Das Internet entwickelt sich in den letzten Jahren rasend schnell und einige Menschen tendieren dazu ihr ganzes Leben mehr und mehr ins Netz zu verlegen.
Bei Facebook und Co plaudern einige Menschen Dinge aus, die andere nicht ihren besten Freunden anvertrauen würden, bei Twitter halten manche ihre Follower mit jeder noch so unbedeutenden Echtzeittätigkeit auf dem Laufenden, bei eBay machen sich einige den Spaß herauszufinden was der Nachbar gerade gekauft hat.
Der Mensch wird immer gläserner.
Manchmal gewollt, manchmal ungewollt.
Jetzt gibt es ein neues " Highlight" im Netz, das Datenschützern ( und mir auch) die Haare zu Berge stehen lässt.
Und noch schlimmer: Dieser neue " Superwurf " wird schon als der Newcomer in der Web 2.0 Community gefeiert. Erst einige Tage am Start und schon 5000 Mitglieder!

Blippy

Bei blibby.com geben Menschen freiwillig! ihre Kreditkartendaten und/ oder ihre Zugangsdaten für Internetplattformen wie Amazon oder den iTunes Shop ein.
Zahlen sie dann mit der bei Blippy registrierten Kreditkarte, können die anderen User in Echtzeit sehen, wie viel sie wofür ausgegeben haben und ihre Kommentare dazu abgeben.
Dabei spielt es keine Rolle, was und wo sie bezahlen. Alle Einkäufe - jede einzelne Buchung! - die über die Kreditkarte vorgenommen wird, wird gnadenlos veröffentlicht.

Spontan war mein erster Gedanke: Der Begriff " Exhibitionismus " muss erweitert und neu definiert werden.
Ich muss schon sagen: Ich bin fassungslos.
Da hämmert man den Internetusern täglich ein Passwörter zu schützen, auf https Verschlüsselungen zu achten, wenn man sensible Informationen eingibt, den richtigen Riecher für Phishing Mails zu entwickeln, niemals seine Kontoinformationen preiszugeben und dann gibt es Menschen, die freiwillig ihre Daten ins Netz stellen und Medien, die das auch noch bejubeln und als großen Wurf feiern!

Voyeurismus / Exhibitionismus

Der Trend " Voyeurismus / Exhibitionismus" - auch wenn die eigentliche Bedeutung nicht ganz zutreffend ist, erreicht mit dem Launch dieser Plattform einen neuen Höhepunkt im Netz.
Man kann es kaum anders sagen: Manche machen sich gerne nackig und andere schauen gerne dabei zu.
Ich kann diese Entwicklung nicht beklatschen und frage mich auch, ob diejenigen, die diese Entwicklung heute mittragen in 10 Jahren glücklich darüber sind, dass das Web nichts vergisst!

Spontanmenschen rate ich einen frei zitierten Ausspruch von Goethe zu verinnerlichen:
Bedenke bei allem was Du tust das Ende!