Bundeskartellamt nimmt PayPal Pflicht ins Visier

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Bundeskartellamt nimmt PayPal Pflicht ins Visier

Laut wiwo.de untersucht das Bundeskartellamt die bei eBay neu eingeführte PayPal-Pflicht für private Verkäufer unter 50 Bewertungspunkten.
Hier hatte ich über die Einführung der PayPal Pflicht berichtet.
Freunde hat eBay sich mit der Verpflichtung PayPal anbieten zu müssen nicht gemacht.
Viele Verkäufer haben sich beschwert und das Bundeskartellamt wird nun prüfen, ob ein Wettbewerbsverstoß vorliegt.
eBay argumentiert, dass die PayPal-Pflicht eine höhere Sicherheit für Käufer bietet.
Das stimmt natürlich so nicht ganz.
Bei Akademie.de hatte ich einen Artikel zum Thema " PayPal -Käuferschutz - trügerische Sicherheit " geschrieben.
Bei weitem nicht alle Artikel, die dem Käufer auf den ersten Blick suggerieren, dass der Kauf durch den PayPal Käuferschutz abgesichert ist, erfüllen auch tatsächlich die Voraussetzung für den Käuferschutz.
Es ist also u.U. eine trügerische Sicherheit und viele Käufer bemerken erst im Ernstfall, dass ihr Kauf gar nicht abgesichert war.
" Sicherheit für die Käufer" ist also in erster Linie eine Marketingstrategie um die PayPal - Zwangeinführung schön zu reden und weniger kritische oder uninformierte Käufer und Verkäufer zu überzeugen, dass eBay nur das Beste will.
eBay will natürlich grundsätzlich Ihr Bestes- nämlich Ihr Geld in Form von Provisionen und das auf möglichst vielen Ebenen!
Dagegen gibt es auch absolut nichts einzuwenden- schließlich ist eBay ein börsennotiertes Unternehmen und bietet ja auch etwas.


Was mich stört ist der Zwang!
Ich gehöre zu denen, die PayPal aus Überzeugung anbieten und zwar freiwillig.
Als Verkäufer bin ich überzeugt davon, dass sich durch PayPal die Umsätze steigern lassen- als Käufer kaufe ich grundsätzlich nur bei Verkäufern ein, die PayPal anbieten- weil es schnell geht.
Aber - und hier liegt der Knackpunkt:
Für private Anbieter, die kleinpreisige Artikel anbieten, lohnt PayPal sich oft nicht- dafür sind die Gebühren durch die Verkaufspreisunabhängigen Transaktionsgebühren in Höhe von 0,35 Euro, die immer und zwar unabhängig vom Verkaufspreis anfallen, einfach zu hoch.
Gerade private Verkäufer stellen bei eBay - unabhängig von Marktlage- gerne Artikel zum Startpreis von 1 Euro ein und weil sie eben Angebot und Nachfrage nicht richtig einschätzen können, geht der Artikel dann auch für 1 Euro weg.
Und speziell die unerfahrenen " Newbees " , die tatsächlich weniger als 50 Bewertungspunkte haben und nun von der Einführung der PayPal-Pflicht betroffen sind, machen gerne den Fehler alles grundsätzlich für 1 Euro einzustellen und rennen mit der neuen PayPal - Pflicht ins offene Messer.
Für den Euro werden nämlich alleine 0,37 Euro PayPal Provision fällig - bei einem Euro zuzüglich der eBay-Verkaufsprovision in Höhe von 0,08 Euro.
eBay kassiert also von diesem Euro 0,45 Euro, will uns aber erklären, das diene nur der Sicherheit der Käufer...
Wie gesagt- ich nutze PayPal sowohl auch Käufer als auch als ( gewerblicher) Verkäufer, kann den Unmut der privaten Verkäufer mit unter 50 Bewertungspunkten aber sehr gut nachvollziehen.
Würde ich einen privaten Account mit unter 50 Bewertungspunkten haben, wäre ich auch sehr verärgert, wenn eBay mir die Pflicht PayPal anbieten zu müssen, auferlegt!

Nun wird also das Bundeskartellamt den Beschwerden der eBay-Verkäufer nachgehen und die PayPal Pflicht ins Visier nehmen.
Dreh-und Angelpunkt wird dabei die Frage sein, ob eBay eine marktbeherrschende Stellung einnimmt.
Diese Frage wurde in der Vergangenheit immer verneint.
Es ist nicht das erste Mal, dass das Bundeskartellamt sich mit eBay und PayPal beschäftigt und bisher wurden nie weitere Schritte gegen eBay eingeleitet.
Ich befürchte, dass es auch in diesem Fall so sein wird.
Vermutlich wird die Argumentation, das die Einführung der PayPal-Pflicht nur zum Schutz der Käufer diene, ausreichen, um die Prüfer zu besänftigen.
Und möglicherweise wird es auch ein Argument sein, dass PayPal nicht die einzige Zahlungsoption ist.
Verkäufer unter 50 Bewertungspunkten müssen PayPal zwar anbieten, dürfen daneben aber auch andere Zahlarten anbieten.
In der Theorie hört sich das alles dann wieder wunderbar an, wird von eBay entsprechend " verkauft" und besänftigt die ( Bundeskartellamt-) Gemüter.
In der Praxis ist es so, dass die vorgegaukelte Sicherheit eben trügerisch ist und der überwiegende Teil der Käufer mit PayPal bezahlt, wenn die Option angeboten wird.

Eigentlich schlimm genug, dass PayPal über Zwangsmaßnahmen gepusht werden muss.
Wäre PayPal wirklich auf ganzer Linie überzeugend, würden die Verkäufer PayPal freiwillig anbieten und ein Zwang wäre gar nicht nötig!

Von | 2013-06-27T00:33:45+00:00 Februar 25th, 2010|PayPal, Recht & Gesetz|Kommentare deaktiviert für Bundeskartellamt nimmt PayPal Pflicht ins Visier
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