Amazon ist unter dem Namen Amazon Studios unter die Filmproduzenten gegangen.
Mit Amazon Studios soll eine Plattform geschaffen werden, auf der Drehbuchautoren und Produzenten - Amateure und Profis - ihre Projekte einreichen können.
Jeden Monat erhalten die besten beiden Drehbücher je 10.000 Dollar.
Aus guten Drehbücher sollen dann gute Filme entstehen, die Regisseure als Testfilm einreichen können.
Auch der beste Film wird monatlich gewählt und mit 100.000 Dollar honoriert.

Amazon begründet die Entscheidung für die Plattform damit, die verkrusteten Strukturen der Hollywood Studios aufbrechen und Newcomern eine Chance geben zu wollen.

Für das erste Jahr stellt Amazon ein Budget von 2,7 Millionen Dollar zur Verfügung.
Neben den monatlichen Wettbewerben wird für das beste Drehbuch 2011 eine Summe von 100.000 Dollar ausgelobt, der beste Film wird mit 1.000.000 Dollar honoriert.
Das beste Script wird verfilmt und bekommt einen Vertrag mit Warner Bros. (Also dann doch wieder Hollywood).

Letztendlich ist das nichts anderes als ein DSDS für Autoren und Filmemacher - nur ohne Quote.
Für Newcomer und ambitionierte Drehbuchautoren und Regisseure mag das vielleicht eine Chance sein, sich überhaupt erst einmal einen Namen zu machen.
Nicht ganz sicher wäre ich, ob Autoren, deren Filme dann von Warner Bros. verfilmt werden, nicht benachteiligt sind:
Für die Filmrechte erhält der Autor eine einmalige Zahlung von 200.000 Dollar und einen Bonus von weiteren 400.000 Dollar, wenn der Film an den Kinokassen mehr als 60 Millionen Dollar einspielt.
Das erscheint mir recht wenig zu sein.
Und auch die Vergabe der Scriptrechte scheinen mir unvorteilhaft zu sein.
Für das Script erhält der Autor 10.000 Dollar - wenn er gewinnt - tritt damit aber alle Rechte ab.
Für einen Bestseller sind 10.000 Dollar kein angemessenes Honorar.

Ich persönlich würde als Autorin vermutlich erst einmal den klassischen Weg gehen und es erst dann bei Amazon einreichen, wenn das Script überall abgelehnt wird.