Gefühlt hat Amazon bisher immer Maßstäbe gesetzt, wenn es um Kundenservice ging und gefühlt ändert sich das gerade.
Als Prime Kunde habe ich sehr viel bei Amazon bestellt und sehr oft musste ich erst einmal nachfragen, bevor ich eine Rechnung erhalte. Einige Rechnungen kann ich online ausdrucken - was mir Arbeit macht, weil ich vorher nie weiß, welche Rechnung im Paket ist und welche nicht, so dass ich immer wieder zurück in meinen Account muss, wenn die Rechnung fehlt.
Jetzt ist es teilweise sogar so, dass für von Amazon verschickte Produkte gar keine Onlinerechnung zur Verfügung gestellt wird und der Käufer erst umständlich bei Amazon um die Rechnung bitten muss, die dann einige Tage später per Post eintrudelt.
In diesen Fällen erhält der Käufer - auf Nachfrage - folgende Mitteilung:
Guten Tag,

ich würde Ihnen sehr gerne eine Rechnung per E-Mail bzw. als PDF verschicken.
Aber : Leider können wir derzeit Rechnungen aus technischen Gründen nicht per E-Mail bzw. als PDF verschicken.
Ihre Zufriedenheit ist sehr wichtig für uns!
Um Ihnen weiterzuhelfen habe ich für Sie daher nun unseren Rechnungsdruck gebeten, Ihnen eine Rechnung für die Bestellung #xxx zu erstellen. Ihre Rechnung wird dann in den nächsten 5 Werktagen bei Ihnen sein.

Das kostet Zeit und ist von Kundenservice weit entfernt.
Ich habe in diesem Monat sehr viel bei Amazon bestellt - Produkte, die ich geschäftlich benötige und für die ich eben eine Rechnung brauche- Drucker, Druckerpatronen, Telefone, Headsets, Aktenvernichter, Akkus, Mäuse, Bücher um nur einmal einige zu nennen und ich bestelle bei Amazon, weil ich wenig Zeit habe und kaum aus dem Haus komme und dann möchte ich mir eben nicht für jeden Artikel einzeln ( gesammelt geht das nämlich auch nicht!) die Zeit nehmen und eine Mail schicken müssen, um die Rechnung anzufordern, die eigentlich selbstverständlich dabei sein sollte.
Privat verzichte ich gerne auf Rechnungen, geschäftlich geht das leider nicht und wie bereits geschrieben- theoretisch sollte man die Rechnungen bei Amazon online ausdrucken können, praktisch funktioniert auch das leider nicht immer ( s. Mail von Amazon) und bei Vielbestellern bedeutet das Zeitaufwand, den ich in anderen Shops nicht habe.

Doch damit nicht genug:
Auch als Prime Kunde kann man sich nicht mehr auf eine pünktliche Lieferung am nächsten Tag verlassen.
Bei einer Sendung, die für Samstag angekündigt war und am Samstag nicht geliefert wurde, hieß es auf Nachfrage ganz lapidar, dass bei dieser Sendung das Lieferdatum nicht garantiert wurde. Amazon macht Unterschiede zwischen "voraussichtlicher" und "garantierter" Lieferung - und wenn der Samstag nur als "voraussichtlicher" Liefertag angezeigt wird, ist die Lieferung eben nicht garantiert. Diese Sendung ist auch am Montag nicht gekommen und auch am Montag blieb der Kundenservice ganz entspannt und teilte mir mit, dass die Sendung schon noch eintreffen würde - das war dann auch am Dienstag der Fall.
Selbstverständlich kann ein Paket aus verschiedenen Gründen einmal später kommen, aber darum geht es nicht. Es geht darum, wie Amazon in diesem Fall argumentiert hat und plötzlich Unterschiede zwischen "voraussichtlicher" und "garantierter" Lieferung macht.
Ich gehöre nicht zu den Kunden, die Amazon Prime abonnieren, weil es dort so schöne Filme gibt - mir geht es einzig um die schnelle Lieferung - dafür zahle ich 49 Euro im Jahr und zusätzlich in der Regel noch einmal mehr für die Produkte, die mit Prime verschickt werden, denn oft sind diese Artikel etwas teurer, als Artikel, die nicht mit Prime gekennzeichnet sind.
Dann ist es natürlich ärgerlich, wenn der "voraussichtliche" Liefertermin nicht garantiert ist - in dem Fall kann ich viele Produkte nicht nur in anderen Onlineshops günstiger kaufen - ich spare auch die 49 Euro für die Prime Mitgliedschaft ein.

4 Tage Lieferzeit für Prime Artikel?
Bei Tamebay habe ich heute einen Artikel gelesen, der gerade für FBA Seller interessant sein dürfte, denn in Großbritannien schafft Amazon es nach dem Black Friday nicht mehr, die Prime Bestellungen pünktlich auszuliefern und teilweise wird heute, am Montag, für Prime Bestellungen der Donnerstag als Liefertermin angegeben und bei FBA Kunden gehen die Liefertermine für Bestellungen, die am Montag eingehen, teilweise bis zum Freitag. Das ist alles andere als hinnehmbar und zwar sowohl aus Sicht des Kunden, der den recht stolzen Prime Jahresbeitrag zahlt, um eine schnelle Lieferung zu gewährleisten, als auch aus Sicht des Verkäufers, der sich darauf verlässt, dass Amazon die Ware umgehend verschickt.
Ich habe mein Prime Abo gekündigt, denn ich will weder auf die Ware warten, noch meinen Rechnungen hinterherlaufen und dafür auch noch zahlen.

Update
Heute ist auch mein geschätzter Kollege vom Onlinemarktplatz in das Thema eingestiegen und berichtet über ähnliche Erfahrungen. Bei ihm wurde eine Bestellung sogar komplett vergessen:
Amazon schwächelt massiv bei Liefertreue und Kundenservice
Nicht nur wir beobachten dieses neue Phänomen, Links zu weltweiten Diskussionen zu diesem Thema finden Sie sowohl auf Onlinemarktplatz als auch auf etailment.
Und bei Onlinemarktplatz berichten bereits die ersten Leser von ähnlichen Erfahrungen.
Das Problem scheint also recht massiv zu sein.

Update2
Zum Thema Rechnungen gäbe es eine ganz einfach Lösung, wie sie auch Supermärkte zum Teil schon praktizieren: Amazon könnte den Kunden beim Check-Out entscheiden lassen, ob er eine Rechnung benötigt oder nicht. Bei Kaisers fragt mich der Kassierer auch, ob ich den Bon benötige und wenn ich verneine, dann druckt er ihn erst gar nicht aus.
Vermutlich werden sehr viele Käufer gar keine Rechnung benötigen, aber die, die sie brauchen, wären sicher dankbar, wenn diese Selbstverständlichkeit wieder zur Selbstverständlichkeit werden würde.