Neu war mir die Erkenntnis eines Platin-Powersellers aus dem Bereich "Büro-Schreibwaren" nicht:
" Amazon Kunden sind anders."
Er ist jedoch der erste, der den Unterschied im Bereich Kommunikation in Zahlen analysiert hat:
Während bei eBay bei 300 - 350 Verkäufen täglich durchschnittlich 800! Mails eingehen, von denen ca.200 zu beantworten sind, sind es bei Amazon bei 300 -400 Verkäufen am Tag 8!, von denen wiederum 5 zu beantworten sind.
Das bestätigt das was andere Verkäufer auch erleben und was ich hier in diesem Artikel im Zusammenhang mit Yatego bereits thematisiert hatte:
eBay- Käufer gelten unter Muti-Channel-Verkäufern im allgemeinen als ” schwieriger”, als Käufer bei Amazon, auf anderen Plattformen und im eigenen Shop.
Die Frage ist: woran liegt das?
...Die Käufer sind durch negative Medienberichte sensibilisiert und setzen bei eBay andere Maßstäbe an...

Deutlicher als in den oben genannten Zahlen kann sich das nicht widerspiegeln!

Noch interessanter sind jedoch die wirtschaftlichen Betrachtungen:
Der eBay-Account über den wir hier sprechen ist seit 2003 bei eBay aktiv und wie gesagt Platin Powerseller ( und auch Top-Verkäufer).
Bei Amazon ist dieser Verkäufer erst seit Sommer 2009 aktiv.
Während anfangs bei Amazon im Monat 30, kurz darauf schon 60 Pakete täglich verschickt wurden, sind es heute- sechs Monate später!- bereits 300-400 - mehr als bei eBay!

Und dann kommt eine weitere Zahl:
Produkte, die bei eBay früher gut liefen, gehen heute bei eBay für durchschnittlich 10 Euro über die virtuelle Ladentheke, bei Amazon gehen sie für 29,95 Euro und das: Zitat: "kistenweise".

Auch wenn der Verkäufer hier nicht namentlich genannt werden will: Ich kenne ihn lange, kenne seine Accounts und kann die Zahlen ( bis auf die Mails natürlich) bestätigen!
Und das mit den Mails glaube ich gerne, weil ich das nicht zum ersten Mal höre- nur habe ich das noch nie konkret in Zahlen vorgelegt bekommen!


Natürlich hat eBay das auch erkannt- jetzt verstehen vielleicht einige, warum sich eBay immer mehr an Amazon orientiert! Aber eBay ist eBay und Amazon ist Amazon und es wäre vielleicht besser, wenn es so bleibt.
Aktuell schneidet Amazon aus Verkäufersicht besser ab als eBay.
Das ist auch der allgemeine Tenor, der in Gesprächen mit anderen Powersellern vorherrscht.
Aus Käufersicht müsste das natürlich umgekehrt sein- schließlich sind viele Produkte bei eBay günstiger zu haben- aber das Vertrauen der Käufer zu eBay scheint nach wie vor zu fehlen- das belegen die Mails.

Zahlen wie diese hier aus dem 24/7 wallst. Blog : eBay hat von Januar 2009 bis November 2009 37% der Besucher verloren, während Amazon 26% gewonnen hat, untermauern das, was die Verkäufer aktuell erleben.
Und auch Auctionbytes macht sich Sorgen um eBay und verkündet: eBay hat im November 2009 im Vergleich zum November 2008 schon wieder 7,72% Besucher verloren, während Amazon um 5,57% zugelegt hat.
Fairerweise muss man aber sagen, dass eBay im November erstmalig in diesem Jahr die 9 Millionen Besuchergrenze überschritten hat- aber auch das muss man relaistisch betrachten: Es ist Weihnachten und wenn da die Besucherströme nicht anziehen würden- wann dann?

Und jetzt sollen in Deutschland auch noch 400 Mitarbeiter im Support entlassen werden?! Keine gute Idee!

Ich bin nach wie vor eBay-Junkie und stehe auch dazu, aber ich kann auch durchaus kritisch sein und mir Sorgen machen!