Die Amazon Funktion "tell-a-friend" ist nicht erst seit gestern Thema, wenn es um Abmahnungen geht. Schon seit 2013 habe ich hier bei tmta immer wieder auf Artikel der einschlägigen Kanzleien verlinkt, die sich mit der Problematik auseinandergesetzt haben.
Nun gibt es auch ein Urteil zur Ebay-Weiterleitungsfunktion, die im Dezember 2015 vom Landgericht Hamburg als wettbewerbswidrig eingestuft worden ist.
Bei Golem.de wird der Kläger mit folgenden Worten zitiert:"... Wir freuen uns über das Urteil, da wir in der massenhaften Versendung unerwünschter Werbemails eine erhebliche Belästigung der Verbraucher sehen."

Massenhafte Versendung von Werbemails?
Bei mir schlagen täglich unzählige Spammails auf und noch NIE war eine dabei, die jemand über die Weiterleitungsfunktion von eBay gesendet hatte.
Das Thema beinhaltet viel Sprengstoff, denn hier geht es nicht nur um eine drohende Abmahnung, sondern vor allem darum, dass ein Händler vor dem Aus stehen kann, wenn er aufgrund dieser eBay & Amazon Funktionen, auf die er selbst keinen Einfluss nehmen kann, abgemahnt wird und eine Unterlassungserklärung abgeben muss. Da der Händler selbst die Funktion nicht abschalten kann, wäre die Konsequenz daraus, dass er den Handel einstellen muss. Kriegerisch veranlagte Händler könnten sich damit nun gegenseitig bekämpfen.
Es ist dokumentiert, dass Amazon dieses Problem seit 2013 bekannt ist, jedoch hat sich bis heute nichts geändert und so ist nicht zu erwarten, dass sich das Problem in naher Zukunft lösen wird.

Zu der Frage, ob die eBay Empfehlungsfunktion zulässig ist, gibt es einen interessanten Artikel auf dem Shopbetreiber-Blog:
Ist die eBay-Empfehlungsfunktion rechtswidrig?