Ich bin mit meinem Latein am Ende und vermutlich gerade erst am Anfang einer neuen Amazon Odyssee:

Seit 12.03.2015 müssen Marketplacehändler, die auf anderen europäischen Amazon Marktplätzen verkaufen, eine Rücksendeadresse in diesem Land angeben oder den kostenlosen Rückversand an den Firmensitz anbieten.
Wer das nicht möchte, muss seine Angebote auf den anderen Marktplätzen ausblenden.
Auch ich habe meine Angebote auf allen Amazon Marktplätzen außer Deutschland ausgeblendet und so erscheint auch auf der Startseite meines Dashboards der Hinweis:

Ihre Angebote sind derzeit für folgende Marketplace-Site(s) auf inaktiv gesetzt: www.amazon.co.uk, www.amazon.fr, www.amazon.it, www.amazon.es.
Die von Ihnen selbst versendeten Angebote werden derzeit bei den inaktiven Marketplace-Sites nicht zum Verkauf angezeigt.

Phantomangebote bei Amazon

Dann kam heute eine Mail über den Verkauf eines Artikels auf Amazon.co.uk und natürlich war mein erster Gedanke, dass es sich um Spam handeln muss. Aber ein Blick auf meinen Amazon Account zeigte dann, dass tatsächlich ein Verkauf stattgefunden hat und dann noch zu einem Preis, der unter EK liegt. Woher dieser Preis kommt? Ich habe keine Idee - umgerechnet ist er mit dem deutschen Preis nicht annähernd identisch.

Nach Überprüfung des Lagerbestandes habe ich festgestellt, dass viele (nicht alle) Angebote plötzlich auch auf Amazon.co.uk, Spanien und vereinzelt auch in Frankreich eingestellt sind, obwohl klar festgelegt ist und auch in meinem Dashboard angezeigt wird, dass die Angebote auf anderen Marktplätzen inaktiv sein müssten.

Cookies stellen Angebote ein?

Die erste Amazon Mitarbeiterin hatte keine Idee, wie sie helfen könnte und versprach, zu recherchieren.
Kurze Zeit später rief eine Mitarbeiterin an, die mir erklärte, das Problem würde an meinen Cookies liegen.
Das Cookies Angebote einstellen können, wäre mir neu gewesen, aber sie bestand darauf, dass ich den Cache und die Cookies lösche.
Bevor ich lange diskutiere, lösche ich natürlich den Cache und die Cookies - und natürlich hat sich gar nichts geändert.
Nach wie vor begrüßt mein Dashboard mich mit dem Hinweis, dass die Angebote auf Amazon.co.uk, Italien und Frankreich inaktiv sind und nach wie vor sind sie aktiv.
Wieder musste das Gespräch unterbrochen werden, um weitere Hilfe zu holen.
Dann der nächste Rückruf: Die einzige Chance, die ich im Moment hätte, wäre alle Angebote auf Amazon.co.uk auf "0" zu setzen.
Ich frage explizit nach, ob das Auswirkungen auf meine deutschen Angebote hat. Natürlich nicht. 100% ig nicht? Nein, 100% ig nicht.
Also fange ich an, alle Angebote auf "0" zu setzen - und nichts passiert. Weder auf der deutschen, noch auf der UK Seite.
Als nächstes schlägt die Mitarbeiterin vor, alle Angebote zu löschen. Ich traue mich nicht, aber sie sieht keine andere Möglichkeit und versichert mir noch einmal, dass das keinerlei Auswirkungen auf meinen deutschen Account hat, wenn ich die Angebote nur im UK Lagerbestand lösche.
Also fange ich an zu löschen und erst passiert wieder gar nichts - die Angebote,die es gar nicht geben dürfte, bleiben online.
Wieder müssen wir unsere Telefonat unterbrechen, damit sie weitere Hilfe einholen kann.
Auf der UK Seite ist inzwischen der Hinweis aufgepoppt, dass ich mein Bankkonto für die "üppige" Auszahlung bestätigen muss. Ich wundere mich, denn das Bankkonto ist längst verifiziert, aber natürlich klicke ich brav auf den Link.
Tatsächlich stehen dort meine Bankdaten, die ich erneut bestätige.

Nicht schon wieder! Die erneute Verifizierung wartet

Während ich auf den Rückruf warte,gehe ich zurück in das deutsche Dashboard und könnte schreien:
Durch die Bestätigung des Kontos auf der UK Seite, habe ich den Verifikationsprozess wieder ausgelöst und muss wieder in die Verifizierung. Hier stellt sich das Problem, dass ich die angeforderten Daten gar nicht eingeben kann, weil das Feld "bearbeiten" sich genau bei diesen Punkten gar nicht anklicken lässt. Also muss das warten.
Noch bevor ich diesen Schock verdauen konnte, habe ich zu meinem Entsetzen festgestellt, dass meine deutschen Angebote gelöscht wurden - also die, die ich auf Amazon.co.uk gelöscht habe.

Mein Fall wurde nun direkt an den Kundendienst in den USA übergeben und dieser Mitarbeiter sieht zwar das Problem ( die Angebote dürften nicht aktiv sein, sie sind es aber), konnte aber ad hoc auch nicht helfen.

Bei ihm fühle ich mich das erste Mal seit Beginn dieser Odyssee in guten Händen und hoffe, dass er sein Versprechen hält, sich schnellstmöglich persönlich um die Lösung zu kümmern.

Schufa Updatesevice schlägt Alarm

Kaum hatte ich mich etwas beruhigt, kam der nächste Schock.
Wie schon bei letzten Mal, hat der Verifikationsprozess schon wieder 2 Schufaeinträge zur Identitätsprüfung ausgelöst und nach meiner Erfahrung bleibt es nicht bei diesen beiden Anfragen. Bei der letzten Überprüfung waren es am Ende 13! Anfragen zur IDENTITÄTS-( NICHT BONITÄTS-) Prüfung der Schufa, die ich mit viel Stress und Zeitaufwand bis auf 4 Anfragen löschen lassen konnte. Jetzt habe ich schon wieder 2 neue Anfragen, die ein Jahr lang in meiner Schufa stehen und ich befürchte, dass es dabei nicht bleibt.

In Deutschland muss ich nun die gelöschten Angebote komplett neu einstellen und dazu habe ich in Spanien, Frankreich und Großbritannien Angebote online, die ich nicht verkaufen möchte, aber die ich auch nicht löschen kann und als Sahnehäubchen wartet der erneute Verifikationsprozess auf mich und am Ende muss ich mich wieder mit der Schufa herumschlagen und die Identitätsanfragen löschen lassen.
Meine Begeisterung hält sich in Grenzen, für heute ist mein Adrenalin verbraucht!

Update

Der Verifiaktionsprozess war in Rekordzeit von weniger als 24 Stunden erledigt, obwohl ich nicht einmal alle angeforderten Daten (erneut) eingeben konnte.
Die Phantomangebote sind zum Teil noch online, ich stehe aber mit Amazon in Kontakt und es wird weiter nach einer Lösung für das Problem gesucht.

Update
Die Angebote werden in meinem Account auf den unterschiedlichen Marktplätzen zwar nach wie vor als "aktiv" angezeigt, sie werden aber auf den Amazon Marktplätzen als "nicht lieferbar" angezeigt.
Glücklich bin ich mit dieser Lösung nicht, aber im Moment gibt es keine andere.