PayPal soll das Bezahlen bei Online-Auktionen sicher machen. Doch weil die eBay-Tochter die Identität von Kreditkarteninhabern aber nicht ausreichend prüft, öffnet der Dienst Betrügern Tür und Tor, wie das Computermagazin c't [2] in der aktuellen Ausgabe 21/10 ausführlich schildert.

Offenbar ist es kein Problem, bei PayPal ein Konto mit einer fremden Kreditkarte anzulegen und darüber einzukaufen. Wenn so etwas passiert, sollte der rechtmäßige Karteninhaber natürlich im Handumdrehen sein Geld zurückbekommen. Nicht so bei PayPal. Das Unternehmen hielt eine Frau über Monate hin, nachdem Betrüger mit der geklauten Kreditkartennummer einen Kauf getätigt haben. Die Geschädigte selbst hatte sich nie bei PayPal angemeldet.

Erst nach einer Odyssee zur Hausbank, der Kreditkartenfirma und PayPal erhielt die Bestohlene ihr Geld zurück. "Die Hauptschuld liegt klar bei PayPal", erläutert c't-Redakteur Axel Kossel. Das Unternehmen hat sich inzwischen entschuldigt und darauf hingewiesen, dass es durchaus eine Überprüfung von Kreditkarten und Bankkonten gebe. Bis diese allerdings abgeschlossen ist, kann man nach c't-Recherchen Zahlungen bis zu einer Höhe von 1500 Euro veranlassen. "Das ist schon erstaunlich", findet Axel Kossel. "Zumal doch deutsche Kreditinstitute durch das Geldwäschegesetz gezwungen sind, bei einer Kontoeröffnung die Identität des Kunden anhand eines Lichtbildausweises oder einer qualifizierten elektronischen Signatur zu überprüfen."

Stellungnahme von PayPal