ebay allgemein“ und „Top-Verkäufer-Status“ im besonderen zu geben:

MvK: "Uday, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum Top-Verkäufer-Status! Du hast ihn Dir verdient!"
US: "Danke Marion!"
MvK: "100 % positives Bewertungsprofil, bei den DSR 3 x 4,9! , 1 x 4,7 bei den Versandkosten – was ist Dein Erfolgsgeheimnis?"
US: "Zunächst einmal denke ich, dass die Kommunikation sehr wichtig ist.
Ich beantworte alle Mails taggleich und mein tägliches Ziel ist es, am Abend ein leeres Postfach zu haben.
Ich nutze Plenty Markets und den Feedback Manager und habe so auf einen Blick alle relevanten Kundendaten und die eMails dazu.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist auch die Lieferzeit.
Meine Artikel sind alle am Lager und werden ausnahmslos am Tag des Geldeingangs verschickt."
MvK: "Das sind natürlich zwei entscheidende Faktoren, aber alleine machen sie den Erfolg nicht aus, oder?"
US: "Das wichtigste sind natürlich die Produkte selbst.
Ich verkaufe emotionale Produkte und achte auf hochwertige Qualität.
Dennoch spielt die „ Vorbereitung“ eine Rolle.
Zunächst muss der Kunde mit der Kommunikation zufrieden sein – er freut sich bereits auf sein Produkt.
Dann freut er sich ein zweites Mal wenn er das Paket bereits am nächsten Tag in Empfang nehmen kann.
Er packt es aus und ist bereits sehr positiv gestimmt.
Die Ware ist dann das „ Sahnehäubchen“.
Ich lege sehr großen Wert auf Qualität.
Schon bei der Fertigung lege ich höchste Qualitätsstandards an.
Und später verlässt bei mir keine Tasche das Haus ohne vorher noch einmal genau geprüft zu werden.
Und nun hält der Kunde sein Produkt in der Hand und ist begeistert. Der Kunde hat ein gutes Gefühl, weil er tatsächlich ein Produkt mit einem überdurchschnittlichen Preis - Leistungs Verhältnis erhält.
Er freut sich über die neue Errungenschaft und die schnelle und unkomplizierte Abwicklung.
In diesem Moment ist er gerne bereit bei den DSR Höchstpunkte zu vergeben."
MvK: "Du sprichst von „ emotionalen Produkten“. Glaubst Du es ist ein Unterschied ob man „ emotionale Produkte“ wie z.B. Handtaschen oder eher „ nüchterne Produkte“ wie z.B. Speicherkarten verkauft?"
US: "Ich denke schon! Bei Speicherkarten kommt ja keine riesige Freude auf wenn man sie in der Hand hält, insofern fallen vermutlich auch die Bewertungen etwas nüchterner aus."
Mvk: "Aber wie ist es z.B. mit Kleidung? Das wäre doch auch ein emotionales Produkt?"
US: "Kleidung ist zwar ein emotionales Produkt, aber hier kann die Emotion auch ins Gegenteil umschlagen, wenn der Wunschartikel z.B. nicht passt."
MvK: "Du würdest also sagen, dass die Bewertungen auch mit Emotionen zu tun haben?"
US: "In jedem Fall! Je positiver die Emotion desto höher die Bewertungen."
MvK: "Interessant! Ich muss mir überlegen, ob ich das analysieren kann.
Also ob es in den „ emotionalen“ Kategorien höhere DSR gibt, als in den „ neutralen“ (wie z.B. Handyzubehör) oder in den emotionalen, die eventuell auch negative Emotionen hervorrufen könnten.( wie z.B. Kleidung)."
US: "Ich denke, dass sich dort ein Zusammenhang erkennen ließe- aber wie gesagt:
Um positive Reaktionen (DSR) zu erhalten spielt neben dem Produkt auch die Versandzeit und die Kommunikation als „ Vorbereitung“ eine große Rolle.
Das perfekte Zusammenspiel dieser drei Faktoren macht nach meiner Erfahrung den Erfolg aus.
Und selbst wenn ein Kunde einmal nicht zufrieden ist, hat man Möglichkeiten ihn zufrieden zu stellen.
Ich habe z.B. ein eigenes Retourenportal.
Möchte ein Kunde seine Ware zurücksenden, weil sie nicht seinen Vorstellungen entspricht, kann er über dieses Portal schnell & unkompliziert die Rücksendung anmelden und sich kostenlos einen Rücksendeschein ausdrucken.
Sein Geld erhält er sofort und ohne wenn und aber zurück.
So macht man auch aus Käufern, die eine andere Vorstellung von der Ware hatten zufriedene Käufer, weil die Rückabwicklung unkompliziert ist."
MvK:" Da würde ich Dir nicht widersprechen! Noch einmal zurück zu Dir und Deinen Produkten: Du bist Designer, Hersteller, Verkäufer – alles in einem.
Wie muss ich mir das vorstellen?"
US: "Ich bringe meine Ideen zu Papier – setze mich mit dem Mustermacher (bei den jeweiligen Werkstätten weltweit) zusammen und lasse erst einen Prototypen anfertigen. Dann wird die Funktionalität noch einmal überprüft und nur ich entscheide ob die Tasche dann in Serie geht. Hier spielt meine langjährige Erfahrung und mein Bauchgefühl eine große Rolle.
Dann lasse ich die Ware nach meinen Vorstellungen und unter meinem Label „ Shalimar“ produzieren und später verkaufe ich sie dann."
MvK: "Hast Du keine Angst vor Nachahmern, die Dich kopieren?"
US:" Im Laufe der Jahre habe ich viele kommen und gehen sehen. Heute lässt mich das kalt.
Man kann vielleicht ein Modell kopieren, aber dann muss eben auch alles andere stimmen- die Kommunikation, die Versandzeit, die Qualität, die Aufmachung des Shops um sich langfristig einen Platz im Markt zu sichern.
Kopierer denken oft nur an das schnelle Geld und dabei bleibt alles andere auf der Strecke.
Das rächt sich schnell – sie bleiben in der Regel nicht lange am Markt."
MvK: "Verkaufst Du eigentlich nur bei eBay?"
US: "eBay macht mittlerweile leider nur ca. 10 % meines Handelsvolumens aus. Bei Amazon verkaufe ich im Moment mehr als bei eBay, aber mein Hauptstandbein ist der eigene Online Shop " lederwaren.com"
MvK: "Den Top-Verkäufer Status gibt es jetzt erst einige Tage. Kannst Du schon etwas zu den Umsätzen sagen? "
US: "Im Moment muss ich sagen, dass ich keine spürbar höheren Umsätze habe- aber vielleicht ist es auch noch zu früh um messbare Erfolge feststellen zu können."
MvK: "Eine letzte Frage: Wie siehst Du die weitere Entwicklung bei eBay?"
US:"Durchaus sehr positiv und ich kann mir auch vorstellen, dass ich meine eBay-Aktivitäten wieder verstärke!
Eine Zeit lang war ich bei eBay aus eher nostalgischen Gründen aktiv. Ebay war immerhin meine Schule für das eCommerce. Hier habe ich das Business gelernt und immerhin einige Jahre sehr gut verkauft.
Du kennst das ja!
Wir sind beide von Anfang an dabei und haben eine gewisse Bindung zu eBay aufgebaut. Man ärgert sich ab und zu, bleibt aber trotzdem dabei... und ich lasse nichts auf eBay kommen."
MvK: "Das kenne ich sehr gut!"
US: "Ich würde eBay auch heute nicht mehr als alleinigen Vertriebskanal nutzen, aber wie gesagt meine Aktivitäten werde ich in der nächsten Zeit vermutlich wieder verstärken.
eBay hat in der Vergangenheit viele Fehler gemacht. Das ist normal. Wir alle machen Fehler. Wichtig ist nur, dass man daraus lernt und die Entwicklung, die eBay im Moment nimmt begrüße ich sehr!
Der Käufer steht im Mittelpunkt und so soll es sein.
Das neue eBay richtet sich danach und belohnt Verkäufer die den Käufern ein gutes Kauferlebnis bieten.
So werden Käufer wieder vertrauen fassen.
Fast jeder der schon einmal bei eBay gekauft hat, hat mindestens eine schlechte Erfahrung gemacht.
Diese sollen minimiert werden.
Die Marke eBay kennt jedes Kind und darauf kann und wird eBay aufbauen.
Durch den Verkauf von Skype kommt z.B. wieder etwas mehr cash in die Kasse (obwohl eBay schon immer sehr „cash-rich“ war) aber mit der Trennung von „ artfremden“ Unternehmen und der Konzentration auf das Kerngeschäft wird eBay wieder erstarken.
Sie sind gerade dabei sich neu zu erfinden. Kommt in den besten Familien vor.
Ich denke, dass eBay wieder ganz groß wird! "
MvK: "Das war jetzt ein schöner Schlusssatz! Danke Dir Uday für dieses Interview und weiterhin ganz viel Erfolg bei eBay & Co!"
Hier der Link zum eBay-Shop:
Shalimar - Lederwaren Outlet Store
und zum Online-Shop von Uday Shah.

Mir hat dieses Interview sehr viel Spaß gemacht und den Aspekt mit " emotionalen" und "nüchternen " Artikeln werde ich vermutlich noch einmal aufgreifen.
Ich hatte mir bis dato keine Gedanken darüber gemacht, aber die Argumentation erscheint mir logisch-auch wenn ich an mein eigenes Einkaufsverhalten denke.

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